Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) warnt vor einem Stellenabbau beim Bahn-IT-Dienstleister DB Systel. Die Deutsche Bahn hält sich bedeckt.
Die EVG hat Alarm geschlagen: Beim konzerneigenen IT-Dienstleister DB Systel am Standort Erfurt könnten bis zu 500 Stellen wegfallen oder in andere Konzerntöchter verlagert werden. Das berichtet die Thüringer Allgemeine unter Berufung auf Gewerkschaftskreise. Die Deutsche Bahn selbst will sich zu konkreten Zahlen nicht äußern.
Gewerkschaft fürchtet Zerschlagung des IT-Standorts
Laut EVG plant die Deutsche Bahn, Aufgaben von DB Systel auf andere Tochtergesellschaften aufzuteilen. Die Gewerkschaft sieht darin nicht nur eine Bedrohung für den Standort Erfurt, sondern auch ein Risiko für die gesamte IT-Infrastruktur des Konzerns. Eine Aufspaltung könne die Stabilität und Sicherheit der Systeme gefährden, so die Befürchtung. Gerade erst hatte die Deutsche Bahn mit heftigen IT-Störungen durch einen DDoS-Angriff zu kämpfen.
DB Systel beschäftigt an seinen drei Hauptstandorten Erfurt, Berlin und Frankfurt am Main insgesamt rund 6.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Allein in Erfurt sind es 700, von denen potenziell mehr als zwei Drittel betroffen wären.
Bahn spricht von „schlanker und kundenorientierter”
Ein Sprecher der Deutschen Bahn bestätigte gegenüber MDR Thüringen nur, dass der Konzern künftig „schlanker und kundenorientierter” werden solle, und dass dies auch für DB Systel gelte. In den kommenden Monaten würden entsprechende Konzepte erarbeitet. Konkrete Angaben zu Stellenabbau, Verlagerungen oder einem Zeitplan machte der Sprecher nicht.
Kundgebungen an allen drei Standorten geplant
Die EVG-Betriebsgruppe der DB Systel Erfurt hat alle Beschäftigten des Standorts für kommenden Mittwoch zu einer Kundgebung in der Thüringer Landeshauptstadt aufgerufen. Parallel dazu sind Proteste auch in Berlin und Frankfurt am Main geplant.