Übernahme ohne Kunden

Schwarz Digits verkauft XM Cyber-Rechte an Security-Riesen

Schwarz Digits
Bildquelle: nitpicker/Shutterstock.com

Schwarz Digits verkauft das geistige Eigentum von XM Cyber, darunter mehr als 45 Patente und den proprietären Quellcode.

Umsatz, Kunden und Geschäftsbetrieb bleiben davon unberührt. Käufer ist CrowdStrike. Das teilten beide Unternehmen in einer Ankündigung mit. XM Cyber soll derweil eigenständig weiter arbeiten, künftig auf Basis einer Lizenz von CrowdStrike. Der Abschluss wird für die zweite Hälfte von CrowdStrikes Geschäftsjahr 2027 erwartet.

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XM Cyber ist auf Angriffspfad-Analysen spezialisiert. Die Software simuliert, wie Angreifer sich durch ein Netzwerk bewegen würden, und hilft so, die Schwachstellen zu priorisieren, die sich tatsächlich ausnutzen lassen. Im Gartner Magic Quadrant für Exposure-Assessment-Plattformen gilt das Unternehmen 2025 als „Challenger“. Für CrowdStrike soll die Technologie künftig ins eigene Falcon Exposure Management einfließen. Begründet wird der Zukauf mit KI-gestützten Angreifern, die Schwachstellen inzwischen schneller aufspüren und verketten, als klassische Scanner sie priorisieren können.

Schwarz Digits ist die IT- und Digitalsparte der Schwarz Gruppe, zu der auch Lidl und Kaufland gehören, und betreibt unter anderem die Cloud-Plattform STACKIT.

US-Technik, europäische Cloud

Parallel dazu bauen CrowdStrike und Schwarz Digits ihre Cloud-Partnerschaft aus: Falcon soll schrittweise auf STACKIT verfügbar werden, der EU-Cloud von Schwarz Digits. Der Hintergrund ist der wachsende Wunsch europäischer Unternehmen nach US-Sicherheitstechnologie unter europäischer Kontrolle, befeuert durch Regeln wie den EU Cyber Resilience Act oder NIS2. CrowdStrike bekommt so einen Vertriebskanal in einen Markt, der Hyperscalern gegenüber skeptisch ist. Schwarz Digits kann eine bekannte Sicherheitsmarke als souveränes Angebot vermarkten, ohne sie selbst entwickeln zu müssen.

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„Wir machen die Falcon-Plattform zu einer zentralen Säule unserer Cybersicherheitsstrategie und bieten einen langfristigen Weg, sie auf STACKIT zu betreiben. Damit ebnen wir Unternehmen den Weg, KI-nativen Schutz systematisch einzuführen. XM Cyber hat sich in der proaktiven Verteidigung bewährt, und darauf bauen wir auf: Für unsere Kunden soll der tägliche Betrieb reibungslos weiterlaufen, während wir ihnen zukünftig Zugang zur Falcon-Plattform bieten. Wir verbinden unsere Erfahrung und Reichweite im Betrieb großer IT-Infrastrukturen mit einer der führenden Sicherheitsplattformen der Branche und sind damit bestens aufgestellt, die digitale Souveränität Europas voranzubringen.“

Christian Müller, Vorstandsvorsitzender von Schwarz Digits

Ob echte Souveränität vorliegt, wenn die Software weiterhin einem US-Konzern gehört, bleibt eine offene Frage, die in den Stellungnahmen von CrowdStrike-Chef George Kurtz und Schwarz-Digits-Chef Christian Müller naturgemäß fehlt.

(red)

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