SmartRun

Vertiv: Digitaler Zwilling für NVIDIA Omniverse DSX

Digitale Zwillinge

Der rasante Ausbau von KI-Rechenzentren stellt Betreiber und Infrastrukturanbieter vor neue Herausforderungen. Mit steigender Rechenleistung wachsen auch die Anforderungen an Stromversorgung, Kühlung und Betriebsabläufe.

Um die Planung solcher Anlagen effizienter zu gestalten, setzt Vertiv künftig verstärkt auf digitale Zwillinge, die komplexe Infrastrukturen bereits vor dem Bau virtuell abbilden und simulieren können.

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Traditionell werden viele Infrastrukturprojekte auf Basis von technischen Dokumentationen, Zeichnungen und separaten Planungsprozessen umgesetzt. Mit zunehmender Komplexität stößt dieser Ansatz jedoch an Grenzen. Änderungen in einem Teilbereich können Auswirkungen auf zahlreiche weitere Systeme haben und erst spät erkannt werden.

Vertiv verfolgt deshalb einen modellbasierten Ansatz, bei dem Stromversorgung, Kühlung, Steuerungstechnik und Bereitstellungsprozesse gemeinsam in einer virtuellen Umgebung abgebildet werden. Ziel ist es, potenzielle Probleme bereits während der Planungsphase sichtbar zu machen.

Simulation vor der Umsetzung

Kern des Konzepts ist ein digitaler Zwilling des Infrastrukturmoduls SmartRun. Dabei werden technische Konfigurationen und Abhängigkeiten in einem virtuellen Modell zusammengeführt. Auf dieser Grundlage lassen sich unterschiedliche Szenarien simulieren und bewerten, bevor physische Komponenten installiert werden.

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Durch diese Vorgehensweise sollen Integrationsrisiken reduziert und aufwendige Änderungen in späten Projektphasen vermieden werden. Gleichzeitig können verschiedene Teams auf eine gemeinsame Datenbasis zugreifen und ihre Planungen besser aufeinander abstimmen.

Wachsende Anforderungen durch KI-Fabriken

Die Entwicklung steht im Zusammenhang mit dem zunehmenden Ausbau sogenannter KI-Fabriken – großskaliger Rechenzentren, die speziell für Anwendungen der künstlichen Intelligenz ausgelegt sind. Solche Anlagen benötigen erhebliche Mengen an Energie und stellen hohe Anforderungen an Kühl- und Versorgungssysteme.

Da sich die Leistungsfähigkeit moderner KI-Hardware in kurzen Zyklen weiterentwickelt, müssen auch die zugrunde liegenden Infrastrukturen flexibler geplant werden. Digitale Zwillinge könnten dabei helfen, künftige Anforderungen frühzeitig zu berücksichtigen und die Umsetzungszeiten zu verkürzen.

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Zusammenarbeit mehrerer Technologieanbieter

Für die Entwicklung der virtuellen Infrastrukturmodelle arbeitet Vertiv mit verschiedenen Technologiepartnern zusammen. Die digitalen Zwillinge werden unter anderem in die Simulationsumgebung von NVIDIA integriert. Dadurch können Infrastruktur- und Rechenressourcen gemeinsam betrachtet werden.

Zusätzlich kommen Technologien von Dassault Systèmes zum Einsatz, die modellbasiertes Systems Engineering unterstützen. Auf diese Weise sollen Planung, Simulation und spätere Optimierung innerhalb eines durchgängigen digitalen Workflows zusammengeführt werden.

Infrastruktur über den gesamten Lebenszyklus betrachten

Digitale Zwillinge werden zunehmend nicht nur als Planungswerkzeug verstanden. Sie können auch während der Inbetriebnahme und des laufenden Betriebs genutzt werden, um Leistungsdaten auszuwerten, Optimierungen vorzunehmen oder Erweiterungen vorzubereiten.

Vertiv sieht darin einen langfristigen Ansatz, um die Lücke zwischen der schnellen Entwicklung neuer KI-Hardware und der oft deutlich langsameren Umsetzung physischer Infrastruktur zu verkleinern.

Mit dem steigenden Bedarf an KI-Rechenzentren gewinnt die virtuelle Planung komplexer Infrastrukturen zunehmend an Bedeutung. Digitale Zwillinge könnten künftig dazu beitragen, Projekte schneller umzusetzen, Risiken zu reduzieren und die Abstimmung zwischen den beteiligten Fachbereichen zu verbessern.

Die Entwicklung zeigt zugleich, dass sich die Planung moderner Rechenzentren immer stärker von klassischen dokumentenbasierten Prozessen hin zu simulationsgestützten und datengetriebenen Methoden bewegt.

Pauline Dornig

Pauline

Dornig

Online-Redakteurin

IT Verlag GmbH

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