Anzeige

Startup

Der Bundestag entscheidet über das Fondsstandortgesetz, mit dem die Mitarbeiterbeteiligung in Startups erleichtert werden soll. Dazu erklärt Bitkom-Präsident Achim Berg.

„Mit dem Fondsstandortgesetz will die Bundesregierung die Mitarbeiterbeteiligung für Startups voranbringen – aber es bleibt bei zu kleinen Schritten auf diesem Weg. Trotz monatelanger Debatten geht die Neuregelung immer noch an den Bedürfnissen der allermeisten Startups und ihrer Mitarbeiter vorbei.

„dry income“-Problematik

So wird die sogenannte „dry income“-Problematik, die aktuell ein maßgeblicher Hinderungsgrund für die Mitarbeiterbeteiligung ist, leider nur halbherzig angegangen. Zwar sollen künftig Mitarbeiter ihre Anteile nicht mehr bereits bei der Überlassung versteuern müssen, wenn sie daraus noch gar keine Einnahmen erzielt haben. Bei einem Arbeitgeberwechsel oder nach Ablauf der im Gesetz vorgesehen Frist bleibt die Problematik aber unverändert bestehen. Die Gefahr, dass die Steuerlast schon vor etwaigen Einnahmen aus veräußerten Anteilen beglichen werden muss, ist damit nicht gebannt.

Auch kommen auf die Startups schwierige und streitanfällige Bewertungen der an die Mitarbeiter überlassenen Beteiligungen sowie weitere Aufzeichnungspflichten zu. Damit wird in Deutschland die Beteiligung von Mitarbeitern für Startups im Vergleich zu anderen Ländern eher unattraktiv bleiben, was beim Wettbewerb um die besten Expertinnen und Experten einen klaren Nachteil bedeutet.

Eine sehr viel einfachere Lösung wäre gewesen, die Vorteile aus der Mitarbeiterbeteiligung insgesamt wie Kapitaleinkünfte zu behandeln und sie erst dann der Besteuerung zu unterwerfen, wenn die Beteiligung veräußert wird.

Erfreulich ist, dass der steuerliche Freibetrag für Mitarbeiterbeteiligungen signifikant über der ursprünglichen geplanten Summe von 360 Euro liegt. Allerdings bleibt der Freibetrag damit weiterhin deutlich hinter den Regelungen in anderen Ländern und hinter dem eigentlich notwendigen Freibetrag von mindestens 5.000 Euro zurück.“

Zum Hintergrund:
Nach einer Umfrage unter 206 Startups im Auftrag des Digitalverbands Bitkom würde jeder zweite Gründer (50 Prozent) gerne Mitarbeiter beteiligen, tut dies jedoch wegen unattraktiver rechtlicher Bedingungen nicht. Zwei Drittel (68 Prozent) fordern, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen dringend verbessert werden müssen. Aktuell sind in jedem zehnten Startup (10 Prozent) ausschließlich die Führungskräfte mit Unternehmensbeteiligungen ausgestattet. In rund jedem Fünften (22 Prozent) sind es die Führungskräfte und einzelne ausgewählte Mitarbeiter. Die Beteiligung aller Mitarbeiter ist die große Ausnahme (8 Prozent).

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 206 IT- und Internet-Startups in Deutschland im Mai und Juni 2020 befragt. Die Fragestellungen lauteten: „Werden eure Mitarbeiter an eurem Startup beteiligt, z.B. in Form von Geschäftsanteilen?“ und „Wer ist in eurem Startup beteiligt?“.

www.bitkom.org


Artikel zu diesem Thema

Startup
Mär 04, 2021

Remote Working: Startups haben die Nase vorn

Remote Work, Homeoffice, Crowdworking – die Welt der Arbeit wird immer vielfältiger. Vor…

Weitere Artikel

künstliche Intelligenz

KI lernt Programmiersprachen zu übersetzen

IBM hat auf der Konferenz Think 2021 "CodeNet" vorgestellt, ein Computerprogramm, das auf der Basis von Künstlicher Intelligenz (KI) und Maschinellem Lernen (ML) Programme übersetzen kann.
Handschlag

Jamf beabsichtigt Übernahme des Cloud-Security-Anbieters Wandera

Jamf, die Standardlösung für Apple Enterprise Management, will mit Wandera einen Anbieter von Unified Cloud Security für mobile Geräte übernehmen.
Klimaschutz

Bitkom zur Novelle des Bundes-Klimaschutzgesetzes

Das Bundeskabinett hat an diesem Mittwoch den Entwurf für das neue Klimaschutzgesetz beschlossen. Dazu erklärt Bitkom-Präsident Achim Berg:
Amazon

Amazon: EU-Gericht urteilt zu strittigen Steuervergünstigungen

Update 12.05.21, 12:23 Der Online-Händler Amazon hat nach einem Urteil des EU-Gerichts nicht von unerlaubten Steuervorteilen in Luxemburg profitiert.
Hacker

Hackerangriff auf Radiosenderkette Energy

Die private Radiosenderkette Energy ist Opfer eines Hackerangriffs geworden. Seit Dienstagabend kann deshalb das lokale Radioprogramm Energy Hamburg nicht ausgestrahlt werden, wie ein Sprecher der Radio NRJ GmbH mit Hauptsitz in Berlin am Mittwoch sagte.
Wirtschaftswachstum

CEOs rechnen in den nächsten zwei Jahren überwiegend mit Wirtschaftsboom

Laut einer aktuellen Studie des Research- und Beratungsunternehmens Gartner erwarten 60 % der CEOs und leitenden Angestellten in den Jahren 2021 und 2022 einen Wirtschaftsboom, 40 % eine Stagnation.

Anzeige

Jetzt die smarten News aus der IT-Welt abonnieren! 💌

Mit Klick auf den Button "Zum Newsletter anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.