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WhatsApp

Quelle: Chonlachai / Shutterstock.com

Die Brabbler AG sieht in den angekündigten Werbeeinblendungen in WhatsApp einen weiteren Warnschuss für die Nutzer. Vermeintlich kostenlosen Kommunikationsdiensten ist nicht zu trauen.

Die Brabbler AG in München kämpft für den Schutz der Privatsphäre im Internet und fühlt sich derzeit unwillkürlich an den alten Spitzbart erinnert. „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten“, versicherte DDR-Staats- und Parteichef Walter Ulbricht am 15. Juni 1961 auf einer Pressekonferenz. Keine zwei Monate später begann der Bau der Berliner Mauer dann bekanntlich doch.

„Zugegeben: Die Entscheidung des Facebook-Konzerns, ab 2019 Werbeeinblendungen in WhatsApp zu ermöglichen, ist nicht annähernd mit der Tragweite der Berliner Mauer zu vergleichen“, sagt Eric Dolatre, CEO von Brabbler. „Außerdem waren es im Fall WhatsApp unterschiedliche Personen, die zunächst das Versprechen abgegeben und es dann gebrochen haben. Das macht die Sache aber nicht besser.“

Im Jahr 2012 hatten die Entwickler von WhatsApp noch versichert, es werde in ihrer App keine Werbung geben – denn das würde „die Ästhetik stören, die Intelligenz der Nutzer beleidigen und ihre Gedankengänge unterbrechen“. Inzwischen wurde WhatsApp aber vom Facebook-Konzern für 19 Milliarden US-Dollar aufgekauft. Jetzt gab der Konzern bekannt, dass Unternehmen ab dem kommenden Jahr Werbung in WhatsApp schalten können.

„Facebook hat zwar angekündigt, in privaten Chats vorerst keine Werbung anzuzeigen, sondern nur im Statusbereich. Außerdem sollen die Nutzer angeblich selbst entscheiden können, ob sie Werbung sehen möchten oder nicht. Die Betonung ist hier aber wohl auf das Wörtchen ,vorerst’ zu legen. Und was Versprechen im Facebook-Konzern wert sind, sieht man ja gerade“, sagt Dolatre.

So oder so werfe die Ankündigung einmal mehr ein Schlaglicht auf das wahre Geschäftsmodell von Facebook. Die vermeintlich kostenlosen Dienste des Konzerns müssten von den Nutzern eben doch teuer bezahlt werden – mit dem Verlust ihrer Privatsphäre.

„Im Grunde genommen geht der Konzern bei WhatsApp jetzt nur den nächsten logischen Schritt“, so der CEO von Brabbler. „Bisher hat er sich darauf beschränkt, die Nutzer und deren Umfeld auszuspionieren, indem er ihre Kontakt- und Adressdaten aus dem Smartphone-Adressbuch ausliest und für Werbezwecke an anderen Stellen einsetzt. Nun wird WhatsApp selbst zur Plattform für personenbezogene Werbung und dringt damit noch weiter in die Privatsphäre der Nutzer ein.“

Damit sei Facebook aber nicht alleine. Der Konzern stehe vielmehr stellvertretend für die vielen, meist US-amerikanischen Anbieter von Kommunikationsdiensten, die alle dasselbe Geschäftsmodell verfolgten wie Facebook. Um die Privatsphäre der Nutzer und allen voran der nachwachsenden Generation in der digitalen Welt zu retten, sieht Dolatre deshalb nur einen Ausweg: Es müsse endlich Schluss sein mit der Kostenlos-Mentalität.

„Die Entwicklung und der Betrieb digitaler Dienste und Apps verursachen immense Kosten beim Betreiber. Lässt er sich das nicht direkt von den Nutzern bezahlen, heißt das automatisch, dass er sich sein Geld über ihre Daten und durch Werbung zurückholt. Es ist schlichtweg unmöglich, den Nutzern ohne ein kostenpflichtiges Preismodell einen geschützten privaten Datenraum ohne Datenerhebung, Profiling oder Werbung zur Verfügung zu stellen. Die wenigen Euro pro Monat, mit denen eine solche Lösung zu Buche schlägt, sollte den Nutzern ihre Privatsphäre doch eigentlich wert sein.“

www.brabbler.ag
 


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