Multicloud Interconnect

Azure und AWS koppeln ihre Clouds jetzt per Knopfdruck

Multi Cloud

Wer Azure und AWS privat verbinden will, musste bislang viel Handarbeit einplanen. Microsoft und Amazon haben nun einen gemeinsamen Networking-Dienst vorgestellt, der das ändern soll.

Viele Unternehmen setzen heute nicht mehr auf einen einzigen Cloud-Anbieter. Gründe dafür sind unter anderem Anforderungen an Interoperabilität, die freie Wahl einzelner Technologien, regulatorische Vorgaben sowie der Wunsch, Anwendungen flexibel in unterschiedlichen Umgebungen bereitzustellen. Genau hier setzt der neue Dienst an: Er soll die private Anbindung zwischen zwei der größten Cloud-Plattformen erheblich erleichtern.

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Der bisherige Aufwand

Eine private Verbindung zwischen Azure und AWS zusammenzustellen bedeutete bisher, mehrere Bausteine selbst zu kombinieren. Dazu gehörten Azure Expressroute und AWS Direct Connect, ein Connectivity-Provider oder eigene Kolokationsflächen, selbst betriebene Router, die Konfiguration von BGP Routing sowie die Absicherung der Verbindung mittels Verschlüsselung auf Link Layer Ebene.“Organisationen mussten bislang mehrere Komponenten über verschiedene Anbieter hinweg sorgfältig planen, physisch anbinden, konfigurieren, bereitstellen, überwachen und pflegen“, kommentiert Narayan Annamalai, verantwortlich für Azure Networking Services bei Microsoft, in der Mitteilung.

Was der neue Dienst leistet

Microsoft nennt seinen Teil des Angebots Azure Multicloud Interconnect, AWS bezeichnet ihn als AWS Interconnect Multicloud. Beide Unternehmen haben die Funktion gemeinsam entwickelt und dabei eine offene API Spezifikation für Netzwerk Interoperabilität genutzt.

Dazu Annamalai weiter: „Azure Multicloud Interconnect verändert dieses Modell grundlegend.“ Kunden könnten nun eine dedizierte private Verbindung über eine vereinfachte Oberfläche einrichten, welche die zugrunde liegende Komplexität der Multicloud-Vernetzung verdeckt. Die Einrichtung soll nur noch wenige Klicks erfordern. Kunden erhalten dedizierte, private Bandbreite zwischen AWS und Azure nach Bedarf, ohne eigene Infrastruktur beschaffen oder auf physische Leitungen warten zu müssen.

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Für Ausfallsicherheit sorgt nach Angaben der beiden Unternehmen eine vierfach redundante Architektur über physisch getrennte Interconnect Standorte und Router. Bei jeder neu eingerichteten Verbindung richten AWS und der jeweils andere Cloud-Anbieter vier unabhängige logische Pfade ein, sodass der Datenverkehr auch bei einer Störung ununterbrochen weiterlaufen kann.

Den Datenverkehr zwischen den beteiligten Edge Routern verschlüsselt der Dienst mit MACsec. Zusätzlich enthält AWS Interconnect eine Funktion namens Network Synthetic Monitor. Sie erkennt Paketverluste und ermittelt, auf welcher Seite der Verbindung das Problem seinen Ursprung hat, was die Fehlersuche über Cloud Grenzen hinweg vereinfachen soll.

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Verfügbarkeit und Ausblick

Aktuell befindet sich Interconnect Multicloud in der Preview Phase. Verfügbar ist die Verbindung zwischen Microsoft Azure und AWS derzeit in den AWS Regionen US East, US West, Asien Pazifik und Europa. Beide Unternehmen kündigten an, die Verfügbarkeit auf weitere Regionen auszudehnen, zusätzliche Bandbreitenoptionen einzuführen und das Angebot anhand von Kundenfeedback weiterzuentwickeln.

Robert Kennedy, verantwortlich für Netzwerkdienste bei AWS, zitiert Kundenrückmeldungen: „Kunden sagten uns, sie wünschten sich eine bessere Möglichkeit, Workloads über AWS und Azure hinweg zu verbinden, und die bisherigen Wege dafür seien umständlich gewesen.“ Mit den beiden neuen Diensten wolle man zeigen, was möglich sei, wenn beide Seiten hohe Ansprüche stellten, nämlich MACsec Sicherheit ab Werk, eine Verfügbarkeit von 99,99 Prozent und Skalierbarkeit per Knopfdruck.

Der Vorstoß folgt auf eine ähnliche Vereinbarung zwischen AWS und Google Cloud im vergangenen Dezember.

(red)

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