Unnötige Fachbegriffe

“Corporate Speak” bremst Produktivität und Teamwork aus

Fragezeichen

Buzzwords und Fachbegriffe gehören in vielen Unternehmen zum Alltag. Doch was Manager oft für professionell halten, kann kontraproduktiv sein: Laut einer neuen Studie schadet übermäßiger Corporate Speak, also Business-Sprech, der Verständigung zwischen Kollegen erheblich.

Fachjargon gehört in vielen Unternehmen zum Alltag. Begriffe wie “Synergieeffekte”, “Stakeholder-Management”, “Deep Dive”, “Best Practices”, “Change Management”, “Pain Points” oder “Key Performance Indicators” gehören in deutschen Büros zum Standard-Vokabular. Doch was Manager oft für professionell halten, kann kontraproduktiv sein: Laut einer neuen Studie schadet übermäßiger Workplace-Jargon der Verständigung zwischen Kollegen erheblich.

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Die Untersuchung der University of Florida zeigt, dass komplizierte Unternehmenssprache nicht nur die Informationsverarbeitung erschwert, sondern auch das Selbstvertrauen der Mitarbeiter untergräbt. Das Ergebnis: Betroffene scheuen sich davor, Rückfragen zu stellen oder Wissen zu teilen – genau das Gegenteil dessen, was moderne Arbeitsplätze benötigen.

Generationsunterschiede beim Umgang mit Fachsprache

Besonders aufschlussreich sind die altersabhängigen Reaktionsmuster: Während ältere Beschäftigte zwar mehr Mühe beim Entschlüsseln von Jargon haben, neigen sie eher dazu, bei Unklarheiten nachzuhaken. Jüngere Arbeitnehmer hingegen ziehen sich zurück und reduzieren den Informationsaustausch, wenn sie von unverständlichen Begriffen überfordert werden.

“Das deutet darauf hin, dass junge Mitarbeiter in solchen Situationen besonders verletzlich sind”, wie Studien-Co-Autorin Dr. Olivia Bullock bei Phys.org zitiert wird. Ihr Rat an Führungskräfte: Bei der Einarbeitung neuer Kollegen auf klare, verständliche Kommunikation setzen.

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Experimenteller Nachweis der negativen Auswirkungen

Für die im International Journal of Business Communication veröffentlichte Studie entwickelten die Forscher ein Szenario mit rund 2000 Testpersonen. Diese sollten sich in die Rolle frischer Mitarbeiter versetzen, die wichtige Arbeitsanweisungen per E-Mail erhalten.

Ein Teil der Probanden bekam dabei eine mit Fachbegriffen gespickte Nachricht vorgelegt, der andere eine Version in allgemeinverständlicher Sprache. Das Resultat war eindeutig: Die jargonlastige Variante führte nicht nur zu Verständnisproblemen, sondern auch zu Verunsicherung und geringerer Kooperationsbereitschaft.

Die Studienleiterin Bullock zieht ein klares Fazit: “Reduzieren Sie Jargon wo immer möglich. Die vermeintlichen Vorteile wiegen die Nachteile nicht auf.”

Lars

Becker

Redakteur

IT Verlag GmbH

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