Digitale Souveränität

1. FC Heidenheim setzt bei Cloud-Backup auf deutschen Provider

1.FC Heidenheim
Bildquelle: Vitalii Vitleo/Shutterstock.com

Der Bundesligist 1. FC Heidenheim 1846 hat nach zwei erfolglosen Versuchen mit US-amerikanischen Anbietern seine externe Backup-Infrastruktur auf Impossible Cloud umgestellt.

Der FCH betreibt ein eigenes Rechenzentrum und folgt bei der Datensicherung der 3-2-1-Regel: drei Kopien der Daten, gespeichert auf zwei verschiedenen Medientypen, davon eine an einem externen Standort. Genau diese externe Kopie bereitete über Jahre Probleme.

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Zunächst setzte der Verein auf einen US-amerikanischen Hyperscaler, heißt es einem entsprechendem Beitrag auf der Website des Anbieters. Der war im Dauerbetrieb jedoch selbst mit den vergünstigten Lizenzbedingungen für eingetragene Vereine zu kostspielig. Der nächste Versuch mit einem US-amerikanischen Object-Storage-Dienst scheiterte an operativen Einschränkungen: Speicher-Buckets konnten nur über einen Partneranbieter angelegt werden, nicht direkt.

Den Kontakt zu Impossible Cloud stellte schließlich das beauftragte Systemhaus auf einer eigenen Hausmesse her. Laut Vereinsangaben wurden dabei auch andere deutsche Anbieter geprüft.

Compliance-Druck durch DFL und Wirtschaftsprüfer

Ein Hauptargument für den Wechsel ist die Nachweispflicht gegenüber Aufsichtsgremien. Die IT-Abteilung des FCH beschreibt die Anforderung so: „Wenn wir gefragt werden, wo unsere Daten liegen, können wir das beantworten.“ Klingt banal, ist in der Praxis aber alles andere als selbstverständlich. DFL, Versicherer und Wirtschaftsprüfer erwarten nach eigenen Angaben dokumentierbare Antworten, keine Verweise auf verteilte Verfügbarkeitszonen.

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Impossible Cloud speichert ausschließlich in deutschen Rechenzentren und verfügt über eine ISO 27001-Zertifizierung. Beides lässt sich in Risikobewertungen direkt eintragen. US-Hyperscaler können diesen Nachweis trotz EU-Datenschutzvereinbarungen strukturell nicht in gleicher Form erbringen, da Datenzugriffe durch US-Behörden auf Basis von Gesetzen wie dem Cloud Act grundsätzlich möglich bleiben.

Egress-Gebühren machen Restore-Tests zum Kostenfaktor

Ein weiteres Problem mit US-Hyperscalern im Backup-Kontext: Die relevanten Kosten entstehen nicht beim Schreiben, sondern beim Lesen. Egress-Gebühren, API-Calls und Traffickosten fallen an, sobald Daten wiederhergestellt oder getestet werden. In der Praxis führe das dazu, dass Restore-Tests seltener durchgeführt werden als empfohlen, was die eigentliche Funktion eines Backups untergräbt. Ein Backup, dessen Integrität nie geprüft wird, ist im Ernstfall wertlos.

Impossible Cloud erhebe keine Egress-Gebühren. Restore-Tests seien damit kostenneutral und könnten ohne zusätzliche Kalkulation in den Betrieb integriert werden. Die IT-Abteilung des FCH kommentiert das Preis-Leistungs-Verhältnis knapp: „Für einen guten Preis bekommt man eine richtig gute Lösung.“

Der Fall ist kein Einzelfall im deutschen Mittelstand. Digitale Souveränität ist zu einer operativen Anforderung geworden, die bei Audits, Versicherungsverhandlungen und Partnerverträgen greifbar wird. Europäische Cloud-Anbieter gewinnen in diesem Segment weniger durch technische Überlegenheit als durch die Fähigkeit, Fragen zum Datenspeicherort eindeutig zu beantworten, und durch Preismodelle ohne versteckte Zusatzkosten.

Lars

Becker

Stellvertretender Chefredakteur

IT Verlag GmbH

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