Operation KRATOS 2

Ermittler zerschlagen neun kriminelle Streaming-Banden

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Bei der internationalen Operation KRATOS 2 wurden neun organisierte Banden zerschlagen, 29 Verdächtige festgenommen und 27.000 Streaming-URLs gelöscht.

Europäische und internationale Strafverfolgungsbehörden haben in einer konzertierten Aktion neun organisierte Kriminalitätsgruppen im Bereich des illegalen Streamings zerschlagen. Im Rahmen der siebenmonatigen Operation KRATOS 2 wurden insgesamt 29 Tatverdächtige festgenommen. Die Federführung der Operation lag bei Bulgarien, operativ unterstützt durch die europäische Polizeibehörde Europol.

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Insgesamt beteiligten sich Ermittlungsbehörden aus 13 Staaten an den Exekutivmaßnahmen, darunter Belgien, Bulgarien, Kroatien, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, die Niederlande, Polen, Rumänien, Spanien, das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten. Durch die enge Kooperation mit Partnern aus der Privatwirtschaft gelang es den Behörden, die technische Infrastruktur der Täter präzise zu analysieren.

Über 27.000 dauerhaft gelöschte Streaming-URLs

Die Auswertung der digitalen Netzwerke führte zur Identifizierung weitreichender krimineller Strukturen. Die quantitativen Ergebnisse der gemeinsamen Aktion umfassen folgende Kernbereiche:

  • 29 Festnahmen und 86 neu identifizierte Verdächtige
  • 148 durchgeführte Hausdurchsuchungen in den beteiligten Ländern
  • Über 27.000 dauerhaft gelöschte Streaming-URLs mit urheberrechtlich geschützten Inhalten
  • Mehr als 18.000 involvierte IP-Adressen und 4.370 identifizierte Piraterie-Domains
  • Rund 400.000 zusätzliche URLs, die für eine Entfernung oder Sperrung markiert wurden

Die abgeschalteten Streaming-Links dienten der unautorisierten Verbreitung von geschützten Sportübertragungen, Filmen und Fernsehprogrammen. Bisher wurden 59 Fälle direkt an die zuständigen Justizbehörden übergeben, während die Ermittler parallel an 72 weiteren Strafverfahren arbeiten. Den Analysen zufolge trennten die Banden systematisch die öffentlich zugänglichen Webseiten von den eigentlichen Content-Servern und verteilten diese über mehrere Länder, um eine Entdeckung und Strafverfolgung zu erschweren.

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Europol erklärte am Mittwoch zum strategischen Vorgehen: „Anstatt sich ausschließlich auf das Abschalten von Websites zu konzentrieren, zielten die Ermittler auf das breitere kriminelle Ökosystem ab, das diese Dienste unterstützt. Dieser Ansatz ermöglichte es den Behörden, Erkenntnisse über die organisierten Kriminalitätsgruppen zu sammeln, die hinter den Plattformen operieren, und wichtige Verdächtige zu identifizieren, die an deren Verwaltung und technischem Betrieb beteiligt sind.“

Gefahren für Endverbraucher und vorangegangene Strafverfolgungsmaßnahmen

Neben den wirtschaftlichen Schäden für die Rechteinhaber verweist Europol auf erhebliche Gefahren für die Endnutzer solcher illegalen Angebote. Verbraucher, die diese Plattformen verwenden, setzen sich gravierenden Cybersicherheitsrisiken aus. Hierzu gehören die unbeabsichtigte Infektion des eigenen Systems mit Schadsoftware, das Einschleusen von Spionageprogrammen sowie der gezielte Diebstahl persönlicher Daten.

Operation KRATOS 2 baut auf den Erkenntnissen der ersten Operation KRATOS auf, die im Sommer 2024 ebenfalls unter der Leitung des bulgarischen Innenministeriums durchgeführt wurde. Damals wurde ein illegales Streaming-Netzwerk mit weltweit über 22 Millionen Nutzern abgeschaltet, was zu elf Festnahmen und 112 Durchsuchungen führte. Im Januar 2026 koordinierten Europol, Eurojust und Interpol zudem die weltweite Operation Switch Off, bei der drei illegale IPTV-Dienste im industriellen Maßstab beschlagnahmt wurden. Im Mai 2026 zerschlugen italienische Behörden die Piraterie-Plattform CINEMAGOAL, welche unberechtigten Zugriff auf kostenpflichtige Streaming-Anbieter wie Netflix, Disney+ und Spotify vermittelt hatte.

Autorenbild Lisa Löw

Lisa

Löw

Junior Online-Redakteurin

IT-Verlag

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