Bis zu 20 Prozent der Meta-Belegschaft könnten gehen. Damit würde Zuckerberg den größten Stellenabbau seit dem selbst ausgerufenen „Jahr der Effizienz” einleiten.
Bei Meta bahnt sich ein massiver Umbruch an. Der Konzern erwägt laut einem Reuters-Bericht, bis zu ein Fünftel seiner Mitarbeiter zu entlassen. Bei einem aktuellen Personalstand von rund 79.000 Menschen wären das potenziell mehr als 15.000 Stellen. Weder ein Datum noch der endgültige Umfang stehen demnach fest, doch die Vorbereitungen laufen bereits: Führungskräfte seien angewiesen worden, entsprechende Pläne auszuarbeiten. Meta selbst spricht von „spekulativer Berichterstattung über theoretische Ansätze”.
Déjà-vu mit anderem Vorzeichen
Wer sich an 2022 erinnert, kennt das Muster. Damals strich Meta zunächst 11.000, wenig später weitere 10.000 Stellen und begründete das mit dem gescheiterten Metaverse-Hype und der Notwendigkeit, schlanker zu werden. Diesmal liegt der Fall anders. Es geht nicht um eine Kurskorrektur nach Fehlinvestitionen, sondern um die Finanzierung einer neuen Wette: generative KI.
Zuckerberg hat in den vergangenen Monaten eine Offensive gestartet. Meta will bis 2028 rund 600 Milliarden Dollar in Rechenzentren stecken, hat einzelnen KI-Forschern Gehaltspakete im dreistelligen Millionenbereich angeboten und erst diese Woche die Social-Networking-Plattform Moltbook übernommen, die auf KI-Agenten spezialisiert ist. Hinzu kommt die geplante Übernahme des chinesischen KI-Startups Manus für mindestens 2 Milliarden Dollar.
Die Rechnung geht bisher nicht auf
Gerade bei den eigenen KI-Modellen läuft es für Meta alles andere als rund. Die Llama-4-Reihe sorgte im vergangenen Jahr für Negativschlagzeilen, unter anderem wegen des Vorwurfs geschönter Benchmarks. Das ambitionierteste Modell, Behemoth, wurde nie veröffentlicht. Und auch das Nachfolgeprojekt Avocado, mit dem das neue Superintelligenz-Team Metas Ruf in der KI-Forschung wiederherstellen soll, bleibt offenbar hinter den Erwartungen zurück.
Branchenweiter Trend
Meta ist dabei kein Einzelfall. Amazon hat im Januar rund 16.000 Stellen abgebaut. Beim Fintech-Unternehmen Block ging vergangenen Monat fast die Hälfte der Belegschaft, wobei CEO Jack Dorsey ausdrücklich darauf verwies, dass KI-Werkzeuge kleinere Teams ermöglichten. Zuckerberg selbst argumentiert ähnlich: Projekte, für die früher große Teams nötig gewesen seien, könnten heute von einzelnen Mitarbeitern erledigt werden.
Das ist eine Argumentation, die in der Branche gerade Konjunktur hat. Ob sie im Fall von Meta aufgeht, wird sich zeigen. Denn während die Einsparungen beim Personal konkret sind, bleiben die versprochenen Effizienzgewinne durch KI bislang vor allem eins: ein Versprechen.