Bitdefender warnt vor gefälschten Downloads von Christopher Nolans Kinohit. Wer die Odyssee als Raubkopie sucht, riskiert eine Infektion mit dem Infostealer LummaStealer.
Kaum ist Christopher Nolans „The Odyssey“ einer der größten Kinostarts des Jahres, nutzen Kriminelle das Interesse bereits für eine Malware-Kampagne aus. Das zeigt eine aktuelle Analyse der Bitdefender Labs. Die Sicherheitsforscher fanden zahlreiche gefälschte Download-Angebote, die vorgeben, den Film als 1080p-WEBRip oder Blu-ray-Rip bereitzustellen. Tatsächlich verbirgt sich dahinter der Infostealer LummaStealer.
Der Film ist bislang nur im Kino zu sehen, eine digitale Veröffentlichung steht noch aus. Genau dieses Zeitfenster zwischen Kinostart und offiziellem Streamingtermin nutzen Angreifer traditionell aus, um Nutzer auf der Suche nach illegalen Kopien in die Falle zu locken. Bitdefender beobachtete eine nahezu identische Vorgehensweise bereits 2025 rund um „Mission: Impossible – The Final Reckoning“. Auch im Januar 2026 hatte das Unternehmen umfangreiche LummaStealer-Aktivitäten gemeldet, und das, obwohl Behörden zuvor rund 2.300 Command-and-Control-Domains der Kampagne abgeschaltet hatten.

Was LummaStealer stiehlt
LummaStealer ist ein sogenannter Infostealer, der als Malware-as-a-Service gehandelt wird und in Untergrundforen für Beträge zwischen 250 und 1.000 US-Dollar im Abonnement angeboten wird. Einmal auf einem System aktiv, greift die Schadsoftware über eine Command-and-Control-Infrastruktur auf zahlreiche sensible Daten zu, darunter:
- automatisch ausgefüllte Formulardaten aus Browsern
- gespeicherte Passwörter für Browser und Remote-Desktop-Zugänge
- Authentifizierungs-Cookies
- hinterlegte Zahlungsdaten
- Kryptowährungs-Wallets
Über gestohlene Session-Cookies lässt sich zudem eine Zwei-Faktor-Authentifizierung umgehen, da die Angreifer damit bereits angemeldete Sitzungen übernehmen können.
Kein Phishing nötig
Ungewöhnlich an der Kampagne ist, dass sie ohne Social Engineering und ohne personalisierte Phishing-Inhalte auskommt. Stattdessen verlassen sich die Angreifer allein auf die Neugier von Nutzern, die nach kostenlosen Kopien des Films suchen, sowie auf zwei technische Tricks: verborgene Dateiendungen und gekaperte Icons des Mediaplayers VLC. Windows blendet in der Standardeinstellung Dateiendungen aus, sodass eine als Video getarnte ausführbare Datei auf den ersten Blick nicht von einer echten Videodatei zu unterscheiden ist.
Schutz vor der Kampagne
Sicherheitslösungen mit verhaltensbasierter Erkennung können LummaStealer nach Angaben von Bitdefender häufig noch vor Abschluss der Infektion stoppen, selbst bei neu kompilierten Varianten der Malware. Ebenso lassen sich Downloads der Schadsoftware sowie die Kommunikation mit der Command-and-Control-Infrastruktur oft blockieren.
Nutzer sollten dennoch einige Grundregeln beachten:
- Filme ausschließlich über legale Streamingdienste ansehen
- ausführbare Dateien grundsätzlich als potenzielle Gefahr behandeln
- niemals vermeintliche Videodateien mit der Endung .exe starten
- die Anzeige von Dateiendungen im Windows Explorer aktivieren, um getarnte Programme zu erkennen
(red/Bitdefender)