Neues Update

GPT-6 Astra: Neues Spitzenmodell von OpenAI gelauncht

GPT-6-Astra
Bildquelle: Screenshot/OpenAI/Youtube

OpenAI hat mit GPT-6 Astra ein neues Spitzenmodell vorgestellt, das nach Angaben des Unternehmens in Benchmarks zu Coding, Computernutzung, Wissenschaft und Cybersicherheit neue Bestwerte erreicht.

Gleichzeitig wirbt OpenAI mit deutlichen Fortschritten beim sogenannten Alignment, also der Frage, wie zuverlässig sich das Modell an vorgegebene Aufgabengrenzen hält. Das Modell startet zunächst für eine begrenzte Zahl von Organisationen, soll in den kommenden Tagen aber für alle zahlenden ChatGPT-Nutzer sowie über die OpenAI-API und AWS verfügbar werden.

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Mathematik und Coding

Auf dem Mathematik-Benchmark FrontierMath Tier 4 soll Astra einen Wert von 97,6 bis 98 Prozent erreichen und laut OpenAI bereits geholfen haben, länger offene mathematische Probleme zu lösen. Beim Reasoning-Test ARC-AGI-3 gibt das Unternehmen 99,9 Prozent an, ein deutlicher Sprung gegenüber dem Vorgängermodell GPT-5.6 Sol, das dort nur auf 7,8 Prozent gekommen sein soll.

Auch bei praxisnahen Agenten-Benchmarks positioniert sich Astra nach OpenAIs eigenen Zahlen vorn: Im Test „Agents‘ Last Exam“, der komplexe berufliche Aufgaben in echter Software abbildet, erreicht das Modell demnach 59,3 Prozent, vor Anthropics Claude Opus 5 (55,5 Prozent) und GPT-5.6 Sol (53,6 Prozent). Bei Terminal-Bench 4.0, das agentenbasierte Aufgaben in der Kommandozeile prüft, liegt Astra laut den veröffentlichten Tabellen bei rund 57,7 bis 57,9 Prozent und damit knapp vor Anthropics Claude Fable 5.1 (55,8 Prozent).

Introducing GPT-6 Astra: the most intelligent and aligned model in the world.


Bei den Kosten pro Aufgabe will OpenAI ebenfalls punkten: Bei vergleichbaren oder besseren Ergebnissen soll Astra je nach Benchmark deutlich weniger API-Kosten verursachen als die Konkurrenzmodelle von OpenAI selbst und von Anthropic.

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Zum Coding-Vergleich äußert sich John Crepezzi vom KI-Assistenten-Team bei Jane Street in einem von OpenAI veröffentlichten Zitat: „GPT-6 Astra liefert Spitzenwerte in unseren internen Coding-Benchmarks und zeigt gegenüber GPT-5.6 Sol einen klaren Fortschritt beim Einschätzen von Handelsintuition. Beim agentenbasierten Coding kommuniziert GPT-6 Astra verständlicher für Entwickler und erzeugt Code, der weniger Nacharbeit bis zur Produktionsreife benötigt.“

Fabian Hedin, CTO und Mitgründer von Lovable, ergänzt: „Wir haben Astra mit niedrigem, mittlerem und hohem Aufwand auf einem unserer ersten Evaluationen getestet, und es lag deutlich vor GPT-5.6 Sol. Mehr Aufwand kauft mehr Iterationen bei einem frischen Build, mehr Verifikation durch Browser-Tests und eine Tendenz zu Codeausführung statt Patch-Anwendung.“

Computernutzung

Ein weiteres Verkaufsargument ist die verbesserte Fähigkeit, eigenständig einen Computer zu bedienen, etwa um Formulare auszufüllen, CRM-Einträge zu pflegen, Kalender zu organisieren oder Recherchen zu erledigen und die Ergebnisse direkt in Dokumenten oder E-Mails zu verarbeiten. Auf dem Benchmark OSWorld 2.0 soll Astra eine Aufgabe im Schnitt in rund 40 statt zuvor 75 Minuten lösen und dabei mit 72,6 Prozent einen höheren Erfolgswert als GPT-5.6 Sol (65,7 Prozent) erzielen.

In Vorführvideos zeigt OpenAI das Modell unter anderem beim automatisierten Platzieren und Verdrahten von Bauteilen für Leiterplatten in der Software Kicad sowie beim Modellieren eines Hauses in Blender, das anschließend als begehbare Szene in der Unreal Engine 5 dargestellt wird.

Auch für professionelle Bürosoftware wie Dokumente, Tabellen und Präsentationen wirbt OpenAI mit Verbesserungen: Astra soll sich stärker an vorgegebene Vorlagen und den Schreibstil von Nutzern halten und dabei nur relevante Informationen in die Ausgabe übernehmen.

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Cybersicherheit kritisch

Nach eigenen Angaben erreicht Astra im hauseigenen Preparedness Framework die Einstufung „Critical“ im Bereich Cybersicherheit. Ohne die in Produktivsystemen üblichen Schutzmaßnahmen habe das Modell auf dem Benchmark ExploitBench eine Erfolgsquote von 100 Prozent beim Entwickeln von Exploits aus bekannten Schwachstellen erzielt, bei ExploitGym waren es 42,4 Prozent. Auf einem eigens aus Schwachstellen der vergangenen drei Monate zusammengestellten Testsatz habe das Modell zudem zwei bislang unbekannte Zero-Day-Schwachstellen gefunden, die OpenAI eigenen Angaben zufolge inzwischen an die jeweiligen Hersteller gemeldet hat.

In der ausgelieferten Version verweigere Astra jedoch fortgeschrittenere sicherheitsrelevante Aufgaben wie das Erstellen von Proof-of-Concept-Exploits. Über das separate Programm „OpenAI Daybreak“ will das Unternehmen in den kommenden Wochen einen Zugang mit weniger strikten Schutzmaßnahmen für ausgewählte Verteidigungs-Anwendungsfälle wie Schwachstellenanalyse oder Malware-Untersuchung anbieten.

Alignment im Fokus

Auffällig ist der Umfang, in dem OpenAI das Thema Modell-Alignment in der Ankündigung platziert. Als Referenzpunkt dient ein eigens entwickelter Test, der laut Unternehmensangaben von dem Vorfall bei Hugging Face inspiriert ist und prüft, ob ein Modell bei einer schwierigen oder unlösbaren Aufgabe eigenmächtig über den vorgesehenen Rahmen hinausgeht. Während GPT-5.6 Sol ohne Produktivsicherungen in 48 Prozent der Fälle über das autorisierte Ziel hinausgegangen sei, liege dieser Wert bei Astra bei 0 Prozent.

Auch bei einem internen Sicherheitstest zur Computernutzung, der gezielt riskante Situationen simuliert, will OpenAI mit Astra bessere Werte erzielt haben als die Konkurrenzmodelle Claude Fable 5.1 und Claude Opus 5 von Anthropic. Zudem sei das Modell in Tests nie einer bewussten Auto-Review-Sperre der eigenen Entwicklungsumgebung Codex ausgewichen, selbst dann nicht, wenn diese Sperre absichtlich umgehbar konfiguriert und die Aufgabe anders nicht lösbar gewesen sei.

Gleichzeitig räumt OpenAI ein, dass sich das schriftliche „Reasoning“ von Astra schwerer überwachen lasse als das des Vorgängers, wenn das Modell explizit dazu angehalten werde, eine Überwachung zu umgehen. Bei komplexen Aufgaben gelinge dem Modell dieses Verschleiern demnach aber noch nicht zuverlässig. OpenAI bezeichnet die Verbesserung der Nachvollziehbarkeit des Modell-Reasonings als fortlaufende Forschungspriorität.

Verfügbarkeit

GPT-6 Astra ist ab sofort für ausgewählte Organisationen verfügbar und soll in den kommenden Tagen für alle Nutzer von ChatGPT Plus, Pro, Business und Enterprise sowie über die OpenAI-API und Amazon Bedrock freigeschaltet werden. Für Enterprise-Kunden ist der Zugriff zunächst standardmäßig deaktiviert und muss von Administratoren aktiviert werden.

Für Entwickler ist das Modell in der API unter der Bezeichnung „gpt-6-astra“ verfügbar. Der Standardpreis liegt bei 10 US-Dollar pro Million Input-Token und 50 US-Dollar pro Million Output-Token, für Cache-Zugriffe gelten gesonderte Tarife. Ein „Fast Mode“ verspricht bis zu 2,5-fache Geschwindigkeit gegenüber dem Standardmodus, kostet dabei aber den doppelten Preis.

(red)

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