„Diversität ist ein strategischer Vorteil“

Frauen sind in der deutschen Cybersicherheit stark unterrepräsentiert

Frauen IT Software

Der Mangel an Fachkräften in der Cybersicherheit gehört zu den größten Herausforderungen der Branche. Gleichzeitig bleibt ein enormes Potenzial weitgehend ungenutzt: Frauen sind in diesem Bereich nach wie vor deutlich unterrepräsentiert.

Darauf macht Sophos anlässlich des International Women in Engineering Day aufmerksam, der jedes Jahr am 23. Juni stattfindet.

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Deutschland bildet das Schlusslicht in Europa

Nach Angaben des Cybersicherheitsunternehmens Sophos sind lediglich 14,6 Prozent der Beschäftigten im Bereich Cybersecurity in Deutschland weiblich. Damit liegt Deutschland innerhalb Europas am Ende der Statistik. International beträgt der Frauenanteil zwischen 22 und 25 Prozent, während auch bei Führungspositionen der europäische Durchschnitt deutlich höher ausfällt.

Angesichts von weltweit mehr als vier Millionen unbesetzten Stellen im Bereich Cybersicherheit wird deutlich, dass der Fachkräftemangel nicht allein auf fehlendes Interesse zurückzuführen ist. Vielmehr erschweren verschiedene Hürden Frauen den Zugang und den beruflichen Aufstieg. Dazu zählen fehlende Netzwerke, Probleme beim Wiedereinstieg sowie traditionelle Rollenbilder in Unternehmen.

Vielfalt als wirtschaftlicher Faktor

Bei Diversität geht es längst nicht mehr nur um Repräsentation. Unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen seien wichtige Voraussetzungen für Innovationskraft, Widerstandsfähigkeit und langfristiges Wachstum. Gerade im Bereich der Cybersicherheit, in dem komplexe Bedrohungen analysiert und kreative Lösungswege entwickelt werden müssen, könne Vielfalt einen entscheidenden Beitrag leisten.

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Mehr als nur Einstellungsquoten

Wie wichtig nachhaltige Förderung ist, zeigt die Erfahrung von Rebecca Taylor. Die Bedrohungsanalystin der X-Ops Counter Threat Unit von Sophos wurde 2026 als „Cybersecurity Professional of the Year“ ausgezeichnet.

Sie sieht ein Problem darin, dass sich viele Unternehmen vor allem auf sichtbare Maßnahmen konzentrieren, ohne ausreichend auf die Entwicklung und Bindung von Talenten zu achten.

„Ich glaube, eine der größten Herausforderungen bleibt die „performative Vielfalt“. Unternehmen konzentrieren sich auf Einstellungsziele und sichtbare Initiativen, versäumen es jedoch, sich damit auseinanderzusetzen, was passiert, nachdem Frauen und andere unterrepräsentierte Gruppenmitglieder eingestellt wurden.“

Repräsentation allein reiche nicht aus. Entscheidend seien gleiche Chancen, transparente Karrierewege, faire Bezahlung und ein Arbeitsumfeld, das Sicherheit und Entwicklungsmöglichkeiten bietet.

Führungskräfte spielen eine Schlüsselrolle

Nach Ansicht von Taylor können insbesondere Führungskräfte dazu beitragen, mehr Frauen für technische Berufe zu gewinnen und langfristig zu halten. Mentoring, aktive Förderung und sichtbare Vorbilder seien wichtige Faktoren.

„Ebenso wichtig ist es, als sichtbare Fürsprecher, Verbündete und Vorbilder aufzutreten, Talente zu fördern, Beratung anzubieten und sicherzustellen, dass Frauen einen gleichberechtigten und fairen Platz am Tisch haben – dann werden wieder mehr Frauen erkennen, dass es in der Tech-Branche Platz für sie gibt.“

Internationaler Aktionstag für mehr Sichtbarkeit

Der International Women in Engineering Day wurde von der Women’s Engineering Society ins Leben gerufen und steht seit 2017 unter der Schirmherrschaft der UNESCO. Der Aktionstag würdigt weltweit die Leistungen von Ingenieurinnen und setzt sich für mehr Vielfalt und Chancengleichheit in technischen Berufen ein.

Die Zahlen aus Deutschland zeigen jedoch, dass insbesondere die Cybersicherheitsbranche weiterhin vor der Aufgabe steht, nicht nur mehr Frauen zu gewinnen, sondern ihnen auch langfristige Perspektiven zu bieten.

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