Anzeige

Cookies

Die europäische Datenschutzorganisation Noyb hat ein technisches Konzept für Web-Browser vorgelegt, das die umstrittenen Cookie-Banner überflüssig machen könnte.

Zusammen mit der Wirtschaftsuniversität Wien veröffentlichte der Verein am Montag die technischen Details eines automatischen Browser-Signals, mit dem die Anwender festlegen können, welche Cookies sie akzeptieren wollen und welche nicht - und das ohne ein Cookie-Banner. «Unsere Lösung zeigt, dass eine nutzerfreundliche europäische Lösung für Datenschutzeinstellungen leicht umsetzbar ist», sagte der Vorsitzende von Noyb, Max Schrems, der Deutschen Presse-Agentur.

Cookies

Cookies sind kleine Datensätze, die Webseiten hinterlegen, um die Nutzer identifizierbar zu machen. Mit ihrer Hilfe können individuelle Profile erstellt werden, die weitreichende Rückschlüsse über Surfverhalten, Vorlieben und Lebensgewohnheiten zulassen. Dieses Wissen wird dann etwa für personalisierte Werbung herangezogen.

ADPC

Das nun vorgeschlagene System mit dem Namen «Advanced Data Protection Control» (ADPC) ist Teil einer breiter angelegten Kampagne von Noyb gegen Cookie-Banner, die in ihrer jetzigen Form nach Einschätzung des Vereins in der Regel rechtswidrig eine Zustimmung zum Tracking einfordern. Vor zwei Wochen verschickte Noyb in dieser Sache rund 560 Beschwerdeschreiben an Unternehmen in Europa und in den USA, über 10 000 sollen folgen.

ADPC soll im Gegensatz zu Ansätzen von Google und anderen Browser-Anbietern aus den USA viel differenziertere Möglichkeiten zur Einwilligung und Ablehnung bieten. So sollen die Anwenderinnen und Anwender in der Lage sein, spezifische Einwilligungen für bestimmte Webseiten vorzunehmen.

Denkbar sei auch, bestimmte Inhalteanbieter generell zu bevorzugen. «Viele Nutzer sind vermutlich bereit, mit Qualitätsmedien etwas mehr Daten zu teilen, aber wollen aber ihre Daten nicht an Hunderte externe Tracking-Firmen geben», sagte Schrems. Mit ADPC könne etwa ein Zeitungsverband eine Liste bewerben, mit der gewisse Daten durch Qualitätsmedien automatisch verarbeitet werden dürften. «Der Nutzer kann damit mit einem Klick gewisse Gruppen unterstützen.»

Am Montag stellte die Organisation eine Erweiterung (Plugin) für den Firefox-Browser vor, mit dem das neue Datenschutz-Browser-Signal auf Anwenderseite technisch ungesetzt wird. Eine Erweiterung für den Chrome-Browser von Google soll in Kürze folgen. Bei dem System müssen aber auch die Webseiten-Anbieter mitspielen. Noyb demonstriert auf der eigenen Site dataprotectioncontrol.org, wie das Verfahren aussehen kann.

dpa


Artikel zu diesem Thema

Cookies
Mai 31, 2021

Cookie-Banner: Datenschützer starten Beschwerdewelle

Cookie-Zustimmungsabfragen im Web nerven viele Verbraucher nicht nur - sie sind nach…

Weitere Artikel

Cybercrime

Europol gelingt Schlag gegen Infrastruktur von Cyberkriminellen

In einer global koordinierten Aktion von 13 Behörden wurden am 17. Januar insgesamt 15 Server, auf denen der Dienst von VPNLab.net gehostet wurde, beschlagnahmt oder vom Netz genommen, wie Medien berichten. Nach Behördenangaben war VPNLab.net ein beliebter…
Christian Bücker und Brian Lieser

Belden Gruppe übernimmt macmon secure

Der Anbieter für Netzwerkzugangskontrolle, die macmon secure GmbH, Berlin, gibt heute seine Akquisition durch Belden Inc. bekannt. Zukünftig wird macmon Teil von Beldens Industrial Network Solutions (INS) Business unter der Leitung von Brian Lieser, welche…
Sicherheitslücke

Sicherheitslücken in chinesischer Olympia-App My2022 gefunden

Ausländische Forscher haben Sicherheitslücken in der chinesischen Olympia-App «My2022» entdeckt. Persönliche Informationen könnten wegen einer «einfachen, aber verheerenden Schwachstelle» der Verschlüsselungstechnik bei der Übertragung abgefangen werden,…
Ghostwriter

Belarus und Russland stecken hinter den Angriffen auf Webseiten der ukrainischen Regierung

Wie Spannungen zwischen Russland und der Ukraine nehmen zu. Laut einem Artikel von Reuters verdächtigt die Ukraine die Hackergruppe UNC1151/Ghostwriter hinter dem Cyberangriff von Freitag auf Webseiten der ukrainischen Regierung. UNC1151 steht in Verbindung…
Handschlag

Aircall und die Deutsche Telekom beschließen Partnerschaft

Aircall, der französische Anbieter cloudbasierter Business-Telefonie, ist eine Partnerschaft mit der Deutschen Telekom eingegangen. Das Ziel sei, die digitale Schlagkraft der deutschen Geschäftskunden des Bonner Unternehmens insbesondere auf der…
5G

5G in der Nähe von Flughäfen: AT&T und Verizon lenken ein

Update Mi, 19.01.2022, 07:38 Uhr Wegen Sicherheitsbedenken der Luftfahrtbranche machen AT&T und Verizon in letzter Minute Zugeständnisse bei ihren erweiterten 5G-Services für schnelleres Internet auf Mobiltelefonen. Man habe sich freiwillig entschieden, die…

Anzeige

Jetzt die smarten News aus der IT-Welt abonnieren! 💌

Mit Klick auf den Button "Zum Newsletter anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.