Anzeige

Datenschutz

Wenn es einer letzten Mahnung bedurft hat, den Datenschutz ernst zu nehmen, dann diese: Insgesamt 746 Millionen Euro Strafe soll der Handelskonzern Amazon für Vergehen in Sachen Datenschutz laut der Luxemburger Nationalen Kommission für den Datenschutz (CNPD) zahlen.

Kläger in Luxemburg ist die französische Organisation La Quadrature du Net, über die sich mehrere Tausend Kläger bereits vor drei Jahren zusammengeschlossen haben. Grund für die Beschwerde, die nun vor Gericht landen wird, ist das Online-Targeting. Ganz gleich wie das Urteil ausgehen wird, sollten Unternehmen Datenschutz, speziell in Cloud-Infrastrukturen, ernst nehmen.

Dieses Urteil ist ein bedeutender Moment in der Geschichte der Datenschutzregulierung. Lange Zeit wurde der Einfluss von Rechtsvorschriften wie der DSGVO in Frage gestellt und bezweifelt, ob diese etwas bewirken. Auch wenn dieses Urteil angefochten werden wird, so ist es doch eine deutliche Botschaft an alle Unternehmen, die personenbezogene Daten von EU-Bürgern speichern, verarbeiten oder aber sammeln, dass sie alle Compliance-Anforderungen einhalten müssen oder mit einer hohen Geldstrafe rechnen müssen.

In dieser „hybriden Zeit“ einer „Work from Anywhere“-Mentalität kann die Einhaltung der Vorschriften schwieriger denn je sein, da der Zugriff auf Daten von mehreren Standorten aus und außerhalb der zentralen Unternehmensnetzwerke erfolgt. Rechtsvorschriften wie die DSGVO konnten die rasante Verbreitung der Cloud, die während der Pandemie zum neuen Normalzustand geworden ist, nicht vorhersehen. Das bedeutet, dass Unternehmen ihre Compliance-Anforderungen sorgfältig überprüfen und verstehen müssen, da sie sonst Gefahr laufen, gegen die Vorschriften zu verstoßen und, auch wenn dies versehentlich geschieht, mit einer hohen Geldstrafe belegt zu werden. Datenschutzbeauftragte spielen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, dass die Beschäftigte ihrer Unternehmen diese Vorschriften verstehen und wissen, wie sie ihre Arbeitsprozesse anpassen müssen.

Armin Simon, Regional Director for Encryption Solutions Deutschland
Armin Simon
Regional Director for Encryption Solutions Deutschland, Thales

Weitere Artikel

Künstliche Intelligenz

Vorbehalte gegen Künstliche Intelligenz gehen zurück

Vorbehalte gegen Künstliche Intelligenz gehen in der Bevölkerung einer Umfrage zufolge zurück.
Dr. Marc Sesterhenn

Dr. Marc Sesterhenn ist neuer Geschäftsführer Operations bei Rittal

Dr. Marc Sesterhenn (48) ist zum 1. Oktober 2021 zum Geschäftsführer Operations des führenden Schaltschrank- und Systemanbieters berufen worden. In den Geschäftsführungsbereich gehören die deutschen Produktionsstätten in Haiger, Rittershausen und Hof sowie…
Kette

Gesamte Konnektivitätskette ist Ziel von Cyberangriffen

Im aktuellen NETSCOUT Threat Intelligence Report wurden im ersten Halbjahr 2021 rund 46.000 Angriffe auf die Konnektivitätskette gemeldet.
Vision 2035 - Netzwerk für globalen Datenaustausch

Vision 2035 - Das selbstfahrende Unternehmen

Dieses Buch stellt die Vision des selbstfahrenden Unternehmens im Jahr 2035 vor, zeigt den Weg dorthin auf und illustriert diesen mit zahlreichen praxisnahen Beispielen.
Facebook

Facebook will attraktiver werden

Facebook will unter dem Konkurrenzdruck des chinesischen Rivalen Tiktok attraktiver für junge Nutzer werden. Alle Facebook-Apps bekämen das Ziel, zu besten Diensten für junge Erwachsene im Alter zwischen 18 und 29 Jahren zu werden, «statt für eine größere…
Chatbot

Chatbot-Apps helfen chronisch Kranken

Das französische Start-up Wefight will chronischen Patienten mittels Apps und einem darin integrierten Chatbot helfen.

Anzeige

Jetzt die smarten News aus der IT-Welt abonnieren! 💌

Mit Klick auf den Button "Zum Newsletter anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.