Die Google-Muttergesellschaft Alphabet hat am Montag erstmals die Marke von 4 Billionen US-Dollar Börsenwert durchbrochen und Apple als zweitwertvollstes Unternehmen weltweit hinter sich gelassen.
Apple setzt auf Google-KI für Siri-Neugestaltung
Damit reiht sich der Konzern hinter Nvidia, Microsoft und Apple als viertes Unternehmen in den Club der 4-Billionen-Unternehmen ein. Ausschlaggebend für den Kursanstieg war Apples Entscheidung, Googles KI-Modell Gemini als technische Grundlage für eine umfassende Überarbeitung des Sprachassistenten Siri einzusetzen. Der iPhone-Hersteller begründete die Wahl damit, dass Googles Technologie die beste Basis für die Apple Foundation Models darstelle. Finanzielle Details zur Vereinbarung wurden nicht kommuniziert.
Alphabet übertrifft Tech-Elite mit 65 Prozent Kursplus
Die Alphabet-Aktie verzeichnete 2025 einen Zuwachs von etwa 65 Prozent und übertraf damit die Entwicklung der anderen “Magnificent Seven”-Technologiewerte deutlich. Dieser Erfolg spiegelt einen Wandel in der Anlegerstimmung wider, nachdem der Konzern seine KI-Strategie durch Produktneuheiten wie die aktuelle Gemini-Version und den Bildgenerator Nano Banana untermauern konnte. Konkurrent OpenAI enttäuschte hingegen mit der Präsentation seines GPT-5-Modells.
Cloud-Sparte wird zum Umsatztreiber
Neben der dominanten Suchmaschine und dem Browser entwickelte sich besonders die Cloud-Sparte zum Wachstumsmotor. Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 34 Prozent, der Auftragsbestand erreichte 155 Milliarden Dollar. Die Vermietung ursprünglich intern genutzter KI-Chips an externe Kunden beschleunigt das Wachstum zusätzlich. Die Entwicklung überzeugte sogar Warren Buffetts Berkshire Hathaway zu einem Einstieg. Das Kerngeschäft mit Werbung über Google Search und YouTube erwies sich trotz Wettbewerbsdruck als stabil.
Kartellrechtliche Auseinandersetzungen dauern an
Parallel zum Börsenerfolg muss sich Alphabet mit zwei bedeutenden US-Kartellverfahren auseinandersetzen. Im ersten Fall entschied ein Richter im September gegen eine Zerschlagung, sodass Chrome und Android im Konzern verbleiben. Im zweiten Verfahren wurde im April eine illegale Monopolstellung im Online-Werbemarkt festgestellt. Seit September läuft ein Prozess über mögliche Gegenmaßnahmen, der zu einer Abspaltung von Geschäftsbereichen führen könnte.