Microsoft bezeichnet 8 Gigabyte RAM in seinem neuen Kaufratgeber wieder als ausreichend für Windows 11, nachdem jahrelang 16 Gigabyte gefordert wurden.
Microsoft hat seinen offiziellen Kaufratgeber für Surface-Geräte aktualisiert und die Einstiegskonfiguration von 8 Gigabyte Arbeitsspeicher neu bewertet. Das Unternehmen beschreibt diese Ausstattung nun als „großartig für den täglichen Gebrauch wie Surfen, Streaming, Schularbeiten und Produktivitäts-Apps“. Diese Anpassung steht im Gegensatz zur Produktstrategie der vergangenen zwei Jahre, in denen Microsoft 16 Gigabyte RAM als notwendige Basisvoraussetzung für eine flüssige Nutzung von Windows 11 kommuniziert hatte.
In den begleitenden Dokumenten wird zudem klargestellt, dass für die Freischaltung spezieller Copilot-Plus-PC-Funktionen weiterhin mindestens 16 Gigabyte benötigt werden. Zuvor hatte der Konzern in mittlerweile gelöschten Blogbeiträgen im Frühjahr noch 32 Gigabyte RAM für eine optimale Nutzung von Videospielen unter Windows 11 empfohlen.
Marktdruck durch Konkurrenzprodukte und neue Basis-Modelle
Branchenanalysten führen die veränderte Kommunikation unter anderem auf den Marktdruck durch Mitbewerber zurück. Apple hatte das MacBook Neo zu einem Einstiegspreis von 599 US-Dollar mit 8 Gigabyte RAM auf den Markt gebracht. Microsoft hatte daraufhin eine Untersuchung der Analysefirma Signal65 beauftragt, um die 8 Gigabyte des Konkurrenzmodells als Leistungsengpass darzustellen.
Trotz dieser Argumentation bietet Microsoft nun selbst das Surface Laptop für Geschäftskunden ab 1.299 US-Dollar sowie die Consumer-Modelle Surface Laptop 13 und Surface Pro 12 in einer Basisversion mit 8 Gigabyte RAM an. Diese Geräte verwenden Prozessoren der Reihe Snapdragon X. Der hauseigene KI-Chatbot im Microsoft-Store bezeichnet 16 Gigabyte RAM bei Kundenanfragen im Jahr 2026 allerdings weiterhin als die zukunftssichere Wahl.
Ursachen für den Speicherbedarf des Betriebssystems Windows 11
Der hohe Speicherbedarf von Windows 11 resultiert unter anderem aus der Integration zahlreicher WebView2-Elemente, die die Auslastung im laufenden Betrieb erhöhen. Gleichzeitig stiegen die weltweiten Preise für Arbeitsspeicher, da erhebliche Investitionen in die globale KI-Infrastruktur und Rechenzentren die verfügbaren Halbleiter-Ressourcen verknappten.
Um die Leistung auf ARM-basierten Systemen zu verbessern, wurde die Task-Planung von Windows 11 für entsprechende Prozessoren angepasst. Für Mitte 2026 plant Microsoft zudem die tiefere Integration der Funktion Ask Copilot in die Taskleiste, obwohl die fortgeschrittenen KI-Funktionen auf den neuen Basis-Modellen mit 8 Gigabyte RAM aufgrund der Hardware-Limitierung nicht standardmäßig ausgeführt werden können.
(red)