Transparenter und einfacher

Microsoft strukturiert Windows Insider Programm grundlegend um

Windows
Bildquelle: PixieMe/Shutterstock.com

Microsoft vereinfacht das Windows Insider Programm mit neuen Kanälen und manuellen Feature-Flags, um die Zuverlässigkeit von Windows 11 nachhaltig zu steigern.

Microsoft hat den Startschuss für eine umfassende Neugestaltung des Windows Insider Programms gegeben. Ziel der Maßnahme ist es, die Komplexität der Testphasen zu reduzieren und die Transparenz gegenüber den Testern zu erhöhen. In einem begleitenden Blogbeitrag räumte das Unternehmen ein, dass die bisherige Kanalstruktur für viele Nutzer verwirrend war und oft zu Frustration führte. Insbesondere die Praxis der schrittweisen Einführung neuer Funktionen, bei der viele Tester angekündigte Features trotz installierter Updates nicht erhielten, stand in der Kritik.

Anzeige

Experimental-Kanal in Windows Insider Programm

Die zentrale Neuerung betrifft die Reduzierung der verfügbaren Kanäle auf zwei Hauptoptionen: den Experimental-Kanal und den Beta-Kanal. Damit verabschiedet sich Microsoft von der bisherigen Aufteilung in Canary, Dev und Beta, die ursprünglich eine klare Hierarchie nach Vorbild des Chromium-Projekts schaffen sollte, im Laufe der Zeit jedoch durch überlappende Funktionen unübersichtlich wurde. Alec Oot, verantwortlich für das Windows Update Erlebnis bei Microsoft, bezeichnete die eingeschränkte Verfügbarkeit von angekündigten Funktionen als das größte Ärgernis der Insider-Community.

Der neue Experimental-Kanal ersetzt die bisherigen Dev- und Canary-Kanäle. Er ist explizit für die Erprobung experimenteller Funktionen gedacht, die sich in einem frühen Entwicklungsstadium befinden und unter Umständen niemals in die finale Version von Windows 11 einfließen werden. Innerhalb dieses Kanals bietet Microsoft fortgeschrittenen Nutzern zudem die Möglichkeit, spezifische Windows-Kernversionen zu wählen. Dazu gehören die Version 26H1 sowie die sogenannten Future Platforms, welche die frühesten verfügbaren Vorschauversionen ohne direkte Bindung an ein spezifisches Verkaufsdatum darstellen.

Microsoft hat Beta-Kanal reformiert

Um dem Problem der ungleichen Feature-Verteilung zu begegnen, führt Microsoft im Experimental-Kanal eine neue Funktion namens Feature-Flags ein. Unter Einstellungen > Windows Update > Windows Insider Programm findet sich eine neue Seite, auf der Tester manuell entscheiden können, welche der angekündigten experimentellen Funktionen sie aktivieren möchten. Dies macht den Einsatz von Drittanbieter-Tools zur Freischaltung versteckter Systemkomponenten für offizielle Tester weitgehend überflüssig.

Anzeige

Der Beta-Kanal bleibt als zweite Säule erhalten, wurde jedoch grundlegend reformiert. Die wichtigste Änderung hierbei ist das Ende der schrittweisen Feature-Rollouts (Controlled Feature Rollout, CFR). Microsoft garantiert nun, dass alle Funktionen, die in den offiziellen Versionshinweisen für einen Beta-Build aufgeführt sind, nach der Installation für alle Nutzer dieses Kanals sofort verfügbar sind. Der Beta-Kanal richtet sich somit an Insider, die eine stabilere Umgebung bevorzugen und Funktionen testen möchten, die kurz vor der allgemeinen Veröffentlichung stehen.

Newsletter
Newsletter Box

Mit Klick auf den Button "Jetzt Anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.

Updates können ausgesetzt werden

Der Migrationsprozess für bestehende Teilnehmer hat bereits begonnen. Nutzer im Dev-Kanal werden schrittweise in den Experimental-Kanal überführt. Für Canary-Nutzer erfolgt die Umstellung basierend auf ihrer installierten Build-Serie: Wer die 28000er-Serie nutzt, wird in den Kanal Experimental (26H1) verschoben, während Nutzer der 29500er-Serie in den Kanal Experimental (Future Platforms) wechseln. Der Übergang für Teilnehmer des Beta-Kanals erfolgt automatisch auf das neue Beta-Erlebnis. Microsoft ermöglicht dabei in den meisten Fällen In-Place-Upgrades, sodass Anwendungen und Daten beim Kanalwechsel erhalten bleiben, sofern die Hardware-Kompatibilität gewährt ist. Nur der Wechsel weg von den Future Platforms erfordert weiterhin eine vollständige Neuinstallation des Systems.

Parallel zur Umstrukturierung der Kanäle hat Microsoft auch das Windows Update Erlebnis innerhalb der Insider-Builds optimiert. Zu den Neuerungen gehört eine erweiterte Pause-Funktion, mit der Updates über einen Kalender gezielt für bis zu 35 Tage ausgesetzt werden können, wobei diese Pause nun unbegrenzt oft verlängert werden kann. Zudem wurde das Power-Menü im Startmenü angepasst, um die Optionen zum Herunterfahren oder Neustarten klarer von anstehenden Updates zu trennen. Nutzer haben nun jederzeit die Wahl, ihr Gerät ohne Installation von Updates aus- oder einzuschalten. Ein weiterer Fortschritt ist die Möglichkeit, Updates bereits während der Ersteinrichtung des PCs (OOBE) zu überspringen, um schneller auf den Desktop zu gelangen.

Mit dem aktuellen Rollout wurden spezifische Builds für die neuen Kanäle veröffentlicht. Der Beta-Kanal erhält den Build 26220.8283, während für den Experimental-Kanal der Build 26300.8289 bereitsteht. Für die spezialisierten Experimental-Zweige wurden die Builds 28020.1873 (26H1) und 29576.1000 (Future Platforms) ausgegeben. Microsoft betont, dass diese strukturellen Änderungen ein direkter Ausdruck der Kundenrückmeldungen sind, um das Vertrauen in die Entwicklung von Windows 11 zurückzugewinnen und eine zuverlässigere Plattform für Entwickler und Enthusiasten gleichermaßen zu schaffen.

Autorenbild Lisa Löw

Lisa

Löw

Junior Online-Redakteurin

IT-Verlag

Anzeige

Weitere Artikel

Newsletter
Newsletter Box

Mit Klick auf den Button "Jetzt Anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.