Anzeige

Anzeige

Wer in den sozialen Netzen eine Fehlinformation korrigiert, macht es nur noch schlimmer.

Denn so wird noch schlimmerer Unsinn verbreitet, wie Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT) sagen. Sie haben sich mit dem Mikroblogging-Dienst Twitter befasst und dabei festgestellt, dass die Urheber von Fake News noch giftigere Tweets absonderten, nachdem sie auf höfliche Art korrigiert wurden.

Signifikant geringere Qualität

Das MIT hat sich für die Studie auf ein Feldexperiment konzentriert, bei dem ein Team höfliche Korrekturen mit Links zu soliden Beweisen als Antwort auf offensichtlich falsche Tweets über Politik anbot. "Es war nicht ermutigend. Nachdem ein Nutzer korrigiert worden war, hat er Nachrichten retweetet, deren Qualität signifikant geringer und voreingenommener war", Mohsen Mosleh, Mitautor und Dozent an der Business School der University of Exeter. Außerdem seien die Retweets in einer giftigeren Sprache verfasst worden.

Um das Experiment durchzuführen, haben die Forscher zunächst 2.000 Twitter-Nutzer mit offensichtlich unterschiedlichen politischen Überzeugungen identifiziert, die eine von elf häufig wiederholten falschen Nachrichtenartikeln weiterverbreitet hatten. Alle diese Artikel wurden von Snopes entlarvt, einem Online-Portal, dass Falschnachrichten erkennt.

Beispiele sind die falschen Behauptungen, dass die Ukraine mehr Geld als jede andere Nation an die Clinton Foundation gespendet hat und dass Donald Trump einen behinderten Kampfveteranen wegen des Besitzes eines Therapiehundes aus seiner Mietwohnung vertrieben hat. Auf diese Behauptungen antworteten Twitter-Bot-Konten, die die Forscher zuvor angelegt hatten. Sie existierten zur Zeit des Experiments bereits drei Monate und hatten mindestens 1.000 Follower, sahen also aus wie echte Konten.

Teufelskreislauf wird ausgelöst

Wenn die Bots eine der elf falschen Behauptungen entdeckten, sandten sie als Antwort, sie seien sich nicht sicher, ob die Behauptung richtig sei. Auf Snopes sei jedenfalls zu sehen, dass sie falsch seien. Die entsprechenden Links schickten sie gleich mit. Die Antwort-Tweets innerhalb von 24 Stunden enthielten neue Fehler und zeugten von festgefahrenen einseitigen Meinungen. "Wir hätten erwarten können, dass eine Korrektur dazu führt, die Information zu überdenken", sagt MIT-Professor David G. Rand, ebenfalls Mitautor der Studie. Stattdessen scheine die öffentliche Korrektur durch einen anderen Benutzer die Aufmerksamkeit der Menschen von der Genauigkeit abzulenken.

www.pressetext.com


Weitere Artikel

Cybersicherheit

EU will Einheit gegen Cyberangriffe aufbauen

Angesichts steigender Bedrohungen durch Hackerangriffe will die EU-Kommission eine Einheit für Cybersicherheit aufstellen. Expertinnen und Experten sollen Mitgliedstaaten künftig vor Ort bei der Abwehr von Cyberattacken unterstützen.
EU USA

EU-Kommission beschließt neue Standard-Datenschutzklauseln

Seit dem Urteil "Schrems II" des EuGH am 16.07.2020 besteht ein "digitaler Graben" zwischen Europa und den USA. Nicht nur, dass der EuGH (wenig überraschend) das umstrittene EU-US-Privacy Shield stürzte; es wurde auch der eigentlich bewährte EU-Standardvertrag…
Digitalisierung

Digitalisierungs-Milliarden aus Brüssel

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen traf gestern in Berlin mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammen, um ihr die Kommissionsbewertung des deutschen Aufbau- und Resilienzplans zu überbringen.
Facebook

"Live Audio Rooms": Facebook startet Clubhouse Konkurrenz

Mit Live Audio Rooms hat Facebook diese Woche sein Konkurrenzprodukt zu Clubhouse in den USA auf den Markt gebracht. Ausgewählte Personen des öffentlichen Lebens und Organisationen können ab sofort Audio-Rooms hosten.
Kryptowährungen

Bitcoin & Co.: Steigendes Interesse, aber große Skepsis

Bei Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum und Co. ging es zuletzt nach monatelangen immer neuen Rekordständen mit deutlichen Kurseinbrüchen wieder steil bergab.
Vodafone

Vodafone: In Europa komplett auf Grünstrom umgestellt

Der Telekommunikationskonzern Vodafone kommt auf seinem Klimakurs voran. Ab dem 1. Juli beziehe man in Europa ausschließlich Strom aus erneuerbaren Quellen, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Düsseldorf mit.

Anzeige

Jetzt die smarten News aus der IT-Welt abonnieren! 💌

Mit Klick auf den Button "Zum Newsletter anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.