Anzeige

Frau im Büro

Den Ergebnissen des Global Entrepreneurship Monitors 2019/20 zufolge hat die Gründungsquote in Deutschland mit 7,6 Prozent einen neuen absoluten Höchststand erreicht. Die GEM-Gründungsquote definiert sich als Anteil derjenigen 18- bis 64-Jährigen, die während der letzten 3,5 Jahre ein Unternehmen gegründet haben und/oder gerade dabei sind, ein Unternehmen zu gründen.

Entsprechend des Gesamtanstiegs sind die Gründungsquoten auch bei den Frauen mit durchschnittlich 5,7 Prozent nicht nur knapp 2,5 Prozentpunkte höher als in 2018, der Anstieg der Gründungen durch Frauen verlief auch deutlich stärker als bei den Männern. Der beginnende Wandel der Gründungskultur in Deutschland hat sich also bereits in einem Anstieg der Gründungsquoten, insbesondere bei den Frauen, bemerkbar gemacht. Ob sich dieser positive Trend trotz (oder wegen?) Corona fortsetzen kann und wird, hängt jedoch stark vom Produkt oder der angebotenen Dienstleistung ab – denn nicht alle Branchen sind gleich stark von der Krise betroffen. Die Corona-Krise stellt viele Gründende zweifelsohne vor große Herausforderungen, bietet aber mittel- oder langfristig – vielleicht gerade auch für Frauen – Chancen. 

Frauenpower vor allem in den Bereichen Gesundheit und Bildung

Durch innovative Produkte, Services und Geschäftsmodelle können Gründerinnen wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt sowie Arbeitsplätze in attraktiven Bereichen und Branchen schaffen. Und insbesondere in Zusammenhang mit der Corona-Krise ist die starke Präsenz von Startup-Gründerinnen im Gesundheits- und Bildungswesen bezeichnend: Mehr als 40 Prozent aller Gründungen (oder anstehenden Gründungen) durch Frauen passieren in diesen beiden Branchen. Gründerinnen sind daher ein elementarer Treiber medizinischer Innovationen und der Digitalisierung des Bildungssystems in Deutschland. Um diesen Trend weiter zu unterstützen, müssen Berufe in der Pflege und der frühen Bildung sowie der sozialen Arbeit, in denen der Frauenanteil traditionell sehr hoch ist, aufgewertet werden – etwa durch die Verbesserung der Arbeitsbedingungen sowie der Verdienst- und Entwicklungsmöglichkeiten.

(Corona)-Krise? Jetzt erst recht! 

Denn eins steht fest: Gerade jetzt braucht Deutschland echte Entrepreneure – also Menschen, die bereit sind, in Phasen von Unsicherheit zu handeln, Risiken einzugehen und Neues auszuprobieren. Gerade jetzt kommen mutige Menschen zum Zug, die Dinge wagen, ohne zu wissen, was am Ende dabei herauskommt. Die Erfahrungen zeigen, dass sich besonders flexible und resiliente Unternehmen in Krisenzeiten behaupten. Gerade jetzt, mit einer sich etablierenden neuen Arbeitswelt, bieten sich Chancen durch flexibel wählbare Arbeitszeiten, innovative Schichtmodelle und Home-Office-Varianten.

Die Erfahrungen aus der Corona-Pandemie haben gezeigt, dass Unternehmen mit einer familienorientierten Unternehmenskultur die aktuellen Herausforderungen besser meistern können. Inwieweit aus dieser Gemengelage heraus Gründungen durch Frauen tatsächlich profitieren oder wahrscheinlicher werden, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehbar – der Ausblick ist jedoch optimistisch.
Letztendlich sollten Gründerinnen eine Marktnische für sich finden, die sich gerade wegen der Corona-Krise in diversen Geschäftsbereichen des Gesundheits- und Bildungswesens anbietet, zum Beispiel bei Online-Diensten für das E-Learning oder Telemedizin. 

Zu diesen und anderen Ergebnissen des aktuellen GEM 2019/20 ist ein kostenloser Infografiken-Band als Download und Printversion hier erhältlich. 

Die hier dargestellten Zahlen basieren auf Ergebnissen einer repräsentativen Umfrage. Weltweit wurden im Rahmen des aktuellen GEM 154.991 Personen befragt.

www.rkw-kompetenzzentrum.de


Artikel zu diesem Thema

Home Office
Dez 09, 2020

Mehr als 10 Millionen arbeiten ausschließlich im Homeoffice

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie sind Millionen Berufstätige ins Homeoffice gewechselt –…
Home Office
Dez 08, 2020

Deutlicher Corona-Effekt beim digitalen Arbeiten

Im Jahr 2020 haben doppelt so viele Berufstätige wie im Vorjahr mobil oder von zu Hause…
StartUp
Nov 13, 2020

Gründungsklima in Deutschland wird immer besser

Gerade in Krisenzeiten sind Gründerinnen und Gründer sehr wichtig. Mit neuen Ideen und…

Weitere Artikel

Meeting

New Normal: Flexibilität neu erfinden

Das Arbeitsleben hat sich in den letzten anderthalb Jahren neu erfunden. Nicht nur die Digitalisierung hat an Fahrt aufgenommen, auch die physische Arbeitswelt hat sich nachhaltig verändert.
Führungskraft

Entgleiten den Führungskräften ihre Mitarbeiter?

Die Pandemie hat zu einer nie da gewesenen Verlagerung von Büroarbeitsplätzen ins Homeoffice geführt. Laut Statista arbeiteten vor der Krise nur vier Prozent der Beschäftigten in Deutschland überwiegend oder teilweise von zu Hause.
Home Office

Homeoffice oder Büro oder beides? Das ist hier die Frage

Die Homeoffice-Pflicht ist mit dem Fall der „Bundesnotbremse“ vorbei. Ein Großteil der Angestellten möchte dennoch weiterhin, zumindest temporär in den eigenen vier Wänden arbeiten. Doch beim Thema Homeoffice scheiden sich die Geister.
Laptop

Dumme Clients sind sichere Clients

In den Anfangstagen der elektronischen Datenverarbeitung war es üblich, dass sich Anwender über ein Terminal am Großrechner anmelden, um dort ihre digitalen Arbeiten zu erledigen. Mit dem Aufstieg von PCs ist dieses Konzept aber in vielen Unternehmen aus der…

Anzeige

Jetzt die smarten News aus der IT-Welt abonnieren! 💌

Mit Klick auf den Button "Zum Newsletter anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.