KI als Einkaufsberater

Shopify will den Onlinehandel mit Agenten neu erfinden

Shopify
Bildquelle: JHVEPhoto/Shutterstock.com

Der E-Commerce-Riese Shopify will mit KI-Agenten den Onlinehandel verändern und sieht darin die größte Chance seit Jahren.

Der kanadische E-Commerce-Konzern Shopify sieht in KI-Agenten die nächste große Revolution des Onlinehandels. Das machte Unternehmenspräsident Harley Finkelstein auf dem Upfront Summit in Los Angeles deutlich.

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Das Potenzial ist noch riesig

Trotz des jahrelangen E-Commerce-Booms finden in den USA nach wie vor über 80 Prozent aller Einzelhandelsumsätze im stationären Handel statt. Finkelstein sieht genau darin die Chance für KI-Agenten. Sie könnten als völlig neuer Zugangsweg zum Onlinehandel dienen und so den digitalen Anteil am Gesamtmarkt erheblich steigern.

“Wir werden diese agentischen Anwendungen als persönliche Einkaufsberater nutzen”, sagte Finkelstein, betonte allerdings, dass die Einführung schrittweise erfolgen werde.

Personalisierung jenseits der klassischen Suche

Das große Versprechen dieser Technologie ist laut Finkelstein die Kontextualisierung. Heutige Suchmaschinen liefern bei einer Anfrage wie “Sneaker” vor allem Ergebnisse großer Händler. Ein KI-Agent, der die individuellen Vorlieben eines Nutzers kennt, könnte stattdessen gezielt passende Nischenmarken vorschlagen.

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“Agentisches Einkaufen basiert im Grunde auf Qualität und Relevanz, nicht auf Marktmacht”, erklärte Finkelstein.

Allerdings ist diese Darstellung etwas vereinfacht. Bereits heute passen Suchmaschinen und Onlineshops ihre Ergebnisse an das Nutzerverhalten an. KI-Agenten könnten dieses Prinzip jedoch auf ein deutlich höheres Niveau heben, indem sie Präferenzen umfassender verstehen und über einzelne Suchanfragen hinaus mitdenken.

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Kleine Händler im Fokus

Besonders betonte Finkelstein die Bedeutung für kleinere Anbieter, die auf der Shopify-Plattform oft Schwierigkeiten haben, überhaupt gefunden zu werden. KI-Agenten könnten hier als Entdecker fungieren und unbekannteren Marken zu Sichtbarkeit verhelfen.

“Der Chat-Assistent ist im Grunde ein authentischerer persönlicher Einkaufsberater, weil er keine Provision bekommt”, sagte er. “Er zeigt dir nur das, von dem er glaubt, dass du es tatsächlich kaufen willst.”

Mehrere KI-Projekte in Arbeit

Shopify arbeitet derzeit parallel an verschiedenen KI-Werkzeugen. Dazu gehört ein Assistent namens Sidekick, der Händlern im Tagesgeschäft helfen soll, sowie ein automatisierter Support-Agent. Außerdem entwickelt das Unternehmen ein Protokoll, über das KI-Agenten Produktinformationen von Händlern strukturiert abrufen können.

Finkelstein zeigte sich insgesamt sehr optimistisch: “Wir sind wahrscheinlich aufgeregter über diese neue Ära des Handels als jemals zuvor, weil wir glauben, dass sie enorme Chancen schaffen wird. Nicht nur für die großen Händler, sondern gerade auch für den Long Tail kleinerer Anbieter.”

Lars

Becker

Stellvertretender Chefredakteur

IT Verlag GmbH

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