Kurze Zwangspause

WordPress-Machtkampf: CEO gefeuert und postwendend zurück

WordPress

Erst wurde WordPress-Gründer Matt Mullenweg vom eigenen Board als CEO abgesetzt, jetzt ist er wieder da. Automattic bestätigt seine Rückkehr, ganz reibungslos verlief der Machtwechsel jedoch nicht.

Wie das Portal TechCrunch berichtet, ist Matt Mullenweg wieder als Chairman und CEO von Automattic im Amt. Ein Sprecher des Unternehmens teilte dies am Samstagabend per E‑Mail mit und betonte, das Board stehe voll hinter Mullenweg. Auch zahlreiche Führungskräfte und Beschäftigte würden ihn öffentlich unterstützen, hieß es weiter, ein Hinweis, der sich offenbar auf zustimmende Beiträge bezog, die auf der Plattform X kursierten und die Mullenweg zuvor über seinen eigenen Account verbreitet hatte.

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Board setzte Mullenweg vor die Tür

Nur wenige Tage vor dieser Bestätigung hatte das Board noch anders entschieden und Mullenweg bezahlt freigestellt. Über die Hintergründe drang nichts nach außen. Für Mullenweg selbst kam der Schritt offenbar aus heiterem Himmel. Im internen Firmenchat warf er einzelnen Boardmitgliedern öffentlich vor, hinter seinem Rücken gegen ihn zu arbeiten. Automattic bestätigte gegenüber TechCrunch, dass Mullenweg sich in einer Auszeit befinde und dass in der Zwischenzeit Finanzchef Mark Davies als Interims CEO das Vertrauen des Boards genieße.

Rückeroberung über Slack

Damit war die Sache jedoch nicht erledigt. Wie mehrere Insider berichteten, entzog Mullenweg kurzerhand anderen Administratoren die Zugriffsrechte auf den firmeneigenen Kommunikationskanal und verkündete der Belegschaft, die Angelegenheit sei geklärt, er habe die Zügel wieder in der Hand. In einer weiteren Nachricht bezeichnete er sich selbst scherzhaft als Piraten und griff dabei zu ungewöhnlich derber Wortwahl. Die Personalabteilung bat er, sich bei Rückfragen direkt an ihn zu wenden, da seine gewohnten Kontaktpersonen momentan mit Davies beschäftigt seien.

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Statt Klarstellung ein Beitrag über ein Hausboot

Als TechCrunch bei Mullenweg nachfragte, ob seine Ankündigung zur Rückkehr ernst gemeint sei, versprach er zunächst einen erklärenden Blogeintrag. Veröffentlicht wurde dann allerdings ein Text über den Kauf eines Hausboots, ohne jeden Bezug zu seiner beruflichen Situation. Auf erneute Nachfrage, ob dies wiederum nur Spott gewesen sei, entgegnete er, er sei kein Troll, sondern eben ein Pirat. Auf X ließ er zudem durchblicken, dass es sich seiner Zählung nach bereits um den fünften Versuch handle, ihn aus dem Amt zu drängen.

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Eine ausführliche offizielle Erklärung blieb von Mullenweg bislang aus. Auch zu Gerüchten über einen möglichen Rückzug von Boardmitglied Toni Schneider äußerte sich Automattic zunächst nicht. Schneider hatte einst als einer der Gründungs-CEOs bei Automattic gewirkt und steht inzwischen an der Spitze des sozialen Netzwerks Bluesky.

Wie es mit der Zusammensetzung des Boards weitergeht, bleibt vorerst offen.

(red)

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