Anzeige

Facebook

Quelle: Alexey-Boldin-Shutterstock.com

Facebook wehrt sich vor Gericht gegen Datenanfragen der EU-Kommission in zwei Wettbewerbsuntersuchungen, weil sie aus Sicht des Online-Netzwerks zu breit gefasst sind. Dies würde dazu führen, dass die Firma größtenteils Dokumente aushändigen müsse, die nichts mit den Wettbewerbsermittlungen zu tun hätten, kritisierte Facebook in der Nacht zum Dienstag.

Darunter wären auch medizinische Informationen zu Mitarbeitern, persönliche Finanzdokumente und Informationen über Familienmitglieder von Beschäftigten. Die Kommission kündigte an, sie werde ihre Position vor Gericht verteidigen und die Untersuchungen liefen weiter.

Das Unternehmen stört sich laut informierten Personen daran, dass die EU-Wettbewerbshüter alle Dokumente angefordert haben, die rund 2500 Begriffe enthalten. Darunter seien Wortkombinationen wie «big question» (große Frage), «not good for us» (nicht gut für uns) oder «shut down» (u.a. dichtmachen). Facebook strebt beim EU-Gericht auch eine einstweilige Verfügung an, um die Dokumenten-Übergabe noch vor einer Entscheidung im Hauptverfahren zu blockieren.

Die Wettbewerbshüter der EU-Kommission nehmen die Handelsplattform Marketplace sowie allgemein den Umgang mit Daten unter die Lupe. Die vergangenes Jahr eingeleiteten Untersuchungen sind in einem frühen Stadium und es gibt noch kein förmliches Wettbewerbsverfahren. Bei solchen Ermittlungen ist es üblich, dass Regulierer Dokumente mit bestimmten Begriffen anfordern können.

Das Unternehmen bot der Kommission informierten Personen zufolge an, sämtliche Dokumente in einem «sicheren Datenraum» einzusehen, um sich davon zu überzeugen, dass sie für die Wettbewerbsermittlungen nicht relevant seien. Eine Einschränkung dabei wäre allerdings gewesen, dass die Unterlagen nicht kopiert werden könnten. Facebook-Jurist Tim Lamb betonte zugleich, das Online-Netzwerk kooperiere mit der Kommission und gehe davon aus, ihr Hunderttausende Dokumente zur Verfügung zu stellen.

dpa


Newsletter Anmeldung

Smarte News aus der IT-Welt

Sie möchten wöchentlich über die aktuellen Fachartikel auf it-daily.net informiert werden? Dann abonnieren Sie jetzt den Newsletter!

Newsletter eBook

Exklusiv für Sie

Als Newsletter-Abonnent erhalten Sie das Booklet „Social Engineering: High Noon“ mit zahlreichen Illustrationen exklusiv und kostenlos als PDF!

 

Artikel zu diesem Thema

China Social Media
Jul 07, 2020

Internetriesen fürchten Sicherheitsgesetz in Hongkong

Chinas Sicherheitsgesetz beschneidet die Freiheit in sozialen Medien in Hongkong. TikTok…

Weitere Artikel

Adobe

Adobe: "Sharp Shots" schärft verwackelte Videos

Das US-Software-Unternehmen Adobe will mit dem Feature "Sharp Shots" in Zukunft verschwommene Videos per Künstlicher Intelligenz (KI) mehr Bildschärfe geben. Die experimentelle Anwendung verwendet Machine Learning, um vor allem auf dem Handy gemachte…
DSVGO

Wenn der Datenschutz das Gruppenfoto verhindert

Für die Europäische Kommission ist die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) eine Erfolgsgeschichte: «Die DSGVO hat bei allen ihren Zielen Erfolge verzeichnet und ist inzwischen weltweit eine Referenz», lautete die Zwischenbilanz von Justizkommissar Didier…
Cybercrime

Angeklagter im «Cyberbunker»-Prozess: Fast ein Mini-Silicon-Valley

In einem der bundesweit größten Cybercrime-Prozesse hat ein Angeklagter die Begeisterung bei seinen ersten Besuchen eines unterirdischen Rechenzentrums an der Mosel geschildert: «Es schien mir fast so, als würde hier ein Mini-Silicon-Valley entstehen.» Das…
Fernsehgerät

Fernsehgerät in Corona-Zeiten wieder etwas wichtiger

Das Fernsehgerät ist in deutschen Haushalten in Corona-Zeiten einer Studie zufolge wieder etwas wichtiger geworden. «58 Prozent der Personen ab 14 Jahren in Deutschland nennen den TV-Bildschirm als wichtigstes Gerät zur Videonutzung.
Medien-Auswahl

Corona: Vertrauen in klassische Medien steigt

Durch den Ausbruch der Corona-Pandemie schätzen zwei von drei Briten klassischen Journalismus mehr. Vor allem für Menschen unter 35 Jahren haben Zeitungen und Nachrichtensender im Fernsehen deutlich an Wert gewonnen. In der Krise fühlen sich Menschen bei…
Digital

Digitalangebote ersetzen Behördengang nicht

In der Coronakrise weichen Verbraucher oft auf Online-Angebote aus, um die Gefahr einer Ansteckung mit Covid-19 bei persönlichem Kontakt zu vermeiden. Für Behördengänge gilt dies allerdings nicht.

Anzeige

Newsletter Anmeldung

Smarte News aus der IT-Welt

Sie möchten wöchentlich über die aktuellen Fachartikel auf it-daily.net informiert werden? Dann abonnieren Sie jetzt den Newsletter!

Newsletter eBook

Exklusiv für Sie

Als Newsletter-Abonnent erhalten Sie das Booklet „Social Engineering: High Noon“ mit zahlreichen Illustrationen exklusiv und kostenlos als PDF!