Fachkräftemangel, KI-Rückstand und verhaltene Marktstimmung

Trends 2026: Rechenzentren im Fokus

Rechenzentrum, Rechenzentren, RZ

Der Arbeitsmarkt in der Immobilien, Bau und Infrastrukturwirtschaft bleibt auch 2026 angespannt. Eine aktuelle Trendauswertung der Personalberatung Cobalt Recruitment zeigt, dass sich mehrere Entwicklungen überlagern.

Besonders deutlich treten der steigende Bedarf an Spezialwissen, die schleppende KI Integration in Europa und strukturelle Standortprobleme zutage.

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Rechenzentren werden zum Engpassfaktor

Der europaweite Ausbau von Rechenzentren schreitet weiter voran. Treiber sind Cloud Dienste, datenintensive Geschäftsmodelle und der zunehmende Einsatz von KI Anwendungen. Parallel dazu verschärft sich jedoch der Mangel an qualifizierten Fachkräften. Gesucht werden vor allem Experten aus Elektrotechnik, technischer Gebäudeausrüstung, Energieversorgung und dem operativen Rechenzentrumsbetrieb.

Da der Markt kaum ausreichend erfahrenes Personal hergibt, reagieren viele Unternehmen mit langfristiger Planung. Interne Weiterbildungsprogramme gewinnen an Bedeutung und internationale Rekrutierung wird ausgeweitet. Der Betrieb kritischer digitaler Infrastruktur entwickelt sich damit auch personalseitig zu einer strategischen Daueraufgabe.

Künstliche Intelligenz bleibt in Europa unter Potenzial

Ein weiteres zentrales Ergebnis betrifft den Einsatz von KI in Unternehmen. International agierende Konzerne binden KI längst systematisch in operative Prozesse ein. In vielen europäischen Unternehmen beschränkt sich die Nutzung hingegen auf einzelne Werkzeuge ohne übergeordnete Strategie.

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Vor allem im Mittelstand fehlt es häufig an klaren Zuständigkeiten für KI Themen. Ohne dedizierte Rollen für Analyse, Einführung und Skalierung bleiben Effizienzgewinne und Innovationspotenziale weitgehend ungenutzt. Damit droht sich der Rückstand gegenüber internationalen Wettbewerbern weiter zu vergrößern.

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Standort wird zur Recruiting Hürde

Unabhängig von Branche und Unternehmensgröße verschärft sich die Situation bei Stellen außerhalb von Ballungsräumen. Fachkräfte bevorzugen weiterhin urbane Standorte, während Positionen in ländlichen Regionen zunehmend schwer zu besetzen sind.

Flexible Arbeitsmodelle können dieses Problem nur teilweise abfedern. Gerade in technischen Funktionen, etwa im Betrieb von Infrastruktur oder Rechenzentren, ist physische Präsenz oft unverzichtbar. Unternehmen müssen daher stärker über Standortattraktivität, Pendelmodelle und regionale Qualifizierung nachdenken.

Gedämpfte Aussichten für Bau und Immobilien

Auch für die Immobilien und Bauwirtschaft zeichnet sich 2026 kein schneller Aufschwung ab. Investoren und Entwickler agieren weiterhin vorsichtig, Finanzierungen bleiben restriktiv und Projektentscheidungen werden verzögert getroffen.

Während Core Assets und Rechenzentren vergleichsweise stabil nachgefragt werden, stehen Wohn und Büroimmobilien weiterhin unter Druck. Die erhoffte Markterholung verschiebt sich damit auf unbestimmte Zeit.

Die Analyse macht deutlich, dass 2026 weniger von kurzfristigen Impulsen als von strukturellen Anpassungen geprägt sein wird. Fachkräftemangel, insbesondere im Umfeld digitaler Infrastruktur, wird zur Wachstumsbremse. Gleichzeitig entscheidet der systematische Einsatz von KI zunehmend über Wettbewerbsfähigkeit. Unternehmen, die Personalentwicklung, Technologieeinsatz und Standortstrategien frühzeitig verzahnen, verschaffen sich in diesem Umfeld klare Vorteile.

Pauline Dornig

Pauline

Dornig

Online-Redakteurin

IT Verlag GmbH

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