Immer mehr Auftraggeber werfen IT-Dienstleistern mangelhafte Arbeit vor. Das Phänomen ist in der Branche mittlerweile Normalität und trifft laut einer Studie auch Unternehmen, die gute Arbeit leisten.
Schlechtleistungs-Vorwürfe gehören für IT-Dienstleister längst zum Alltag. Nach einer aktuellen Umfrage des Spezialversicherers Hiscox sahen sich 75 Prozent der befragten Unternehmen im vergangenen Jahr mit Anschuldigungen ihrer Auftraggeber konfrontiert, ihre Leistungen seien mangelhaft. Das entspricht einem deutlichen Anstieg gegenüber dem Vorjahr, als noch 61 Prozent der Dienstleister betroffen waren.
Die Zahlen stammen aus einer Erhebung, die das Marktforschungsunternehmen Statista im September 2025 im Auftrag von Hiscox durchgeführt hat. Befragt wurden 200 Entscheider aus IT-Dienstleistungsunternehmen, vorwiegend aus mittelständischen und größeren Firmen mit 100 oder mehr Mitarbeitern.
Vorwürfe treffen auch bei guter Arbeit
Marc Thamm, Product Head Technology & General Liability bei Hiscox, sieht in den Ergebnissen ein Warnsignal für die Branche. “Vorwürfe wegen Schlechtleistung sind längst kein Ausnahmefall mehr, sondern gehören zum ganz normalen Projektalltag vieler IT-Dienstleister”, erklärt er. Selbst einwandfreie Arbeit schütze nicht zwangsläufig vor Anschuldigungen.
Für kleinere und mittelständische Unternehmen können solche Konflikte existenzbedrohend werden. Ein einzelner Rechtsstreit reiche oft aus, um erhebliche finanzielle Belastungen zu verursachen, unabhängig davon, ob die Vorwürfe berechtigt sind oder nicht.
Versicherer rät zu Berufshaftpflicht
Als Konsequenz empfiehlt Hiscox IT-Dienstleistern den Abschluss einer spezialisierten Berufshaftpflichtversicherung. Diese decke nicht nur tatsächlich entstandene Schäden ab, sondern schütze auch vor den Kosten unbegründeter Forderungen und langwieriger juristischer Auseinandersetzungen, so Thamm.
(lb/Hiscox)