Neue Ansätze für Unternehmenswissen

Cohesity erhält erstes Gen-AI Patent

Patent

Backup- und Archivdaten gelten in vielen Unternehmen vor allem als Sicherheitsnetz für den Ernstfall. Gleichzeitig enthalten diese Datenbestände oft wertvolles Wissen, das bislang nur schwer für moderne KI-Anwendungen nutzbar war.

Der Datensicherungs- und Cyber-Resilienz-Anbieter Cohesity hat nun für eine Technologie ein US-Patent erhalten, die genau dieses Problem adressiert.

Anzeige

Sekundärdaten als Quelle für KI-Anwendungen

Das vom US-amerikanischen Patent- und Markenamt erteilte Patent beschreibt ein Verfahren, mit dem generative KI direkt auf sogenannten Sekundärdaten arbeiten kann. Dazu zählen unter anderem gesicherte Dateien, E-Mails, Datenbanken und virtuelle Maschinen, die normalerweise für Backup- und Wiederherstellungszwecke gespeichert werden.

Anstatt diese Informationen in separate KI-Systeme zu kopieren, werden sie direkt an ihrem ursprünglichen Speicherort analysiert. Dadurch sollen bestehende Sicherheits- und Zugriffsrichtlinien erhalten bleiben.

Verbindung von Datensicherung und künstlicher Intelligenz

Kern der patentierten Technologie ist die Kombination von Backup-Systemen mit einer semantischen Suchschicht auf Basis des sogenannten Retrieval-Augmented Generation-Verfahrens (RAG). Diese Technik ermöglicht es, große Datenbestände inhaltlich zu durchsuchen und relevante Informationen für Sprachmodelle bereitzustellen.

Anzeige

Laut Cohesity bildet dieser Ansatz die Grundlage der Plattform Gaia, die Unternehmensdaten für generative KI-Anwendungen erschließen soll. Das Unternehmen sieht darin eine Möglichkeit, vorhandene Datenbestände stärker für Analyse- und Wissensanwendungen zu nutzen.

Newsletter
Newsletter Box

Mit Klick auf den Button "Jetzt Anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.

Weniger Datenduplikate, geringere Risiken

In vielen KI-Projekten werden Daten zunächst in separate Umgebungen übertragen, um sie dort auszuwerten. Dies kann zusätzlichen Verwaltungsaufwand verursachen und neue Sicherheitsrisiken schaffen.

Der von Cohesity entwickelte Ansatz verfolgt dagegen das Ziel, Datenbewegungen möglichst zu vermeiden. Die Informationen bleiben innerhalb der bestehenden Backup-Infrastruktur, während KI-Anwendungen auf die Inhalte zugreifen können. Dadurch sollen Datensilos reduziert und Governance- sowie Compliance-Anforderungen leichter eingehalten werden.

Unternehmen verfügen häufig über umfangreiche Datenbestände, die über Jahre oder sogar Jahrzehnte entstanden sind. Obwohl diese Informationen oft einen hohen geschäftlichen Wert besitzen, werden sie für moderne KI-Anwendungen bislang nur selten genutzt.

Durch semantische Suchverfahren könnten solche Daten künftig leichter erschlossen werden. Das eröffnet die Möglichkeit, historische Informationen in Entscheidungsprozesse einzubeziehen oder für KI-gestützte Analysen und Wissensmanagement-Systeme nutzbar zu machen.

Sicherheitsaspekte stehen im Mittelpunkt

Ein zentrales Thema bei der Nutzung generativer KI in Unternehmen bleibt der Schutz sensibler Informationen. Viele Organisationen stehen vor der Herausforderung, neue KI-Anwendungen einzuführen, ohne dabei bestehende Sicherheits- und Compliance-Vorgaben zu gefährden.

Nach Angaben von Cohesity wurde die patentierte Technologie deshalb so entwickelt, dass bestehende Zugriffskontrollen, Governance-Richtlinien und Schutzmechanismen weiterhin gelten. Die KI greift auf die vorhandenen Datenbestände zu, ohne diese dauerhaft in andere Systeme übertragen zu müssen.

Die Patentvergabe verdeutlicht einen Trend, der sich zunehmend in Unternehmen abzeichnet: Datensicherung entwickelt sich von einer reinen Schutzfunktion zu einer potenziellen Wissensquelle für KI-Anwendungen. Während Backup-Daten bisher vor allem für Wiederherstellungszwecke genutzt wurden, könnten sie künftig eine deutlich größere Rolle bei Analysen, Automatisierung und intelligenten Geschäftsprozessen spielen.

Damit rückt die Frage in den Mittelpunkt, wie sich vorhandene Unternehmensdaten sicher und kontrolliert für die nächste Generation von KI-Anwendungen erschließen lassen.

Pauline Dornig

Pauline

Dornig

Online-Redakteurin

IT Verlag GmbH

Anzeige

Artikel zu diesem Thema

Weitere Artikel

Newsletter
Newsletter Box

Mit Klick auf den Button "Jetzt Anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.