Gefälschte Angebote rund um die PlayStation 5 sorgen aktuell für neue Betrugswellen im Netz. Sicherheitsforscher zeigen, wie Cyberkriminelle gezielt bekannte Marken missbrauchen. Nutzer stehen dabei vor immer raffinierteren Täuschungsversuchen.
PlayStation 5 im Visier
Die Sicherheitsforscher von Check Point Software Technologies haben in ihrem aktuellen „Brand Phishing Ranking“ eine neue Betrugsmasche rund um die PlayStation 5 aufgedeckt. Im Fokus steht eine gefälschte Jubiläumsedition, die angeblich über einen offiziellen Online-Shop erhältlich sein soll.
Tatsächlich führte die Kampagne über eine täuschend echt gestaltete Website, die Nutzer zum Kauf animieren sollte. Im Bestellprozess wurden Opfer schließlich aufgefordert, per Banküberweisung zu zahlen. Ein klares Warnsignal, da diese Zahlungsart häufig bei Betrug eingesetzt wird. Zusätzlich wiesen fehlerhafte Links und Weiterleitungen auf die kriminelle Absicht hin.

Große Marken im Zentrum von Phishing-Angriffen
Neben Sony standen auch andere Tech Konzerne im Visier. Laut Bericht bleibt Microsoft mit einem Anteil von 22 Prozent die am häufigsten imitierte Marke weltweit. Dahinter folgen Apple mit 11 Prozent und Google mit 9 Prozent.
Auch Amazon und LinkedIn zählen zu den bevorzugten Zielen. Insgesamt entfällt rund die Hälfte aller beobachteten Phishing Angriffe auf nur wenige global etablierte Marken. Das zeigt, wie stark Cyberkriminelle auf Vertrauen und Bekanntheit setzen.
Die Analyse von Check Point zeigt zudem eine deutliche Konzentration auf wenige große Plattformen. Allein die zehn am häufigsten missbrauchten Marken im Phishing Umfeld machen einen erheblichen Anteil der Angriffe aus. Besonders auffällig ist dabei die Dominanz von Microsoft, gefolgt von Apple und Google.
Top 10 der am meisten für Phishing ausgenutzten Brands im Q1 2026
| Microsoft | 22 % |
| Apple | 11 % |
| 9 % | |
| Amazon | 7 % |
| 6 % | |
| Dropbox | 2 % |
| 2 % | |
| 1 % | |
| Tesla | 1 % |
| YouTube | 1 % |
Diese Verteilung unterstreicht, dass Cyberkriminelle sich vor allem auf global etablierte Digitalplattformen konzentrieren, die im Alltag von Unternehmen und Endnutzern eine zentrale Rolle spielen.
Beispiele für raffinierte Phishing-Kampagnen
Microsoft
Die Angriffe werden technisch immer ausgefeilter. Eine beobachtete Kampagne nutzte beispielsweise manipulierte Subdomains, um eine gefälschte Login-Seite von Microsoft zu imitieren. Ziel war es, Zugangsdaten abzugreifen.

Auch Messenger Dienste geraten zunehmend ins Visier. Bei einer Attacke auf WhatsApp wurden Nutzer dazu gebracht, einen QR-Code zu scannen. Dadurch konnten Angreifer Zugriff auf laufende Sitzungen erhalten und private Kommunikation einsehen.

Adobe
Ein weiterer Fall betraf Adobe. Hier wurden gefälschte Downloads verbreitet, die Schadsoftware installierten und Angreifern die Fernsteuerung infizierter Systeme ermöglichten.

Warum Brand-Phishing weiter zunimmt
Der Erfolg dieser Angriffe liegt vor allem in der gezielten Ausnutzung von Vertrauen. Bekannte Marken vermitteln Sicherheit, wodurch Nutzer weniger misstrauisch sind. Gleichzeitig werden Webseiten und Login-Masken immer realistischer gestaltet.
Hinzu kommt die zentrale Rolle digitaler Identitäten. Ein kompromittiertes Konto kann Zugriff auf E-Mails, Cloud-Dienste oder sogar Unternehmensnetzwerke ermöglichen. Damit steigt der potenzielle Schaden erheblich.
Fazit
Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass Phishing längst kein Massenphänomen mit plumpen Tricks mehr ist. Stattdessen setzen Angreifer auf professionelle Täuschung und starke Marken. Besonders Angebote rund um die PlayStation 5 sollten daher stets kritisch geprüft werden.
Weitere Informationen finden Sie im „Brand Phishing Ranking“ für das erste Quartal 2026 von Check Point Software Technologies Ltd.
(vp/Check Point)