Vorsprung wächst

LinkedIn lässt Xing immer weiter hinter sich

Linkedin
Bildquelle Bangla press/Shutterstock.com

LinkedIn hat Xing als führendes Karrierenetzwerk in Deutschland klar abgehängt, und der Abstand wächst weiter.

Lange Zeit war Xing die erste Adresse für berufliche Vernetzung in Deutschland. Doch diese Ära scheint endgültig vorbei zu sein. Aktuelle Daten aus dem YouGov BrandIndex zeigen: Im Februar 2026 nutzen 15 Prozent der deutschen Verbraucher LinkedIn, während Xing nur noch auf 8 Prozent kommt. Damit hat sich das Verhältnis der beiden Plattformen innerhalb weniger Jahre deutlich verschoben.

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Xing bis 2021 noch vorne, dann der Wendepunkt

Bis Ende 2021 hatte Xing noch die Nase vorn. Danach überholte LinkedIn das deutsche Netzwerk und wächst seitdem kontinuierlich weiter. Xings Nutzerzahlen stagnieren derweil weitgehend. Insgesamt nutzt etwa jede sechste Person in Deutschland (17 Prozent) mindestens eines der beiden Karrierenetzwerke. 83 Prozent verzichten komplett darauf.

Die Befragung aus dem Mai 2025, für die 2.033 Personen repräsentativ nach Alter, Geschlecht und Region befragt wurden, bestätigt diesen Trend: 13 Prozent der Befragten gaben an, LinkedIn zu nutzen, nur 7 Prozent Xing.

LinkedIn-Nutzer sind deutlich aktiver

Neben der schieren Nutzerzahl unterscheiden sich die Plattformen auch in der Intensität der Nutzung erheblich. Jeder dritte LinkedIn-Nutzer (32 Prozent) greift im Durchschnitt mindestens einmal täglich auf das Netzwerk zu. Bei Xing sind es gerade einmal 12 Prozent. LinkedIn ist damit nicht nur weiter verbreitet, sondern hat sich offenbar als fester Bestandteil beruflicher Alltagsroutinen etabliert.

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Kathrin Schäfer, Research Manager bei YouGov, sieht darin eine strukturelle Verschiebung: „Die aktuelle Nutzung von Karrierenetzwerken in Deutschland zeigt eine klare Marktverlagerung: LinkedIn hat das deutsche Netzwerk Xing nicht nur zahlenmäßig überholt, sondern etabliert sich zunehmend als zentraler Kanal für berufliche Vernetzung und Karriereentwicklung.”

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Männer mittleren Alters dominieren beide Netzwerke

Beim Blick auf die Demografie zeigen sich interessante Unterschiede zwischen den Plattformen. Beide werden häufiger von Männern genutzt: LinkedIn kommt auf 16 Prozent bei Männern gegenüber 10 Prozent bei Frauen, Xing auf 9 Prozent bei Männern und 5 Prozent bei Frauen.

Beim Alter zeigt sich: Über die Hälfte der LinkedIn-Nutzer (52 Prozent) ist zwischen 25 und 44 Jahren alt, davon 27 Prozent in der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen. Xing hat einen etwas älteren Nutzerstamm – knapp jeder zweite Nutzer ist zwischen 35 und 54 Jahre alt, und nur 12 Prozent gehören zur jüngeren Kohorte der 25- bis 34-Jährigen. LinkedIn zieht also deutlich stärker jüngere Berufstätige an.

Auch beim Bildungsgrad liegt LinkedIn vorne: 71 Prozent der Nutzer haben einen Universitäts- oder Fachhochschulabschluss, bei Xing sind es 63 Prozent.

Handlungsbedarf für Xing

Prof. Dr. René Arnold von der Macromedia University of Applied Sciences benennt die Konsequenz für Xing unmissverständlich: „Wer präsent ist, dominiert den Markt. Die hohe Aktivität der LinkedIn-Nutzer macht sichtbar, dass das Netzwerk zum festen Bestandteil beruflicher Routinen geworden ist. Für Xing heißt das, Relevanz nicht zu verwalten, sondern durch klare Differenzierung und neue Zielgruppen aktiv zu erobern.”

Für Xing dürfte die Lage damit strukturell schwierig bleiben: Wer weniger aktive Nutzer hat, ist für Recruiter und Unternehmen schlicht weniger interessant.

Lars

Becker

Stellvertretender Chefredakteur

IT Verlag GmbH

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