Die Absicherung digitaler Zugänge entwickelt sich zunehmend über die reine Benutzeranmeldung hinaus.
Mit der Übernahme des israelischen Unternehmens Infinipoint baut Outpost24 seine Aktivitäten im Bereich Identitäts- und Zugriffssicherheit aus und erweitert sein Portfolio um Funktionen zur Überprüfung von Endgeräten vor der Zugriffsgewährung.
In vielen Unternehmen gehören Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) und Single Sign-on (SSO) inzwischen zum Standard. Diese Verfahren bestätigen zwar die Identität eines Nutzers, liefern jedoch nicht zwangsläufig Informationen über den Sicherheitszustand des verwendeten Geräts.
Gerade in hybriden Arbeitsumgebungen, in denen Mitarbeitende, Dienstleister und Partner mit unterschiedlichen Endgeräten auf Unternehmensressourcen zugreifen, entsteht dadurch ein potenzielles Sicherheitsrisiko. Kompromittierte oder nicht ausreichend geschützte Geräte können trotz erfolgreicher Anmeldung eine Gefahr für Unternehmensnetzwerke darstellen.
Kombination von Benutzer- und Gerätevertrauen
Durch die Integration der Technologie von Infinipoint will Outpost24 nach eigenen Angaben künftig sowohl die Identität des Nutzers als auch den Sicherheitsstatus des verwendeten Geräts in die Zugriffsentscheidung einbeziehen. Die Übernahme stärkt insbesondere die Identity-Security-Sparte Specops, die bereits Lösungen für Authentifizierung und Zugangsschutz anbietet.
Der Ansatz orientiert sich an den Prinzipien von Zero Trust. Dabei wird kein Zugriff automatisch als vertrauenswürdig eingestuft. Stattdessen erfolgt die Bewertung anhand verschiedener Faktoren, darunter Nutzeridentität, Gerätezustand und Sicherheitsrichtlinien.
Ein Schwerpunkt der Infinipoint-Technologie liegt auf der sogenannten Device Identity sowie der kontinuierlichen Überprüfung von Sicherheitsrichtlinien auf Endgeräten. Ergänzt wird dies durch Funktionen zur automatischen Fehlerbehebung und Self-Service-Prozesse, die den Verwaltungsaufwand reduzieren können.
Für Unternehmen kann dies insbesondere bei der Einhaltung regulatorischer Anforderungen und der Absicherung verteilter Arbeitsplätze relevant sein. Ziel ist es, unberechtigte Zugriffe zu verhindern und die Risiken durch gestohlene Zugangsdaten oder kompromittierte Geräte zu verringern.
Identity Security bleibt Wachstumsfeld
Die Übernahme verdeutlicht die wachsende Bedeutung von Identitäts- und Zugriffssicherheit im Cybersecurity-Markt. Während klassische Sicherheitskonzepte lange vor allem Nutzerkonten in den Mittelpunkt stellten, rücken heute zunehmend auch Endgeräte und deren Sicherheitszustand in den Fokus.
Mit der Integration von Infinipoint erweitert Outpost24 seine Möglichkeiten im Bereich Zero-Trust-Sicherheit und verfolgt einen Ansatz, bei dem Benutzer- und Gerätevertrauen gemeinsam bewertet werden. Damit reagiert das Unternehmen auf die steigenden Anforderungen moderner IT-Umgebungen, in denen sichere Zugriffe über unterschiedliche Standorte, Geräte und Identitätssysteme hinweg gewährleistet werden müssen.
(red/Outpost24)