3,25 Milliarden Dollar

Accenture kauft Mehrheit an OT-Sicherheitsanbieter Dragos

Accenture
Bildquelle: ArieStudio/Shutterstock.com

Insgesamt 4,18 Milliarden Dollar investiert der Beratungskonzern in drei Zukäufe und dringt damit erstmals in den Markt für OT-Sicherheitssoftware vor. Darunter befindet sich auch Dragos.

Accenture übernimmt eine Mehrheitsbeteiligung an dem Industriesicherheitsunternehmen sowie an den beiden texanischen Firmen runZero und NetRise. Die drei Deals zusammen kosten den Konzern 4,18 Milliarden Dollar. Mit den Übernahmen reagiert Accenture auf die wachsende Bedrohungslage für industrielle Infrastruktur, die durch den Einsatz von KI auf Angreiferseite zunehmend brenzliger wird.

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Bislang kaum Software, jetzt gleich drei Zukäufe

Accenture ist im OT-Sicherheitsbereich kein Neuling. Der Konzern hatte bereits 2015 Cimation und 2020 Revolutionary Security übernommen, dazu kamen weitere kleinere Akquisitionen. All diese Deals zielten jedoch auf den Ausbau von Beratungsleistungen ab. Mit Dragos, runZero und NetRise kauft Accenture nun zum ersten Mal im großen Stile Softwareprodukte in diesem Segment ein.

Dragos wurde 2016 von früheren Geheimdienstmitarbeitern gegründet und gilt als Spezialist bei der Erkennung von Bedrohungen in industriellen Netzwerken. Mitgründer und CEO Robert M. Lee wird das Unternehmen auch nach der Übernahme leiten. Dragos soll als eigenständige Einheit unter dem Dach von Accenture fortbestehen.

RunZero kartografiert Netzwerke und zeigt auf, welche Geräte angebunden sind und wo Angriffsflächen entstehen. NetRise analysiert Sicherheitsrisiken auf Firmware-Ebene und in Software-Lieferketten. Die Führungskräfte beider Unternehmen wechseln in leitende Positionen bei Dragos.

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KI auf beiden Seiten

Den Rahmen für die Investition bildet die zunehmende Verzahnung von klassischer IT und industriellen Steuerungssystemen. Wer heute ein Büronetzwerk eines Energieversorgers oder einer Fabrik kompromittiert, kann von dort unter Umständen direkt auf Produktionsanlagen zugreifen. KI verkürzt dabei die Zeit zwischen dem ersten Einbruch und dem Übergriff auf industrielle Systeme erheblich. Accenture und Dragos fassen dieses erweiterte Angriffsszenario unter dem Begriff „xOT“ zusammen, der neben klassischen OT-Umgebungen auch IoT-Geräte und cloudverbundene Sensoren einschließt.

Trotz dieser Risiken fließt der Großteil der Cybersicherheitsbudgets weiterhin in den Schutz klassischer IT-Infrastruktur. Kritische Infrastruktur bleibt damit vergleichsweise schutzlos.

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Wachsender Markt

Der OT-Cybersicherheitsmarkt inklusive Software wird für 2026 auf 27 Milliarden Dollar geschätzt. Bis 2031 soll er auf knapp 59 Milliarden Dollar wachsen, was einem jährlichen Wachstum von rund 16 Prozent entspricht. Allein der Dienstleistungsanteil beläuft sich in diesem Jahr auf etwa 7 Milliarden Dollar.

Für Accenture ist der Zeitpunkt der Investition auch deshalb bemerkenswert, weil der Konzern selbst unter dem Transformationsdruck durch KI steht, also genau durch jene Technologie, deren Missbrauch er mit den Zukäufen bekämpfen will.

(red)

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