Anzeige

Corona-Warn-App

Die offizielle Corona-Warn-App des Bundes wird am Dienstag vorgestellt und zur Benutzung freigeschaltet. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Sonntag in Berlin. Letzte Tests seien gut verlaufen, hieß es. Zum Herunterladen dürfte die App nach dpa-Informationen bereits am Montagabend in den Stores von Google und Apple bereitstehen.

Mit der App sollen die Corona-Infektionsketten besser erkannt werden. Sie soll dafür sorgen, dass bei einer Lockerung für das öffentliche Leben die Ausbreitung des Coronavirus nicht wieder stark ansteigt.

Mit dem Vorstellungstermin Dienstag bestätigte sich eine entsprechende RTL/n-tv-Meldung vom Freitag. Die Entscheidung fiel dann am Sonntag. Nach weiteren Informationen soll die App am Dienstagvormittag präsentiert werden. Besitzer eines geeigneten Smartphones können freiwillig entscheiden, ob sie die Warn-App installieren wollen oder nicht. Die App kann auch nachträglich wieder deaktiviert oder deinstalliert werden.

Die App misst über den Kurzstreckenfunk Bluetooth, ob sich Anwender über einen Zeitraum von 15 Minuten oder länger näher als ungefähr zwei Meter gekommen sind. Dabei werden stoßweise alle zweieinhalb bis fünf Minuten anonymisierte Identifikationsnummern übertragen. Der Ort der Begegnung wird dabei nicht erfasst. Wird ein Nutzer positiv auf Covid-19 getestet und diese Information in der App geteilt, werden die anderen Anwender informiert, dass sie sich in der Vergangenheit in der Nähe einer infizierten Person aufgehalten haben.

Der Start der App war ursprünglich schon für Ende April geplant. Zu diesem Zeitpunkt entschied dann die Bundesregierung, nicht mehr das Projektteam, sondern die Unternehmen SAP und T-Systems mit der Umsetzung zu beauftragen.

Bei der App wurde ein mehrstufiges Datenschutzkonzept umgesetzt. Der Bundesdatenschutzbeauftragte, Ulrich Kelber, lobte die App. «Was vorliegt, macht insgesamt einen soliden Eindruck», sagte er der «Saarbrücker Zeitung». «Mir ist besonders wichtig, dass die relevanten Dokumente zum Datenschutz, insbesondere die Datenschutzfolgeabschätzung, zum Start der App fertig sind.» Sie sollten ab dem ersten Tag öffentlich sein, um in der Bevölkerung Vertrauen und Akzeptanz zu schaffen, so Kelber. Der Datenschutzbeauftragte betonte weiter, nach der Veröffentlichung beginne die nächste Phase der notwendigen Arbeiten. «Ich bin zuversichtlich, dass die beteiligten Unternehmen offene Punkte und eventuell auftretende Erkenntnisse schnellstmöglich angehen.» Nur dann würden sich genügend Bürger beteiligen.

Die Entwickler der Corona-Warn-App sind nach ausführlichen Tests zuversichtlich, dass die geplante Entfernungsmessung per Bluetooth-Funk auch im Alltag funktionieren wird. «Inzwischen sind wir überzeugt, dass wir eine gute Lösung haben, mit der man starten kann - auch wenn wir wissen, dass sie nicht perfekt ist», sagte SAP-Manager Müller der Deutschen Presse-Agentur. Das Fraunhofer Institut IIS in Erlangen spielte bei Tests der deutschen konkrete Szenarien durch: Sitzen in einem Restaurant, Schlangestehen, Aufenthalt in öffentlichen Verkehrsmitteln. Dabei wurde gemessen, wie präzise die Smartphones die Entfernung erkannten. «Beim realen Einsatz werden wir noch mehr lernen», sagte Müller.

dpa


Newsletter Anmeldung

Smarte News aus der IT-Welt

Sie möchten wöchentlich über die aktuellen Fachartikel auf it-daily.net informiert werden? Dann abonnieren Sie jetzt den Newsletter!

Newsletter eBook

Exklusiv für Sie

Als Newsletter-Abonnent erhalten Sie das Booklet „Social Engineering: High Noon“ mit zahlreichen Illustrationen exklusiv und kostenlos als PDF!

 

Artikel zu diesem Thema

Corona-App
Jun 15, 2020

Telekom und SAP: Nach Tests von Corona-App zuversichtlich

Die Entwickler der deutschen Corona-Warn-App sind nach ausführlichen Tests…
Corona App
Jun 10, 2020

Sinn und Zweck einer Corona App

In Kürze soll die seit langem diskutierte „Corona App“ in Deutschland auf den Markt…

Weitere Artikel

Messenger Apps

Tschüss, WhatsApp? Worauf Nutzer beim Wechsel achten sollten

Bis zum 15. Mai gibt es „Gnadenfrist“ – dann soll jeder Nutzer von WhatsApp den geänderten Nutzungsbedingungen und Datenschutzregeln zugestimmt haben.
KI Laptop

KI schafft Seminararbeit in 20 Minuten

Eine Künstliche Intelligenz (KI) kann innerhalb von nur 20 Minuten eine zumindest mittelmäßige Studien-Seminararbeit verfassen.
Twitter

Twitter bald nur noch im Abo?

In den bald 15 Jahren, die es Twitter gibt, blieben für alle zugängliche Tweets der Kern des Dienstes. Jetzt will die Firma unter anderem mit der Möglichkeit experimentieren, ein Abo-Geschäft auf der Plattform zu betreiben.
Datenschutz

HPI schließt Datenschutzlücken in Schul-Cloud

Die Schulcloud gilt in Thüringen als wichtiges Instrument für den Unterricht in Zeiten der Corona-Pandemie. In der Vergangenheit kam es zu Ausfällen und Problemen mit der Geschwindigkeit. Die Plattform galt als sicher. Doch es gab Schlupflöcher.
Firefox

Gefährliche Firefox-Browsererweiterung entdeckt

Den Security-Experten von Proofpoint, Inc., einem Next-Generation Cybersecurity- und Compliance-Unternehmen, ist es gelungen, eine gefährliche Browsererweiterung für Mozilla Firefox zu identifizieren.
Tobias Neumann

Neuer Sales Director DACH bei der xSuite Group

Tobias Neumann hat zum 1. Februar 2021 die operative Vertriebsleitung der xSuite Group für den deutschsprachigen Raum in der Position des Sales Director übernommen.

Anzeige

Newsletter Anmeldung

Smarte News aus der IT-Welt

Sie möchten wöchentlich über die aktuellen Fachartikel auf it-daily.net informiert werden? Dann abonnieren Sie jetzt den Newsletter!

Newsletter eBook

Exklusiv für Sie

Als Newsletter-Abonnent erhalten Sie das Booklet „Social Engineering: High Noon“ mit zahlreichen Illustrationen exklusiv und kostenlos als PDF!