Drohnen sind längst mehr als militärische Werkzeuge. Sie kommen bei Katastropheneinsätzen, in der Landwirtschaft, bei Infrastrukturinspektionen, in der Logistik oder sogar für medizinische Transporte zum Einsatz.
Mit ihrer wachsenden Verbreitung steigt jedoch auch ihre Angriffsfläche für Cyberkriminelle. Ein Forschungsteam der University of Adelaide hat deshalb eine neue Sicherheitsarchitektur entwickelt, die Drohnen besser gegen digitale Bedrohungen absichern soll (via Pressetext).
Vernetzte Systeme mit hohem Risiko
Moderne Drohnen erfassen große Datenmengen, analysieren diese direkt an Bord und stehen im ständigen Austausch mit Leitstellen oder Cloud-Systemen. Diese permanente Vernetzung macht sie leistungsfähig – aber auch anfällig.
Je stärker Drohnen in kritische Infrastrukturen eingebunden sind, desto gravierender können Manipulationen oder Ausfälle sein. Angriffe könnten Kommunikationskanäle stören, Daten abfangen oder sogar die Kontrolle über das System übernehmen.
Mehrere Kommunikationswege statt Einbahnverbindung
Das Forschungsteam um Javaan Chahl setzt auf eine Architektur, die sich nicht auf eine einzige Datenverbindung verlässt. Grundlage ist ein Software-Defined Wide Area Networking-Ansatz.
Künftig sollen Drohnen parallel unterschiedliche Kommunikationskanäle nutzen können, etwa Mobilfunk, WLAN oder weitere Funktechnologien. Fällt eine Verbindung aus oder wird sie angegriffen, wechselt das System automatisch zu einer alternativen Route. Dieses Prinzip erhöht die Ausfallsicherheit und erschwert gezielte Störungen.
Intelligente Firewall an Bord
Ein weiterer Baustein ist eine moderne Firewall, die den Datenverkehr in Echtzeit überwacht. Sie analysiert ein- und ausgehende Verbindungen, blockiert verdächtige Aktivitäten und lässt nur autorisierte Kommunikation zu.
Ergänzend kommt Malware-Sandboxing zum Einsatz – eine Technologie, die bislang vor allem in Unternehmensnetzwerken genutzt wird. Verdächtige Dateien oder Datenströme werden in einer isolierten Umgebung geprüft, bevor sie Zugriff auf das System erhalten.
Die Sicherheitslösung wurde bereits auf einer realen Drohnenplattform getestet. Dabei kombinierten die Forscher Bordcomputer-Hardware mit cloudbasierten Steuerungssystemen, um ein realistisches Einsatzszenario abzubilden.
Ziel des Projekts ist es, Drohnen nicht nur autonom und leistungsfähig, sondern auch widerstandsfähig gegen Cyberangriffe zu machen. Angesichts der zunehmenden Integration in wirtschaftliche und gesellschaftliche Prozesse wird IT-Sicherheit damit zu einem zentralen Bestandteil künftiger Drohnentechnologie.
Die Entwicklung der University of Adelaide zeigt, dass mit der wachsenden Bedeutung autonomer Systeme auch neue Sicherheitskonzepte erforderlich sind. Vernetzung, Redundanz und intelligente Überwachung könnten dabei zum Standard für die nächste Generation unbemannter Fluggeräte werden.