Der Bundesverband IT-Sicherheit (TeleTrusT) sieht in der zügigen Weiterentwicklung des D-Stack einen wichtigen Schritt für die Verwaltungsdigitalisierung. Der Verband will sich erneut aktiv in die Konsultation einbringen.
Der Bundesverband zeigt sich zufrieden mit der raschen Aktualisierung des Deutschland-Stacks durch das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung. Der D-Stack ist eine nationale, souveräne Technologie-Plattform, mit der Deutschland seine Verwaltung und staatlichen Digitalvorhaben einheitlich digitalisieren will. Die Plattform bündelt zentrale IT-Bausteine wie Infrastruktur, Basisdienste und Standards, die Bund, Länder und Kommunen gemeinsam nutzen sollen.
Gemeinsame Infrastruktur für alle Verwaltungsebenen
Die Idee dahinter: Der Deutschland-Stack wird als Technologie-Plattform für die Digitalisierung der gesamten öffentlichen Verwaltung definiert, also für Bund, Länder und Kommunen. Er soll eine sichere, interoperable und europäisch anschlussfähige Infrastruktur bieten, damit Behörden auf gemeinsamen Standards und Diensten aufbauen können.
Konkret umfasst die technische Basis Cloud- und IT-Dienste, einheitliche Schnittstellen sowie Entwicklungs- und Betriebsumgebungen für Verwaltungssoftware. Als Basisdienste sind digitale Identitäten (eID/EUDI-Wallet), Bezahlfunktionen, eine Daten-“Autobahn” für das Once-Only-Prinzip (NOOTS), eine Verwaltungscloud und weitere wiederverwendbare Module geplant.
Der D-Stack ist das richtige Mittel, um die Digitalisierung der Verwaltung spürbar und sichtbar voranzubringen
TeleTrusT-Vorstand Dr. Kim Nguyen
TeleTrusT bringt IT-Sicherheits-Expertise ein
Der Verband hatte sich bereits an der ersten Konsultationsphase beteiligt und will auch bei der zweiten Runde mitmischen. Dabei greifen die Planer Forderungen auf, die TeleTrusT bereits kommentiert hatte, etwa dass Stack-Elemente in Ende-zu-Ende digitalisierten und anschlussfähigen Prozessen verwendet werden müssen und auf dem neuesten Stand der Technik sein sollen.
“Der D-Stack ist das richtige Mittel, um die Digitalisierung der Verwaltung spürbar und sichtbar voranzubringen”, sagt TeleTrusT-Vorstand Dr. Kim Nguyen. “Seitens TeleTrusT werden wir uns gerne an der zweiten Phase der Konsultation beteiligen und dabei die Expertise unserer Mitglieder insbesondere in Hinsicht auf IT-Sicherheit, Architektur und digitale Souveränität einbringen.” Nguyen betont: “So wollen wir unseren Teil dazu leisten, noch im Jahr 2026 eine spürbare Entwicklung und Verbesserung zu ermöglichen.”
Ziel: Mehr Souveränität bis 2028
Das mehrjährige Vorhaben des Bundesministeriums soll die Verwaltung modernisieren, Verfahren beschleunigen und Medienbrüche abbauen, indem überall dieselben Basisbausteine genutzt werden. Ein weiteres wichtiges Ziel: die digitale Souveränität stärken, also mehr Kontrolle über kritische Verwaltungs-IT erlangen, weniger Abhängigkeit von einzelnen Herstellern schaffen und die Sicherheit verbessern.
Bis etwa 2028 sollen konkrete, nutzbare Angebote für alle Verwaltungsebenen bereitstehen. Dazu gehören ein Portfolio und eine Roadmap sowie klare Governance- und Beschaffungsstrukturen, die mit Ländern, Kommunen und Wirtschaft abgestimmt werden. TeleTrusT sieht im Deutschland-Stack eine “wichtige Grundlage für interoperable, sichere und souveräne digitale Verwaltungsstrukturen” und unterstütze dessen Weiterentwicklung im engen Dialog mit Politik und Verwaltung.