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Warum Spyware-Tools notwendig sind

Die meisten Antivirenprogramme verfügen über ein Spyware-Modul? Und das ist auch gut so. Warum? Spyware ist eine Art von Malware (also schädlicher Software), die darauf ausgelegt ist, Informationen über einen Computerbenutzer oder ein System ohne deren Wissen oder Zustimmung zu sammeln und zu übertragen.

Warum Spyware-Tools notwendig sind

Die Funktionen und Aktivitäten von Spyware können vielfältig sein, aber einige der häufigsten sind:

  • Datensammlung: Spyware kann persönliche Informationen wie Passwörter, Kreditkartennummern, Surfgewohnheiten und andere sensible Daten sammeln.
  • Überwachung: Einige Spyware-Programme können Tastatureingaben (Keylogging) aufzeichnen, Bildschirmaktivitäten erfassen oder sogar über die Webcam oder das Mikrofon des Geräts ausspionieren.
  • Browser-Hijacking: Spyware kann Browser-Einstellungen ändern, um die Startseite zu ändern, unerwünschte Werbung einzublenden oder die Suchergebnisse zu manipulieren.
  • Adware: Viele Spyware-Programme zeigen unerwünschte Werbung an oder leiten den Benutzer auf Werbeseiten um.
  • Leistungseinbußen: Die Ausführung von Spyware im Hintergrund kann die Systemleistung beeinträchtigen, da sie Ressourcen wie Prozessorleistung und Speicher verbraucht.
  • Internetverbindung: Spyware kann die Internetverbindung beeinträchtigen oder den Datenverkehr überwachen.
  • Verbreitung von Malware: In einigen Fällen kann Spyware als Träger für andere Arten von Malware dienen, wie Viren, Würmer oder Trojaner.
  • Remote Control: Fortgeschrittene Spyware kann es einem Angreifer ermöglichen, aus der Ferne auf ein infiziertes System zuzugreifen und es zu steuern.

Meistens wird sie durch das Herunterladen infizierter Software oder das Öffnen von E-Mail-Anhängen unbemerkt auf den PC, das Tablet oder Smartphone geladen. Die beste Verteidigung gegen Spyware umfasst die Verwendung von Antiviren-/Anti-Spyware-Software, das regelmäßige Aktualisieren von Software und Betriebssystemen sowie ein vorsichtiges Verhalten beim Herunterladen von Programmen oder Öffnen von E-Mails unbekannter Herkunft.

Spyware Grafik von it daily
Quelle: it daily

AV-Software mit integriertem Spywareschutz vs. spezielle Anti-Spyware-Software

Da die meisten modernen Antivirenprogramme über ein Modul zur Erkennung und Entfernung von Spyware verfügen, wähne sich viele Anwender in Sicherheit, denn sie erkennen solche Bedrohungen in der Regel durch verschiedene Methoden, wie:

  • eine signaturenbasierte Erkennung: Hierbei werden bekannte Spyware-Signaturen in einer Datenbank gespeichert und mit Dateien auf dem Computer verglichen.
  • eine verhaltensbasierte Erkennung: Diese Methode analysiert das Verhalten von Software. Wenn ein Programm verdächtige Aktivitäten ausführt, die typisch für Spyware sind, wird es als potenzielle Bedrohung identifiziert.
  • eine heuristische Analyse: Diese Technik versucht, unbekannte Spyware durch Annäherungen und Schätzungen zu erkennen, basierend auf Ähnlichkeiten mit bekannten Spyware-Mustern.
  • eine Cloud-basierte Erkennung: Einige Antivirenprogramme nutzen Cloud-Datenbanken, um aktuelle Informationen über Bedrohungen zu erhalten und schneller auf neue Spyware reagieren zu können.

Was machen spezielle Anti-Spyware-Programme besser?

Nun, Anti-Spyware-Programme sind speziell darauf ausgelegt, Spyware zu erkennen und zu entfernen. Im Vergleich zu allgemeinen Antivirenprogrammen, die Spywareschutz bieten, bieten spezielle Anti-Spyware-Programme einige Vorteile:

  • Spezialisierung auf Spyware-Erkennung: Anti-Spyware-Programme sind speziell dafür entwickelt, um Spyware und ähnliche Bedrohungen zu erkennen. Sie verfügen oft über umfangreichere Datenbanken und Heuristiken, die speziell auf die Erkennung von Spyware ausgerichtet sind.
  • Erweiterte Entfernungsfähigkeiten: Diese Programme können oft Spyware-Komponenten effektiver entfernen, die tief in das System eingebettet sind. Sie sind darauf ausgelegt, hartnäckige und komplexe Spyware zu beseitigen, die von allgemeinen Antivirenprogrammen möglicherweise übersehen wird.
  • Schutz vor Tracking und Datenschutzverletzungen: Anti-Spyware-Programme konzentrieren sich auf den Schutz der Privatsphäre des Benutzers. Sie erkennen und blockieren Versuche, persönliche Daten zu sammeln, was bei allgemeinen Antivirenprogrammen nicht immer der Fall ist.
  • Echtzeitüberwachung und Prävention: Viele Anti-Spyware-Programme bieten Echtzeitüberwachung, die speziell darauf ausgerichtet ist, Spyware-Infektionen zu verhindern, bevor sie Schaden anrichten können.
  • Benutzerfreundliche Schnittstellen und spezifische Funktionen, die auf die Bedürfnisse von Benutzern zugeschnitten sind, die sich speziell um Spyware sorgen.

Welche speziellen Anti-Spyware-Programme gibt es?

Spybot hat gerade seine neue Version Anti-Beacon 4.1 vorgestellt. Die bietet unter anderem eine Live-Monitoring, Schutz vor über 120 Telemetriediensten, ist jetzt in über 20 Sprachen verfügbar und ist so ein Schutzschild gegen das verhasste Online-Tracking.

Die Live-Überwachung ermöglicht es den Anwendern genau nachzuverfolgen, welche Informationen von nicht-immunisierten Trackern verteilt werden. Dabei geht es nicht nur um den Schutz der eigenen Privatsphäre, sondern auch darum den ökologischen Fußabdruck möglichst klein zu halten. Dieses Ziel kann man durch eine Minimierung unnötiger Datenübertragungen erreichen. User sehen in Echtzeit, welche Telemetriedaten auf diesem Weg übertragen werden, können dies stoppen und bekommen sofort die Kontrolle über Ihre digitale Privatsphäre zurück. Darüber zeigt die Software, wie viel CO₂ jeder Anwender auf diesem Weg einsparen kann.

Zusätzlich wurde die Liste aller Telemetrie-Dienste weiter vergrößert. Zu den neu hinzugekommen Diensten gehören:

  • Opera SiteCheck
  • Spiel-Analytik
  • Pushwoosh
  • Microsoft Edge Follow Creators

Aktuell existieren über 120 Immunizern. Jeder einzelne arbeitet dabei wie ein Wächter, der die Daten vor neugierigen Blicken und unzulässigen Zugriffen schützt.

Beispiel für eine Immunizer-Liste von Anti-Beacon auf einem PC.
Bild 1: Beispiel für eine Immunizer-Liste von Anti-Beacon auf einem PC.
Und hier ein Beispiel für geblockte Telemetriedienste durch Anti-Beacon.
Bild 2: Und hier ein Beispiel für geblockte Telemetriedienste durch Anti-Beacon.

Was sind die Vorteile:

  • übersichtlicher Aufbau
  • One-Click-Lösung
  • gute Undo-Funktion

und was die Nachteile:

  • kein automatischer Systemwiederherstellungspunkt
  • keine zusätzlichen Erklärungen
  • nur eingeschränkte Gratis-Version
  • nur für Windows verfügbar!

Und damit kommen wir auch schon zu Nummer 2, SpyHunter. Dies Programm wendet sich speziell an Mac-Anwender!

In der Vergangenheit wurde dies Tool oft kontrovers diskutiert und selbst als Malware bezeichnet, da es sich schlecht deinstallieren ließ und sich auch nicht in Sachen Benutzer- und Kundenfreundlichkeit auszeichnete. Glaubt man den Internet-Einträgen, dann hat sich das geändert.

SpyHunter ist ein Anti-Spyware-Programm, das von Enigma Software Group USA, LLC entwickelt wurde. Es fahndet nach Malware, potenziell unerwünschten Programmen (PUPs) und anderen, unerwünschten Objekten, um sie sie zu identifizieren und zu entfernen. Dazu zählen Trojaner, Würmer, Rootkits, Keylogger, Cookies, Adware und andere Arten von schädlicher Software. Der Nachteil: es ist nur für den Mac verfügbar.

Natürlich gibt es viele weitere Programme. Zeit und Platz reichen hierfür nicht aus. Eine eigene Recherche im Internet ist also unabdingbar. Zum Abschluss hier noch weitere Alternativen:

  • O&O ShutUp10++
  • DoNotSpy10 (Do Not Spy für Windows 10)
  • DoNotSpy11 (Do Not Spy für Windows 11)
  • PrivaZer Portable

Autor: Marion Mann, Editor, IT Verlag GmbH

Weitere Informationen:

Was ist Spyware?

Spyware ist eine Art von Schadsoftware (Malware), die darauf ausgelegt ist, Informationen über einen Computerbenutzer ohne dessen Wissen zu sammeln und zu übertragen. Dazu zählen Informationen über das Nutzerverhalten, das Sammeln persönlicher Daten, die Steuerung des infizierten Systems, Werbung und Pop-ups.

Besitzen Antivirenprogramm ein Spyware-Modul?

AV-Programme sind in erster Linie dazu gedacht Computer vor Malware, einschließlich Spyware, zu schützen. Sie scannen das Device auf schädliche Software und versuchen, diese zu entfernen oder in Quarantäne zu setzen. Einige Antivirenprogramme enthalten auch spezielle Module oder Funktionen, die speziell auf die Erkennung und Entfernung von Spyware ausgerichtet sind.

Ist es sinnvoll zusätzlich ein Anti-Spyware zum AV-Programm zu installieren?

Spezielle Anti-Spyware Programme können gerade im B-to-B-Bereich sinnvoll sein, das AV-Programme meist nur einen Basisschutz bieten.