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Mobilfunk

Der Telekommunikationsanbieter 1&1 macht Ernst mit dem Aufbau seines 5G-Mobilfunknetzes: Gemeinsam mit dem japanischen Internetunternehmen Rakuten solle das europaweit erste vollständig virtualisierte Mobilfunknetz auf Basis des offenen Standards «Open RAN» geschaffen werden, teilte die United-Internet-Tochter in Maintal mit.

Konkret solle Rakuten die aktiven Netzbestandteile installieren und für die Gesamtperformance des Netzes verantwortlich sein. 1&1 bekomme Zugriff auf die Steuerungsplattform. Der Bau des 1&1-Netzes solle im kommenden Quartal beginnen.

«Open RAN» (Radio Access Network) verspricht den Abbau technologischer Barrieren, die bisher den Markt abgeschottet haben. Durch den neuen offenen Standard sollen Komponenten der Mobilfunknetze herstellerübergreifend kompatibel werden. «Open RAN» ist also eine Art Architektur, die Betreibern erlaubt, Zubehör von verschiedenen Anbietern zu nutzen. Bisher gibt es hier nur geschlossene Systeme.

United-Internet-Konzernchef Ralph Dommermuth sagte dem «Handelsblatt», er hoffe durch «Open RAN» auf niedrige Betriebskosten: «Wir werden das Netz mit 50 Mitarbeitern betreiben können, weil es voll automatisiert funktioniert.»

Während Telekom, Vodafone und Telefónica mit dem Netzausbau bereits begonnen haben, befindet sich United Internet noch in der Planungsphase. Dommermuth begründete das laut «Handelsblatt» mit den Verhandlungen um das «National Roaming» – während das Unternehmen sein eigenes Netz aufbaut, muss es zunächst die Kapazitäten eines anderen Mobilfunkanbieters mitnutzen.

Für 2021 ist 1&1 inzwischen optimistischer. Für das Gesamtjahr rechne der Vorstand nun mit einem operativen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von rund 670 Millionen Euro, teilte das Unternehmen am Abend mit. Zuvor waren 20 Millionen Euro weniger in Aussicht gestellt worden. Der Umsatz solle weiter bei rund 3,1 Milliarden Euro liegen. Im ersten Halbjahr erlöste 1&1 mit 1,9 Milliarden Euro (plus 2,6 Prozent). Das Unternehmen zählt nun 15,11 Millionen Kundenverträge, was einem Plus von 280 000 entspricht.

Nach der Prognoseerhöhung seiner Tochter will auch United Internet eine Schippe drauflegen. Für das laufende Jahr strebt der Vorstand nun einen Erlös von 5,6 Milliarden Euro an, wie das Unternehmen in Montabaur mitteilte. Bislang waren 5,5 Milliarden Euro kommuniziert worden. Das operative Ergebnis 2021 soll bei 1,25 Milliarden Euro statt 1,22 Milliarden Euro liegen. Darin enthalten seien unverändert Kosten von rund 30 Millionen Euro für den 5G-Netzausbau sowie 40 Millionen Euro für neue Produkte des Internetdienstanbieters Ionos.

dpa


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