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Im Fintech-Umfeld gab es 2019 eine Verschiebung hin zu Mammut-M&A-Transaktionen, historisch hohen Dealzahlen und beeindruckenden Bewertungen – so das Ergebnis des aktuellen globalen M&A-Marktreports des Technologieberaters Hampleton Partners. 

Somit erwies sich 2019 im Hinblick auf die M&A-Aktivitäten von Fintech als das zweitstärkste Jahr des vergangenen Jahrzehnts.

439 Transaktionen und ein Transaktionswert von über 130 Mrd. USD wurden 2019 veröffentlicht. Der Wert ist damit fast doppelt so hoch wie der bisher größte veröffentlichte Wert von 71 Mrd. USD in 2018. Die Bewertungsmultiplikatoren setzten ihren rasanten Anstieg in der zweiten Hälfte des Jahres 2019 fort: Der trailing 30-Monats-Umsatz-Median erreichte mit 3,8x einen Rekord, während der EBITDA-Multiplikator auf satte 17,3x sprang und damit nur knapp hinter dem Rekord des ersten Halbjahrs 2015 zurückblieb.

Im Jahr 2019 stellten vier Mammut-M&A-Deals den Rekord für die größten Transaktionen in der Geschichte von Fintech auf: Die Übernahme von Worldpay durch Fidelity (44 Mrd. USD), die Übernahme von First Data durch Fiserv (22 Mrd. USD), die Fusion von Global Payments mit Total System Services (21 Mrd. USD) und die Übernahme von Refinitiv durch die London Stock Exchange Group (14 Mrd. USD). Zusammengenommen machten sie einen Transaktionswert von fast 101 Mrd. USD aus. 

Mammut-M&A-Transaktionen

Im zweiten Halbjahr 2019 waren die größten veröffentlichten Transaktionen:

  • Die Übernahme von Refinitiv durch die London Stock Exchange Group - 14,1 Mrd. USD.
  • Die Übernahme der Nets Holding durch Mastercard International - 3,2 Mrd. USD.
  • Die Übernahme der Advanced Computer Software Group durch BC Partners - 2,2 Mrd. USD.

Jonathan Simnett, Direktor von Hampleton Partners, kommentiert das Fintech-Jahr 2019: "Das Jahr 2019 war gekennzeichnet durch ein Rekordniveau an Fintech-M&A-Aktivitäten, durch einen üppigen Fundraising-Wert und durch das Erreichen außergewöhnlicher Bewertungsmultiplikatoren. Das Transaktionsvolumen in der zweiten Jahreshälfte erreichte ein Dreijahreshoch und stellte mit über 130 Milliarden Dollar einen neuen Rekord auf.“

Simnett sieht folgende Ursachen für die aktuellen Entwicklungen im Fintech-Sektor: "Traditionelle Finanzakteure kämpfen um Relevanz und Umfang - Relevanz ist die Fähigkeit, Lösungen anzubieten, die allgegenwärtig verfügbar und gefragt sind; und Umfang bezieht sich auf die Anzahl der Kunden, die etablierte Unternehmen angesichts des neuen Wettbewerbsumfelds gewinnen und halten können. Dieses neue Wettbewerbsumfeld erfordert neue Fähigkeiten und die etablierten Unternehmen müssen sich jetzt anpassen und akquirieren, sonst werden sie abgehängt."

Jonathan Simnett prognostiziert: "Es wird erwartet, dass Fintech M&A weltweit ein heißer Sektor im aktuellen Jahr bleiben wird, insbesondere angesichts der großen M&A-Deals, die bisher schon stattgefunden haben. Der Bereich Zahlungsverkehr wird zweifellos eine Fülle von Investitionen erhalten, während die Bereiche Versicherungstechnik, Regtech, Wealthtech und B2B-Plattformservices alle gut für Wachstum positioniert sind. Fintech-Investoren sind und werden auch weiterhin sehr selektiv beim Einsatz von Kapital sein, indem sie größere, vielversprechendere Finanzierungen bevorzugen und sich von dem 'Spray and Pray'-Ansatz der frühen Phasen des Sektors entfernen.“

Fintech M&A im Jahr 2020

Die Reports des internationalen Beratungsunternehmens Hampleton Partners unterstützen Unternehmensinhaber, Verkäufer, Käufer und Investoren im Technologie-Sektor bei Bewertungen sowie bei der Planung eventueller eigener M&A- oder Investitions-Aktivitäten. Hampleton Partners stellt Interessenten seine Reports kostenlos zur Verfügung. 

Der aktuelle „Fintech-M&A-Report 1H 2020“ sollte hier heruntergeladen werden können.

www.hampletonpartners.com/de/ 


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