HPE-Umstieg

Großer Fußballklub trennt sich von VMware

Tottenham Hotspurs
Bildquelle: Dignity100/Shutterstock.com

Im Stadion der Spurs weicht die komplette Server- und Netzwerktechnik einer neuen HPE-Umgebung. Auslöser seien vor allem die gestiegenen Kosten seit der Übernahme durch Broadcom gewesen.

Der englische Erstligist Tottenham Hotspur baut die technische Infrastruktur seines Stadions derzeit komplett um und verzichtet dabei künftig vollständig auf VMware. Wie der Club gegenüber dem britischen IT-Portal The Register mitteilte, sinken die Lizenzkosten durch den Wechsel um mehr als 85 Prozent. Technikchef Rob Pickering weist allerdings darauf hin, dass finanzielle Gründe nicht der einzige Ausschlagpunkt gewesen seien.

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Neue Hardware von HPE

Server, Storage und Netzwerktechnik laufen im Tottenham Hotspur Stadium künftig komplett über das GreenLake-Portfolio von Hewlett Packard Enterprise. Für den Betrieb der Hybrid-Cloud-Umgebung ist HPE als Dienstleister zuständig, gesteuert wird sie über die Werkzeuge OpsRamp und Morpheus VM Essentials. Im Maschinenraum stehen inzwischen Server der Reihe ProLiant Compute Gen12 sowie Storage-Systeme vom Typ Alletra MP. Beim WLAN steigt der Verein auf den Standard Wi-Fi 7 um, gesteuert über HPE Aruba Central mit automatisierten Funktionen zur Selbststeuerung.

Der Umzug auf die neue Plattform habe sich über die vergangenen drei Monate erstreckt, so Pickering. Wie hoch die bisherigen VMware-Rechnungen ausfielen oder welche VMware-Produkte konkret im Einsatz waren, wollte der Verein nicht offenlegen. Als Ersatz diene inzwischen HPE VM Essentials, das Pickering als vollwertigen Nachfolger bezeichnet.

Ärger über Broadcoms VMware-Kurs

Neben der reinen Kostenersparnis nennt Pickering den Umgang von Broadcom mit VMware-Kunden als Motiv. Der Chiphersteller hatte VMware 2023 übernommen und seither zahlreiche Einzelprodukte abgekündigt. An ihre Stelle traten Paketlösungen, die häufig teurer ausfallen. Auch dann, wenn Kunden gar nicht alle enthaltenen Bestandteile benötigen. Von einst rund 350.000 VMware-Kunden richte sich das Geschäft von Broadcom inzwischen im Wesentlichen an die 10.000 bis 30.000 umsatzstärksten Konten.

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IT-Betrieb aus einer Hand statt einzelner Tools

Für Pickering ist Virtualisierungstechnik inzwischen austauschbar geworden, ihr eigentlicher Wert entstehe erst im Zusammenspiel mit einem übergreifenden Betriebsmodell für KI-gestützte IT-Prozesse. Wichtiger als die Ersparnis durch den reinen Herstellerwechsel sei für ihn deshalb eine einheitliche Oberfläche, über die sein vergleichsweise kleines Team sämtliche Systeme im Blick behalten kann. Weil im Verein nur wenig Personal für den IT-Betrieb zur Verfügung steht, sei die Möglichkeit, Störungen automatisiert zu erkennen und ohne manuellen Eingriff zu beheben, für ihn von zentraler Bedeutung.

WLAN-Ausbau verzögert sich

Der Umbau des Funknetzes ist noch nicht abgeschlossen und liegt nach Angaben des Clubs derzeit hinter dem Zeitplan zurück; er soll binnen eines Monats fertig sein. Das ist relevant, weil sich während eines Spiels bis zu 30.000 Zuschauer gleichzeitig ins Stadion-WLAN einwählen. Genutzt wird die Arena zudem für Konzerte sowie für Spiele der NFL und der Rugby League.

Größte Herausforderung beim Umbau sei laut Pickering der laufende Spielbetrieb, da es im Stadion praktisch keine Zeitfenster ohne Nutzung gebe, in denen Technik ausgetauscht werden könnte. Erschwerend komme die Bauweise des Stadions hinzu: Glas- und Stahlkonstruktionen wirken wie ein faradayscher Käfig, der die Ausbreitung von Funksignalen behindert. Der Club begegnet diesem Effekt mit einer sehr hohen Dichte an Zugangspunkten. Insgesamt kommen rund 1.800 WLAN-Access-Points im gesamten Stadion zum Einsatz.

Das Stadion selbst bietet Platz für knapp 63.000 Zuschauer und ist entsprechend umfangreich verkabelt: Neben den WLAN-Access-Points zählt der Verein unter anderem mehr als 840 Access-Points unter den Sitzreihen, 700 Bluetooth-Beacons, 20.000 vernetzte Netzwerkpunkte, 1.849 IPTV-Displays sowie 519 CCTV-Kameras. Das Rechenzentrum vor Ort verfügt über sechs Serverreihen.

Sportlich läuft es für die Spurs bislang schlechter als auf der IT-Seite: Trotz Transferausgaben von umgerechnet rund 345 Millionen Euro im Sommer verlor der Verein seine ersten beiden Saisonspiele in der Premier League.

(red)

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