Anzeige

Sicherheit - Gesetz

Der Bundestag berät heute (Freitag, 23.04. ) abschließend über das IT-Sicherheitsgesetz 2.0. Dazu erklärt Bitkom-Präsident Achim Berg:

„Deutschland muss seine IT- und Cyber-Sicherheit angesichts wachsender Bedrohungen und steigender Schäden dringend stärken. Das IT-Sicherheitsgesetz 2.0. wird dabei allerdings kaum helfen. Mit ihm wird ein stark kritisiertes Gesetzesvorhaben auf den letzten Metern der Legislaturperiode ins Ziel geschleppt. Den Herausforderungen durch wachsende Bedrohungen wird es nicht gerecht. Mit den erst unmittelbar vor der abschließenden parlamentarischen Beratung bekanntgegeben Änderungen endet ein bizarrer Gesetzgebungsprozess.

Das IT-Sicherheitsgesetz 2.0 schafft eine Kombination aus technischer Zertifizierungsmaschinerie und politisch-regulatorischem Gutdünken mit fragwürdigem Mehrwert für die IT-Sicherheit. Rechts-, Planungs- und Investitionsunsicherheiten werden als Kollateralschäden in Kauf genommen, vor allem mit Blick auf den 5G-Netzausbau. Das wird der Zukunftsfähigkeit des Standorts schaden. Dabei setzen wir mit den jetzt festgeschriebenen Regelungen zum Einsatz Kritischer Komponenten in Kritischen Infrastrukturen die Leitplanken für die kommenden Jahre, nicht nur für 5G und die Telekommunikationsbranche, sondern quer durch die verschiedensten Sektoren, von Gesundheit, Energie und Landwirtschaft bis hin zu Mobilität. Zudem wird mit den sogenannten „Unternehmen im besonderen öffentlichen Interesse“ eine neue Quasi-KRITIS-Kategorie geschaffen. Mit dem finalen Gesetzestext wird dieser neue Sammelbegriff nun abermals ausgeweitet und umfasst jetzt zusätzlich die wesentlichen Zulieferer der größten deutschen Unternehmen. Damit werden eine Vielzahl von Unternehmen und deren Lieferketten von heute auf morgen völlig unerwartet vor neue Bürokratiehürden gestellt.

Gleichwohl begrüßt Bitkom, dass der Gesetzgeber auf die breite Kritik am Kabinettsentwurf zumindest an einzelnen Stellen reagiert hat und wichtige Stellschrauben nachzieht. Dazu zählt etwa die Konkretisierung übergeordneter Schutzziele und die daran ausgerichtete Arbeit des BSI sowie der transparentere Umgang mit Schwachstellen und Sicherheitslücken.“

www.bitkom.org


Artikel zu diesem Thema

Internet of Behaviours
Apr 06, 2021

5G und IoB im Visier - „Internet of Behaviours“

Im Jahr 2012 prägte Professor Göte Nyman den Begriff „Internet of Behaviours“ (IoB).…
IT-Sicherheitsgesetz
Feb 25, 2021

IT-Sicherheitsgesetz 2.0 soll Cybersicherheit erhöhen

Das neue IT-Sicherheitsgesetz 2.0 des Bundesinnenministeriums steht kurz vor der…

Weitere Artikel

Hacker

Hackerangriff auf Bayerische Krankenhausgesellschaft (BKG)

Die Bayerische Krankenhausgesellschaft (BKG) ist Opfer von Cyber-Kriminellen geworden. Der E-Mail-Server der BKG sei am Montag mit einer Schadsoftware infiziert worden, erklärte ein Sprecher am Mittwoch.
KI

Omnipräsent: Viele arbeiten mit KI, ohne es zu wissen

Jeder fünfte Erwerbstätige arbeitet bereits mit Künstlicher Intelligenz (KI), ohne sich dessen bewusst zu sein. Das zeigt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und der Technischen Universität Berlin (TU Berlin).
Twitch

Twitch bringt Gruppen-Streams für 32 User – per FaceTime

Das Live-Streaming-Videoportal Twitch hat sein Angebot um ein neues Feature erweitert, das ab sofort Gruppen-Streams via FaceTime mit bis zu 32 Personen erlaubt.
Data Governance Act

Data Governance Act – „notwendiger Schwung“ für Datenwirtschaft

Der Digitalverband Bitkom hat den zügigen Abschluss der Trilog-Beratungen über den Data Governance Act gelobt und sieht in ihm eine große Chance, das Teilen von Daten in der EU zu fördern.
acebook Libra

«Vater» von Facebooks Digitalwährung geht

Der frühere Paypal-Chef David Marcus, der die treibende Kraft hinter der von Facebook entwickelten Digitalwährung war, verlässt den Konzern. Er gebe dem Drang nach, wieder als Unternehmer aktiv sein zu wollen, schrieb Marcus am Dienstag bei Twitter.
EU Stift

Neues Datengesetz: EU-Parlament und Mitgliedstaaten einigen sich

Die rasant steigenden Datenmengen von Unternehmen und Behörden sollen künftig besser zum Vorteil von Wirtschaft und Gesellschaft genutzt werden können. Vertreter des Rates der Mitgliedstaaten einigten sich am Dienstagabend mit einem Verhandlungsteam des…

Anzeige

Jetzt die smarten News aus der IT-Welt abonnieren! 💌

Mit Klick auf den Button "Zum Newsletter anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.