Speicherkrise erreicht neue Höchststände

RAM-Preise binnen 12 Monaten um bis zu 500 Prozent gestiegen

DDR5
Bildquelle: LariBat/Shutterstock.com

Nach einer Auswertung von Tom’s Hardware haben sich die Preise für DDR5-Arbeitsspeicher innerhalb eines Jahres teils verfünffacht.

Ein 128-Gigabyte-Kit kostet inzwischen bis zum Zehnfachen des bislang niedrigsten je erfassten Preises. Laut den von Tom’s Hardware ausgewerteten Preisdaten des Vergleichsportals PCPartPicker kostete ein 64-Gigabyte-DDR5-6000-Kit im August 2025 im Schnitt noch rund 222 US-Dollar, im August 2026 bereits etwa 1.272 US-Dollar, ein Anstieg von 473 Prozent. Bei einem 32-Gigabyte-DDR5-6000-Kit stieg der Durchschnittspreis im selben Zeitraum von 108 auf 572 US-Dollar.

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Am deutlichsten zeigt sich die Entwicklung bei besonders großen Speicherkits: Ein 128-Gigabyte-DDR5-6400-Kit kostet aktuell 3.399 US-Dollar, gegenüber einem zuvor niedrigsten je verzeichneten Preis von nur 329 US-Dollar. Auch ältere DDR4-Speicherkits blieben von der Entwicklung nicht verschont und verteuerten sich je nach Kapazität und Geschwindigkeit um 120 bis rund 180 Prozent, da Käufer angesichts der DDR5-Preise verstärkt auf ältere Plattformen auswichen.

Nach Angaben des deutschen Fachportals ComputerBase, auf das sich Tom’s Hardware ebenfalls bezieht, sind die durchschnittlichen Arbeitsspeicherpreise in Europa seit September 2025 um 345 Prozent gestiegen, auch Festplatten- und SSD-Preise legten im selben Zeitraum um mehr als 125 Prozent zu.

RAM-Preise: KI-Rechenzentren als Haupttreiber

Als Ursache gilt die stark gestiegene Nachfrage nach Speicherchips für KI-Rechenzentren. Laut Tom’s Hardware haben große Cloud-Anbieter bereits nahezu die gesamte weltweite DRAM-Fertigungskapazität für das Jahr 2027 im Voraus reserviert und dafür Vorauszahlungen geleistet. Handelsübliche DRAM-Chips erreichen dadurch inzwischen mehr als die Hälfte des Werts von reinem Gold, gerechnet pro Kilogramm. Alle vier großen Speicherhersteller SK Hynix, Samsung, Micron und das chinesische Unternehmen CXMT verzeichneten binnen eines Jahres eine Verdopplung, Verdreifachung oder noch stärkere Steigerung ihrer Umsätze.

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Zur weiteren Entwicklung äußerten sich Branchenvertreter überwiegend pessimistisch. SK-Hynix-Chef Kwak Noh-jung bezeichnete das kommende Jahr 2027 als das schwierigste Jahr für die Speicherversorgung in der Geschichte der Branche und rechnet damit, dass die Nachfrage die Produktionskapazität bis mindestens 2030 übersteigen wird. Simon Chen, Vorstandsvorsitzender des Speicherherstellers ADATA, äußerte sich noch zurückhaltender und brachte eine mögliche Dauer der aktuellen Krise von bis zu zehn Jahren ins Spiel.

(red)

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