Drei Stunden täglich

180 Minuten pro Tag: Smartphones prägen Alltag immer stärker

Smartphone

Die Nutzung des Smartphones in Deutschland hat deutlich zugenommen, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Die repräsentative Umfrage des Digitalverbands Bitkom unter 1.006 Personen ab 16 Jahren zeigt, verbringen Nutzerinnen und Nutzer inzwischen durchschnittlich 180 Minuten pro Tag mit ihrem Gerät. Im Vorjahr lag der Wert noch bei rund 150 Minuten.

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Damit wird klar: Das Smartphone ist längst mehr als ein Kommunikationsmittel. Es ist Navigationshilfe, Streamingplattform, Bankfiliale, Messenger, Wetterstation und Zugang zu sozialen Netzwerken in einem.

Junge Menschen besonders intensiv unterwegs

Vor allem jüngere Menschen nutzen ihr Smartphone überdurchschnittlich häufig. In der Altersgruppe der 16- bis 29-Jährigen summiert sich die tägliche Nutzung auf 216 Minuten. Bei den 30- bis 49-Jährigen sind es 192 Minuten, bei den 50- bis 64-Jährigen 177 Minuten. Erst ab 65 Jahren sinkt die tägliche Nutzungsdauer deutlich auf 113 Minuten.

Dr. Sebastian Klöß, Experte für Consumer Technology beim Bitkom, beschreibt den Bedeutungswandel so: „Das Smartphone ist für viele längst die Fernbedienung des Alltags: vom Ticket über Banking bis zur Verabredung. Gerade Jüngere organisieren Kommunikation, Unterhaltung und viele Erledigungen fast komplett über das Gerät.“

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Dabei gehe es nicht nur um eine längere Bildschirmzeit, sondern um neue Routinen. „Wer vieles mobil erledigt, nutzt das Smartphone häufiger, kürzer und über den Tag verteilt“, so Klöß weiter.

Telefonieren nur ein Teil der Nutzung

Obwohl das Smartphone ursprünglich vor allem zum Telefonieren gedacht war, spielt dieser Aspekt heute eine vergleichsweise kleine Rolle. Im Durchschnitt entfallen lediglich 26 Minuten pro Tag auf klassische Telefonate. Gemessen an der gesamten Nutzungsdauer ist das nur ein Bruchteil.

Interessant ist, dass sich die Gesprächsdauer bis zum Alter von 64 Jahren kaum unterscheidet. Erst bei den über 65-Jährigen sinkt sie auf durchschnittlich 18 Minuten pro Tag. Laut Klöß könnte dies daran liegen, dass in älteren Altersgruppen das Festnetztelefon weiterhin stärker genutzt wird.

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Auch beim Telefonieren verändert sich das Verhalten

Nicht nur die Dauer, auch die Art des Telefonierens hat sich gewandelt. Nur noch etwas mehr als die Hälfte der Befragten hält das Smartphone beim Telefonieren klassisch ans Ohr. Fast ebenso verbreitet ist das Telefonieren mit Kopfhörern oder Headset. Viele nutzen außerdem die Freisprechfunktion oder halten das Gerät vor den Mund.

Diese Entwicklung zeigt, dass das Smartphone längst kein reines Telefon mehr ist, sondern ein multifunktionales Alltagsgerät. Die steigende Nutzungsdauer spiegelt weniger eine einzelne Tätigkeit wider als vielmehr die Vielzahl an Anwendungen, die sich auf einem Gerät bündeln.

Die aktuelle Bitkom-Erhebung veranschaulicht, wie stark das Smartphone in den Alltag integriert ist. Besonders jüngere Menschen organisieren große Teile ihres Lebens mobil. Telefonieren bleibt zwar Bestandteil der Nutzung, steht jedoch nicht mehr im Mittelpunkt.

Pauline Dornig

Pauline

Dornig

Online-Redakteurin

IT Verlag GmbH

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