Model Context Protocol als Schnittstelle

Windows 11: KI-Assistenten erhalten Explorer-Zugriff auf lokale Dateien

Bildquelle: mundissima / Shutterstock.com

Microsoft testet Integration von KI-Anwendungen in den Datei-Explorer. Dienste wie Claude sollen künftig direkt auf lokale Dateien zugreifen können. Das zwar ohne Cloud-Upload, aber mit Zugriff aufs gesamte Dateisystem.

Microsoft arbeitet an einer tiefgreifenden Änderung in Windows 11: Künftig sollen KI-Dienste wie Claude oder Manus AI auf Wunsch direkt mit dem Datei-Explorer interagieren können, wie WindowsLatest berichtet. Anders als beim bisherigen manuellen Upload würden die Systeme eigenständig auf lokale Dateien zugreifen, und das nach vorheriger Nutzerfreigabe, wie das Unternehmen betont.

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Vom Randfeature zur Systemfunktion

Bisher fallen die KI-Funktionen im Explorer überschaubar aus: Vier Bildbearbeitungsoptionen stehen zur Verfügung, die lediglich zu vorhandenen Windows-Tools wie Paint oder der Fotos-App weiterleiten. Die geplante Erweiterung geht deutlich darüber hinaus.

Das quelloffene Model Context Protocol (MCP) dient als technische Schnittstelle zwischen Betriebssystem und KI-Anwendungen. Über dieses Protokoll können externe Dienste Berechtigungen für den Dateizugriff anfordern. Microsoft zufolge bleiben die Dateien dabei lokal. Es erfolge kein Upload in die Cloud, sondern nur ein direktes Auslesen der Inhalte.

Unklare Kontrollmöglichkeiten

Die Implementierung birgt allerdings ein grundsätzliches Problem: Nutzer können nicht nachvollziehen, welche Dateien eine KI tatsächlich auswertet, sobald der Explorer-Zugriff einmal erteilt wurde. Der Zugang beschränkt sich nicht auf einzelne Dokumente, sondern erstreckt sich potenziell auf das gesamte Dateisystem.

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Als Einsatzszenario nennt Microsoft etwa die Website-Erstellung: Eine KI durchsucht lokale Bildordner, wählt passende Fotos aus und baut daraus automatisch eine Webpräsenz. Auch das Auswerten größerer Dokumentensammlungen für Zusammenfassungen oder Präsentationen soll möglich werden.

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Rollout-Zeitplan bleibt vage

Einzelne Features wie die Dokumentenanalyse über Microsoft 365 sollen in den kommenden Wochen verfügbar werden. Wann genau die umfassende KI-Integration startet, kommuniziert das Unternehmen nicht. Auffällig: Präsentationsmaterial zur neuen Funktion verschwand zeitweise von den Microsoft-Servern.

Lars

Becker

Redakteur

IT Verlag GmbH

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