Microsoft wirbt aggressiv für Edge und Bing: Prämien für Weiterempfehlungen und eine neue App zur Bing-Umstellung sorgen für Kritik.
Microsoft testet ein neues Empfehlungsprogramm für die mobile Version seines Web-Browsers Edge. Nutzer haben dabei die Möglichkeit, Freunde über einen persönlichen Link einzuladen und dafür Microsoft-Rewards-Punkte zu kassieren. Die Bedingungen der Werbeaktion im Überblick:
- Prämien: Werbe-Einladende erhalten 500 Rewards-Punkte pro neu geworbenem Nutzer (maximal 7.500 Punkte pro Monat).
- Voraussetzungen für Neukunden: Der Eingeladene darf Edge bisher noch nie installiert haben und erhält ebenfalls 500 Punkte.
- Nutzungspflicht: Die Prämie wird erst ausgeschüttet, wenn der Neukunde den Browser sowie die Bing-Suchmaschine innerhalb von zwei Wochen an mindestens zwei Tagen aktiv nutzt.
Mysteriöse App stellt Fremdbrowser auf Bing um
Parallel dazu entdeckten Sicherheitsexperten auf den offiziellen Download-Servern des Konzerns (download.microsoft.com) eine bislang nicht offiziell angekündigte Mini-Anwendung namens „Microsoft Recommended Search“.
Das Programm dient einzig dem Zweck, die Standard-Suchmaschine installierter Fremdbrowser wie Google Chrome, Mozilla Firefox oder Brave per Schieberegler auf Bing umzustellen. Dafür fügt das Tool entsprechende Erweiterungen in die Browser ein und leitet Anwender im Anschluss auf die Microsoft-Rewards-Seite weiter. Obwohl die Anwendung derzeit nicht automatisch über Windows-11-Updates verteilt wird, weckt ihr Auftauchen in Communitys Befürchtungen vor künftig noch aufdringlicheren Werbemaßnahmen.
Kritik an Verzweiflungstaktiken des Konzerns bei Edge
In Foren wie Reddit stößt die Werbeoffensive auf deutliche Kritik. Branchenbeobachter merken an, dass Edge technisch ein konkurrenzfähiger und moderner Browser sei. Der Versuch, Nutzer mit Prämien und automatisierten Tools zur Nutzung von Edge und Bing zu drängen, erzeuge bei vielen Anwendern jedoch Gegenwehr und befeuere Wechselgedanken hin zu alternativen Betriebssystemen wie Linux.
(red)