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Open Source

Open-Source-Software hat langsam aber sicher das Unternehmensumfeld erobert, sodass bereits viele große IT-Abteilungen auf Linux, Hadoop, Kubernetes und TensorFlow zurückgreifen. Laut der im April 2019 veröffentlichten „State of Enterprise Open Source“-Studie von Red Hat glauben 99 Prozent der IT-Führungskräfte, dass Open-Source-Software zumindest „ziemlich wichtig“ für ihre IT-Strategie ist.

Bereits 2016 fand das Analystenhaus Gartner in seinem Hype Cycle for Open-Source Software heraus, dass „95 Prozent der IT-Abteilungen nicht unerhebliche Open-Source-Software-Assets in ihren geschäftskritischen IT-Portfolios nutzen – ob sie es nun wissen oder nicht“. Ververica (ehemals data Artisans) aus Berlin, führend im Feld der Entwicklung der Steam Processing-Technologie „Apache Flink“, wurde selbst dank Open-Source erfolgreich.

Die Anbieter proprietärer Unternehmenssoftware, darunter Microsoft haben sich lange Zeit einen Krieg der Worte gegen Open Source geliefert. Der ehemalige CEO Steve Ballmer bezeichnete Linux einst gar als „Krebsgeschwür“. Microsoft zählt heute zu den größten Open-Source-Anbietern der Welt, wobei auch IBM und SAP in die Top Ten vorstießen. 2018 zahlte Microsoft 7,5 Milliarden US-Dollar, um GitHub mit dessen riesigem Code Repository zu erwerben.

Ann Thueland von Ververica erläutert stellvertretend für ihre Kollegen die zehn zentralen Vorteile von Open-Source-Software für Unternehmen:

1. Niedrigere Gesamtbetriebskosten

Der offensichtlichste Vorteil von Open-Source-Software ist, dass die Produkte in der Regel kostenlos heruntergeladen werden können, wobei sie mit Betriebskosten wie etwa für Speicher und Rechenleistung verbunden sind. Selbst die seltenen kostenpflichtigen Open-Source-Produkte sind in der Regel immer noch viel günstiger als Closed-Source-Alternativen.

Die Einführung von Open-Source-Software hat in der Regel geringere Vorlaufkosten (da die Software oft kostenlos oder relativ kostengünstig ist) und verlagert die Kostenstelle von der Lizenzierung (Betriebskosten) auf die Anpassung und Implementierung (Investitionskosten). Zusätzliche Kosten wie Schulung, Wartung und Support sind „sunk costs“. Unternehmen zahlen dafür, unabhängig davon, ob es sich bei der Software um Open Source oder Closed Source handelt. Insgesamt stellt sich heraus, dass Open Source sicher und effizient genug ist sowie insgesamt kostengünstiger.

2. Besserer Zugang zu Innovationen

Kosteneinsparungen stehen oft nicht an erster Stelle, wenn es um die Einführung von Open Source in Unternehmen geht. Der Zugang zu Innovationen und der Einsatz der besten Technologie sind häufig die entscheidenden Triebfedern. Das Experimentieren mit Open Source ist einfacher als mit kommerziellen Produkten. Entwickler können kostenlos vorhandene Open-Source-Programme herunterladen, ausprobieren und dann entscheiden, ob die Technologie für ihr Projekt geeignet ist. Wenn nicht, können sie sich anders entscheiden und schnell mit anderen Komponenten experimentieren.

Open Source ist somit ein Wegbereiter für Innovationen. Unternehmen verstehen heute, dass die gleiche Kultur und Arbeitsmethode, welche Innovation in der Open-Source-Community beschleunigt, auch zu einer schnelleren Innovation innerhalb des Unternehmens beiträgt.

3. Keine Lieferantenbindung

Kommerzielle Hersteller produzieren Software nach den Ideen und geschäftlichen Zielen ihres eigenen Unternehmens. Diese passen oft nicht direkt zu denen ihrer Kunden. Anbieter können auch den Support und Updates für kommerzielle Softwareprodukte reduzieren, die nicht mehr genügend Einkommen generieren. Wenn sie die Produktion oder Unterstützung eines Produkts komplett einstellen, führt dies zu größeren Problemen bei den Kunden. Open-Source-Software reduziert genau dieses Risiko, da die finanziellen Motivationen eines laufenden Geschäfts nicht gegeben sind.

Dies kann Nutzern auch helfen, Monopolpreisen und Inkompatibilitäten zu entkommen. Eigene Datenformate und Systeme, die Wettbewerber ausschließen, haben wenig Nutzen für Open-Source-Softwareentwickler, die eher bereit sind, Interoperabilität zu unterstützen. Die Idee der Offenheit ist heute weitreichend: Wir alle kennen die Wikipedia-Plattform, die Wissen öffentlich und kostenlos zur Verfügung stellt. Die Definition von Open Source in seiner ursprünglichen Form gilt für Software, die kostenlos und als Quellcode bereitgestellt wird.

4. Umfangreiche Individualisierung

Open-Source-Software bietet einen hohen Grad an Individualisierungsmöglichkeiten durch den Zugriff auf den Code. Selbst detaillierte Anpassungen können in der Regel mit begrenzten Ressourcen vorgenommen werden. Wenn die internen Fähigkeiten unzureichend sind, wird Unterstützung von den Entwicklern des Projekts, seitens der Open-Source-Community oder kommerziellen Experten angeboten.

Der Kunde kann – mithilfe der Community und unterstützenden Anbietern – rasch neue Funktionen, Anpassungen oder Sicherheitsverbesserungen hinzufügen und diese schnell und kostengünstig implementieren und skalieren. Entwickler können die Software anpassen, zusätzliche Funktionen hinzufügen oder unnötige Teile entfernen, um spezifische Geschäftsanforderungen zu erfüllen.

5. Eine Kultur der Zusammenarbeit

Da Open-Source-Entwickler in erster Linie durch Stolz auf ihre Arbeit und die Meinungen ihrer Kollegen motiviert sind, neigen sie dazu, sich mehr auf die Qualität ihres Produkts zu konzentrieren, als ihre von Geschäftszielen getriebenen kommerziellen Konkurrenten. Open-Source-Entwickler sind auch Teil einer Community, die von der gegenseitigen Unterstützung profitieren. Viele Benutzer korrigieren Fehler selbst und teilen dies mit der Community.

Die Open-Source-Kultur bietet drei entscheidende Vorteile: Erstens, haben Anwender die Möglichkeit, das Wissen der weltbesten Entwickler zu nutzen, nicht nur derjenigen, die auf der Gehaltsliste eines einzigen Unternehmens stehen. Zweitens, ist die Anzahl der potenziell beteiligten Entwickler und damit der potenzielle Wissenspool erheblich größer. Drittens schließlich, wird Open-Source-Software an eine Vielzahl von Anwendungsfällen angepasst, nicht nur an diejenigen, die ein einziger Publisher ursprünglich vorgesehen hatte. Die Anpassung erfolgt viel schneller als im Rahmen von herkömmlichen QM-Prozessen.

6. Weniger Fehler

Der Fokus von Open Source auf Qualität führt tendenziell auch zu weniger Fehlern. Wenn Unternehmen Open-Source-Software verwenden, liegt es in ihrem Interesse, einen Beitrag zu leisten. Die Beiträge können in Form von Fehlermeldungen oder sogar der Einreichung von Korrekturvorschlägen erfolgen.

Da Software von Menschen geschrieben wird, ist es höchst unwahrscheinlich, dass sie perfekt ist, und selbst wenn ja, wird sie wahrscheinlich nicht jedem Anwendungsfall gerecht. Durch das Einreichen von Fehlerberichten und Verbesserungen können die Beteiligten gegenseitig profitieren.

7. Bessere Fachkräfte gewinnen

Die Einführung von Open-Source-Software kann auch bei der Rekrutierung von Fachkräften helfen, was angesichts des Mangels an Entwicklern und Datenwissenschaftlern unerlässlich ist. Entwickler wollen an noch ungelösten Problemen arbeiten. Open Source ermöglicht es ihnen, Entwicklungsherausforderungen zu lösen und sich in der Community fachlich auszutauschen.

Open-Source-Entwickler können beiläufig zu Projekten beitragen, um zu erfahren, wie daran gearbeitet wird und wie es ist, Software für eine bestimmte Reihe von Herausforderungen zu entwickeln. Wenn ihnen gefällt, was sie sehen, ist die Chance viel höher, dass sie sich für eine Stelle bewerben, als wenn das Unternehmen eine Black Box wäre.

8. Software in höherer Qualität

Der Input einer umfangreichen Liste von Entwicklern, die motiviert sind, die bestmögliche Software zu entwickeln, führt oft zu einem überlegenen Produkt. Durch die Verwertung wiederverwendbarer Komponenten gewinnen die Entwickler mehr Freiraum, um sich auf höhere Wertbeiträge zu konzentrieren.

Während Entwickler proprietärer Software ihre Zeit damit verbringen, das Rad, das die Open-Source-Community bereits perfektioniert hat, neu zu erfinden, ist es weitaus besser, das beste Rad der Welt zu verwenden, wenn es noch dazu kostenlos ist.

9. Mehr Sicherheit

Open-Source-Software (OSS) ist sicherer. Schwachstellen sind in der Regel für alle sichtbar, sodass es viele Augen gibt, die nach Risiken suchen. Dies geht auf eine der Kernprinzipien zurück, die Linus Torvalds bei der Entwicklung von Linux vertreten hat: die Weisheit der Vielen.

Der Software kommt insgesamt mehr Aufmerksamkeit zuteil, dies bedeutet mehr Tests, häufigere Fehlerbehebung und bessere Härtung. OSS-Lösungen profitieren von einem Sicherheitsniveau, das die meisten kommerziellen Anbieter nicht erreichen können.

10. Einfacher zu auditieren

Die Verfügbarkeit von Quellcode ermöglicht es Anwendern von Open-Source-Software, Sicherheits- und Leistungsstandards zu überprüfen. So können sie selbstständig Mängel erkennen und die notwendigen Änderungen vornehmen. Durch die eingebaute Offenheit und Transparenz kann Open-Source-Software Unternehmensnutzern eine weitaus größere Flexibilität und Einblick in die Abläufe auf ihren Systemen bieten.

Traditionell bieten Open-Source-Plattformen eine klarere Dokumentation, häufigere Upgrades und regelmäßige Downloads zu Testzwecken. All dies kann dazu beitragen, den Teams in Unternehmen ein starkes Sicherheitsgefühl bei der Entwicklung ihrer Technologie-Stacks zu vermitteln.

https://www.ververica.com/

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