Rückverfolgbar ab Werk

Made in Japan: Fujitsu greift Souveränitätsmarkt an

Fujitsu
Bildquelle: Sergiy Palamarchuk/Shutterstock.com

Fujitsu will demnächst KI-Server unter dem Label “Made in Japan” produzieren, mit Nvidia-GPUs und einem eigenen Prozessor. Die Initiative zielt auf Kunden ab, denen Datensouveränität wichtig ist.

Fujitsu hat angekündigt, ab März 2026 souveräne KI-Server in Japan zu fertigen. Produktionsstandort ist das Kasashima-Werk der Fujitsu-Gruppe, bekannt aus der Herstellung des Supercomputers Fugaku. Zusätzlich sollen im Geschäftsjahr 2026, das am 31. März 2027 endet, auch Server mit Fujitsus eigenem FUJITSU-MONAKA-Prozessor folgen.

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Alles unter einem Dach

Geopolitische Spannungen, eine angespannte Cybersicherheitslage und immer dickere Regulierungsordner haben das Thema digitale Souveränität vom Konferenzschlagwort zur echten Geschäftsanforderung gemacht. In Japan sorgt das Gesetz zur Förderung der Wirtschaftssicherheit dafür, dass Betreiber kritischer Infrastrukturen ihre IT-Lieferketten offenlegen und kontrollieren müssen. Wer da auf Server aus undurchsichtigen globalen Lieferketten setzt, hat ein Problem.

Fujitsu will genau dieses Problem lösen: Die neue Serverlinie werde von der Leiterplattenbestückung bis zur finalen Montage vollständig in Japan gefertigt, mit lückenloser Rückverfolgbarkeit als zentralem Versprechen.

Nvidia-GPUs und ein eigener Prozessor

Die ersten Modelle kommen mit Nvidia HGX B300 sowie Nvidia RTX PRO 6000 Blackwell Server Edition GPUs. Wer noch mehr Kontrolle will, greift zur Variante mit dem hauseigenen FUJITSU-MONAKA-Prozessor. Der basiert auf der Arm-Architektur und bringt Confidential-Computing-Funktionen mit, sodass sensible Daten auch während der Verarbeitung geschützt bleiben. Die Leiterplattenproduktion startet im Juni 2026, die Gerätemontage bereits im März.

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Super Micro als Partner, Europa als Zielmarkt

Bei der Umsetzung setzt Fujitsu auf einen bekannten Namen: Super Micro Computer übernimmt gemeinsam mit Fujitsu Planung, Entwicklung, Fertigung, Vertrieb und Wartung. Supermicro kennt das Geschäft, das Unternehmen beliefert unter anderem große Hyperscaler mit KI-Serverhardware.

Als Absatzmärkte hat Fujitsu neben Japan auch Europa im Visier. Angesichts wachsender Debatten über Abhängigkeiten von US- und China-Lieferketten will man offenbar die Gunst der Stunde nutzen. Konkrete Verfügbarkeitsdaten für einzelne europäische Länder nannte Fujitsu bislang allerdings nicht.

(lb/Fujitsu)

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