Die KI-Nutzung im Norden springt auf 31 Prozent. Doch Sicherheitslücken bremsen den Erfolg. Warum die Skalierung scheitert.
Daten aus Finnland, Schweden und Norwegen belegen, dass die Überführung von Effizienz in messbare Werte nun die zentrale Herausforderung beim Einsatz künstlicher Intelligenz darstellt. Das berichtet Tieto.
Schweden führt das Ranking vor Finnland und Norwegen an
Inzwischen geben 31 Prozent der befragten Organisationen an, dass KI unternehmensweit in der Produktion eingesetzt wird. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei lediglich 7 Prozent. Auf der Ebene der Mitarbeitenden ist die Akzeptanz weit verbreitet. Rund 30 Prozent nutzen KI Lösungen in hohem Maße, während alle Befragten von einer gewissen Form der Nutzung berichten. Zudem haben bereits 29 Prozent der Organisationen damit begonnen, mit eigenen maßgeschneiderten KI Agenten zu experimentieren.
Die Einführung der Technologie variiert innerhalb von Nordeuropa erheblich. Schweden liegt mit 39 Prozent der Beschäftigten, die KI intensiv nutzen, an der Spitze. In Finnland liegt dieser Anteil bei 26 Prozent und in Norwegen bei 23 Prozent. Die Technologie ist bereits fester Bestandteil der täglichen Arbeit geworden. Die höchsten Nutzungsraten finden sich im IT-Betrieb mit 46 Prozent, gefolgt vom Kundendienst und der Software-Entwicklung mit jeweils 35 Prozent.
Effizienz bleibt der stärkste Motor für neue KI-Technologien
Mit 65 Prozent bleibt die Steigerung der Effizienz der entscheidende Faktor für die Einführung, was den Ergebnissen des Vorjahres entspricht. Weitere Motive umfassen die Modernisierung des Betriebs mit 35 Prozent, die Senkung von Kosten mit 32 Prozent sowie die Verbesserung der Kundenerfahrung mit 27 Prozent. Andreas Almquist von Tieto Tech Consulting stellt dazu fest, dass der Markt in der Pilot-Falle feststeckt. Die Skalierung werde durch die Organisation und nicht durch die Technologie zurückgehalten. Der wahre Wert liege in der sicheren Integration der KI in den Kernbetrieb mit klarer Verantwortung und Zielen.
Sicherheitsbedenken und fehlendes Know-How blockieren Wachstum
Bedenken hinsichtlich der Sicherheit und des Datenschutzes bleiben die größten Hindernisse bei der Ausweitung von KI-Projekten. Fast die Hälfte der Befragten, konkret 45 Prozent, nennt Sicherheitsaspekte als Hauptbarriere. Jutta Karjalainen von Tieto Tech Consulting erklärt hierzu, dass Datensicherheit und Datenschutzbedenken oft entstehen, wenn Nutzer KI-Tools außerhalb etablierter IT-Prozesse einsetzen. Ein weiteres Hindernis ist der Mangel an Kompetenzen, den 39 Prozent der Organisationen als bremsenden Faktor identifizieren.
Organisationen messen die Auswirkungen bisher vor allem durch kurzfristige operative Gewinne wie Produktivität mit 33 Prozent oder Kosteneinsparungen mit 31 Prozent. Allerdings fehlen bei 24 Prozent der Unternehmen immer noch formale Kennzahlen zur Erfolgsmessung. Dieser Wert schwankt je nach Markt erheblich. In Norwegen geben 31 Prozent an, über keine entsprechenden Messgrößen zu verfügen, während dieser Anteil in Finnland auf 17 Prozent sinkt.
Neue Richtlinien sollen verantwortungsvolle Nutzung sichern
Etwa ein Drittel der Befragten berichtet, dass Richtlinien für den verantwortungsvollen Einsatz von KI bereits vorhanden sind. Norwegen weist mit 38 Prozent den höchsten Anteil an fertigen Regelwerken auf. Schweden hingegen hat mit 16 Prozent den größten Anteil an Befragten, die über den Status ihrer internen Richtlinien unsicher sind. Magnus Hjelmfeldt von Tieto betont, dass die Implementierung von robuster Governance begleitet werden muss, um Risiken zu mindern und eine ethische Nutzung sicherzustellen.