Branche im Wandel

Unterhaltungselektronik: KI prägt neue Geräte und verändert Medienkonsum

Unterhaltungselektronik

Der Markt für Unterhaltungselektronik in Deutschland befindet sich weiter im Umbruch.

Während die Umsätze mit Fernsehern, Audiogeräten und Spielekonsolen leicht zurückgehen, entstehen durch Künstliche Intelligenz neue Funktionen und Nutzungsszenarien – von intelligenten Kopfhörern über smarte Brillen bis hin zu KI-generierten Filmen und Musikstücken. Das geht aus der Trendstudie „Zukunft der Consumer Technology 2026“ des Digitalverbands Bitkom hervor.

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Markt normalisiert sich nach den Corona-Jahren

Nach den außergewöhnlich starken Verkaufszahlen während der Pandemie hat sich der Markt für Unterhaltungselektronik stabilisiert. Laut Bitkom sinken die Umsätze 2026 voraussichtlich um 2,4 Prozent auf 7,6 Milliarden Euro. Damit setzt sich der Rückgang bereits im sechsten Jahr fort.

Bitkom-Präsidiumsmitglied Olaf May erklärt, dass Verbraucher größere Anschaffungen inzwischen bewusster abwägen und häufiger auf Sonderangebote warten. Wachstum in einzelnen Technologiebereichen könne die allgemeine Zurückhaltung bislang nicht ausgleichen.

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Fernseher bleiben wichtig – Zubehör und Kameras legen zu

Trotz sinkender Umsätze bleiben Fernseher die wichtigste Produktgruppe. Mit einem erwarteten Volumen von 2,81 Milliarden Euro stellen sie weiterhin den größten Teil des Marktes dar. Sportereignisse wie die Fußball-Weltmeisterschaft und größere Bildschirmformate stützen zwar den Absatz, der Preiswettbewerb drückt jedoch die Erlöse.

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Auch Spielekonsolen und klassische Audiogeräte verzeichnen rückläufige Umsätze. Positiv entwickeln sich dagegen Audio- und Videozubehör sowie Digitalkameras. Letztere wachsen nach mehreren Jahren des Rückgangs wieder leicht und erreichen laut Prognose einen Umsatz von 580 Millionen Euro.

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Streaming setzt sich weiter durch

Die Nutzung von Streaming-Angeboten wächst weiter und überholt das klassische Fernsehen zunehmend. Nach Angaben von Bitkom streamen inzwischen 89 Prozent der Menschen in Deutschland zumindest gelegentlich Filme, Serien oder Videos über das Internet. Das traditionelle Fernsehen über Kabel, Satellit oder Antenne nutzen noch 81 Prozent.

Besonders deutlich zeigt sich der Unterschied zwischen den Generationen: Während ältere Menschen weiterhin häufiger klassisches Fernsehen nutzen, dominiert bei jüngeren Zielgruppen das Streaming.

Viele Nutzer sind zudem bereit, für Inhalte zu bezahlen. Kostenpflichtige Abrufe einzelner Filme sowie Streaming-Abonnements gehören für einen großen Teil der Nutzer zum Alltag. Gleichzeitig stößt Werbung in Abo-Modellen auf Skepsis. Mehr als die Hälfte der Befragten empfindet es als störend, für werbefreie Inhalte zusätzlich zahlen zu müssen.

KI verändert Film und Musik

Künstliche Intelligenz wird zunehmend Teil der Medienproduktion. Gleichzeitig wünschen sich Verbraucher mehr Transparenz: 91 Prozent der Befragten möchten, dass KI-generierte Filme und Serien klar gekennzeichnet werden.

Viele Menschen sehen KI zwar als Herausforderung für die klassische Film- und Musikbranche, zeigen sich aber zugleich offen für neue Anwendungen. Ein Teil der Befragten kann sich vorstellen, mithilfe von KI selbst in Filme eingebunden zu werden oder individuelle Inhalte erstellen zu lassen.

Ähnliche Entwicklungen zeigen sich im Musikbereich. Fast die Hälfte erwartet, dass in zehn Jahren ein Großteil der Musik mit KI produziert wird. Gleichzeitig sprechen sich viele für eine klare Kennzeichnung oder Einschränkungen bei KI-generierter Musik aus. Nur wenige trauen sich derzeit zu, KI-Musik sicher von menschlich produzierten Werken zu unterscheiden.

Olaf May betont: „KI eröffnet der Filmwelt neue kreative Möglichkeiten. Für Akzeptanz braucht es aber Transparenz: Die Menschen wollen wissen, wo KI zum Einsatz kommt.“

Kopfhörer werden zu intelligenten Assistenten

Kopfhörer entwickeln sich zunehmend von reinen Audiogeräten zu multifunktionalen Begleitern im Alltag. Bereits drei Viertel der Bevölkerung nutzen regelmäßig Kopfhörer, insbesondere kabellose Modelle erfreuen sich großer Beliebtheit.

Künftig könnten KI-Funktionen eine noch wichtigere Rolle spielen. Echtzeitübersetzungen, Sprachsteuerung oder automatische Zusammenfassungen von Gesprächen zählen zu den Funktionen, die sich viele Nutzer wünschen. Mehr als zwei Drittel der Befragten würden Kopfhörer mit Übersetzungsfunktion gerne nutzen.

Gleichzeitig beeinflussen Kopfhörer auch das soziale Verhalten. Viele Menschen setzen sie bewusst auf, um nicht angesprochen zu werden. Zugleich empfinden die meisten es als unhöflich, Kopfhörer während eines Gesprächs oder beim Bezahlen nicht abzunehmen.

Smarte Brillen rücken in den Alltag

Auch intelligente Brillen gewinnen an Aufmerksamkeit. Während Virtual-Reality-Brillen bereits von einem Teil der Bevölkerung genutzt wurden, stoßen Smart Glasses mit integrierter Kamera, Audiofunktionen und KI-Unterstützung zunehmend auf Interesse.

Noch stehen Augmented-Reality-Brillen am Anfang ihrer Entwicklung, doch mehr als ein Drittel der Befragten kann sich vorstellen, solche Geräte künftig zu verwenden.

KI wird zum Treiber neuer Technik

Die Ergebnisse der Bitkom-Studie zeigen, dass sich der Markt für Unterhaltungselektronik derzeit weniger über klassische Geräteverkäufe als über neue Funktionen und Nutzungsmöglichkeiten verändert. Künstliche Intelligenz verbindet dabei Unterhaltung, Kommunikation und Assistenzfunktionen zunehmend miteinander.

Fernseher, Kopfhörer oder Brillen entwickeln sich dadurch Schritt für Schritt zu intelligenten Plattformen, die weit über ihre ursprüngliche Funktion hinausgehen.

(red/Bitkom)

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