Der State of AI Report 2026 zeigt: OpenAI verliert die absolute Mehrheit bei KI-Assistenten. Google Gemini und Anthropic Claude holen stark auf.
Der Markt für KI-Assistenten diversifiziert sich zunehmend. Laut dem State of AI Report 2026 der Analysefirma Sensor Tower lag der Marktanteil von ChatGPT bis zum Januar 2026 noch über 50 Prozent, fiel jedoch bis Ende Mai auf 46,4 Prozent. Die Konkurrenz konnte ihre Anteile im gleichen Zeitraum ausbauen: Google Gemini erreicht aktuell 27,7 Prozent, während Anthropic mit Claude auf 10,3 Prozent kommt. Weitere Akteure wie Grok, Perplexity, DeepSeek und Meta AI halten jeweils weniger als 5 Prozent. Trotz des sinkenden Marktanteils bleibt ChatGPT mit über 1,1 Milliarden monatlichen Nutzern der meistgenutzte KI-Assistent, gefolgt von Gemini mit 662 Millionen und Claude mit 245 Millionen Anwendern.
Verändertes Nutzerverhalten bei ChatGPT und Markttrends
Die Analyse zeigt, dass Nutzer vermehrt zwischen verschiedenen KI-Assistenten wechseln. Ereignisse wie die Kooperation von OpenAI mit dem US-Verteidigungsministerium im Februar führten laut Sensor Tower zu messbaren Anstiegen bei Deinstallationen, was auf eine zunehmende Bedeutung von Markenvertrauen und Werten für die Nutzerwahl hindeutet. Während die Integration von Gemini in das Google-Ökosystem dessen Wachstum antreibt, erzielt Claude hohe Nutzerbindungsraten, insbesondere bei Produktivitätsanwendungen.
Ein zentraler Trend für 2026 ist die Verschiebung des Branchenfokus von reinem Nutzerwachstum hin zur Monetarisierung. Für die erste Jahreshälfte 2026 werden Downloads von fast 2,3 Milliarden KI-Apps und Ausgaben von über 4,2 Milliarden US-Dollar prognostiziert. Anthropic führt dabei den Bereich der zahlenden Nutzer an: 13 Prozent der Claude-Nutzer haben ein Abonnement abgeschlossen, was den höchsten Wert in der Branche darstellt.
Monetarisierung durch Werbung und Shopping
OpenAI hat im Februar mit der Implementierung von Werbung in ChatGPT begonnen. Bis Mai wurden durchschnittlich 17 Prozent der täglichen Nutzer mit Anzeigen erreicht. Die größten Werbekategorien sind aktuell Software und Einzelhandel, gefolgt von Medien und Unterhaltung sowie Gastronomie.
Im Bereich des Shopping-Einflusses zeigt sich eine verstärkte Nutzung von KI-Assistenten zur Produktsuche, die Traffic an große Einzelhändler wie Walmart oder Target weiterleitet. Da Amazon den Web-Crawler von ChatGPT blockiert, stagnieren die Empfehlungszahlen für die Plattform. Dies begünstigt laut Sensor Tower eigene KI-Lösungen von Einzelhändlern wie Walmart, deren Assistent Spark an Boden gewinnt, während der hauseigene Amazon-Assistent Rufus bisher ein flaches Nutzerwachstum verzeichnet.
(red)