Moderne Security

Zero Trust und SASE: Unternehmen stehen vor Architektur-Herausforderungen

Zero Trust

Viele Unternehmen treiben die Einführung moderner Sicherheitskonzepte wie Zero Trust und SASE voran. Gleichzeitig basieren die meisten Netzwerkarchitekturen jedoch noch auf klassischen Modellen, die für hybride Arbeitsweisen und Cloud-Infrastrukturen nicht optimiert sind.

Das zeigt eine aktuelle Umfrage von Open Systems, Anbieter von co-managed SASE-Lösungen, unter 206 IT- und Security-Verantwortlichen in der DACH-Region.

Anzeige

Die Diskrepanz zwischen ambitionierter Security-Strategie und veralteter Netzwerkinfrastruktur erhöht den operativen Druck auf IT-Teams erheblich. Remote-Mitarbeitende, Cloud-Applikationen, Niederlassungen und On-Premises-Systeme müssen gleichzeitig abgesichert werden. Besonders herausfordernd ist der sogenannte Policy Sprawl, den 41 % der Befragten als größte operative Hürde sehen. Integrationsprobleme, inkonsistente Nutzererfahrungen und wachsende Komplexität prägen ebenfalls den Arbeitsalltag.

Regulatorischer Druck und langsame Integration

Die Sicherheitslandschaft verändert sich rasant: Vorgaben wie NIS-2, DORA und DSGVO zwingen Organisationen, Zugriffskontrollen und Transparenz neu zu denken. Sieben von zehn Unternehmen haben klassische VPN-Modelle bereits hinter sich gelassen. Gleichzeitig verfügen nur 12 % über eine vollständig integrierte Zero-Trust-Architektur – ein deutliches Signal, dass viele Organisationen noch mitten im Transformationsprozess stehen.

Ein besonders auffälliger Punkt der Umfrage: Nur 16 % der Unternehmen haben ein softwaredefiniertes Wide Area Network (SD-WAN) implementiert. Die meisten SASE-Initiativen laufen weiterhin auf älteren Netzwerkdesigns, was die Vorteile moderner Security-Ansätze teilweise limitiert.

Anzeige

Co-managed SASE als pragmatische Lösung

Viele Unternehmen erkennen, dass sie die Transformation alleine nicht stemmen können. 58 % der Befragten bevorzugen daher ein co-managed SASE-Modell, das interne Kontrolle mit 24/7-Expertenbetrieb kombiniert. Auch KI wird pragmatisch eingesetzt: Fast die Hälfte der Unternehmen setzt auf KI-Unterstützung bei Monitoring, Anomalieerkennung und Ticket-Automatisierung – nicht aus Trendgründen, sondern um messbare operative Entlastung zu erreichen.

In der Industrie verschieben sich die Prioritäten klar in Richtung Verfügbarkeit: 63 % der OT-Verantwortlichen sehen den Schutz kritischer Maschinen und Systeme als Top-Priorität für 2026, gefolgt von Zugriffskontrollen für Lieferanten und Operatoren (28 %) sowie kontinuierlichem Monitoring und Audit-Readiness (26 %).

Newsletter
Newsletter Box

Mit Klick auf den Button "Jetzt Anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.

Modernes Netzwerk als Fundament

„Unternehmen wollen die Vorteile von Zero Trust und SASE, versuchen aber häufig, moderne Security auf der Netzwerkarchitektur von gestern zu betreiben“, so Stefan Keller, Chief Product Manager bei Open Systems. Für Performance, Transparenz und Konsistenz müssten Netzwerk- und Security-Architektur gemeinsam weiterentwickelt werden.

Die Botschaft der Umfrage ist klar: Unternehmen sind bereit für Zero Trust und SASE, benötigen jedoch ein Netzwerk-Fundament, das diese Konzepte zuverlässig trägt. Co-managed Modelle, die Netzwerk- und Security-Betrieb zusammenführen, bieten dafür eine pragmatische Lösung.

Pauline Dornig

Pauline

Dornig

Online-Redakteurin

IT Verlag GmbH

Anzeige

Artikel zu diesem Thema

Weitere Artikel

Newsletter
Newsletter Box

Mit Klick auf den Button "Jetzt Anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.