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Egoist

Dysfunktionales Verhalten wie Narzissmus, manische Depression, passive- aggressive Persönlichkeitsstörungen oder Gefühlsblindheit haben sich wie eine Epidemie in den Führungsetagen vieler Unternehmen ausgebreitet. Auch unheilbare Psychopaten trifft man hier immer wieder an. Werden solche psychischen Geisterfahrer nicht gestoppt, können sie Kollegen, Mitarbeitern oder der gesamten Entwicklung des Unternehmens schaden.

Jeder ist in gewisser Weise ein Narzisst

Allen voran grassiert der krankhafte Narzissmus in den Chefetagen. Zwar ist jeder Mensch in gewisser Weise ein Narzisst, muss es sogar sein. Denn dies ist für ein stabiles Selbstwertgefühl unumgänglich. Eine Prise Narzissmus wappnet uns gegen die Wechselfälle des Lebens. Sie hilft uns, eine gute Meinung von uns zu haben und uns bis zu einem gewissen Grad gegen unsere Mitmenschen zu behaupten. Nimmt Narzissmus aber krankhafte Züge an, kann er Unternehmen von innen heraus zerstören. Denn krankhafte Narzissten haben grandiose Fantasievorstellungen von sich selbst, die sie zu egoistischem und rücksichtslosem Verhalten treiben. In Führungspositionen können sie ihrem Bedürfnis nach Macht und Kontrolle am besten nachkommen.

Nährboden für krankhaften Narzissmus

Viele Unternehmen scheinen dabei ein guter Nährboden für die Entwicklung eines krankhaften Narzissmusses zu sein. Denn neueren Untersuchungen zufolge sind Menschen mit einer narzisstischen Persönlichkeit in Unternehmen vergleichsweise häufiger vertreten als in der Gesamtbevölkerung. Man geht davon aus, dass etwa vier Prozent der Bevölkerung Narzissten sind. Dabei sind sogar etwa sechs 6 Prozent aller Führungspersonen Narzissten.

Von Allmachtsfantasien und Einzigartigkeit

Die Betroffenen haben ein übertriebenes Gefühl der eigenen Wichtigkeit. Sie verlangen nach übermäßiger Bewunderung. Sie idealisieren sich selbst und sind stark von Allmachtsfantasien, grenzenlosem Erfolg, Macht, Glanz oder Schönheit eingenommen. Sie glauben von sich, besonders und einzigartig zu sein und erwarten eine bevorzugte Behandlung. Sie fühlen sich nur von anderen außergewöhnlichen, angesehenen Personen oder Institutionen verstanden und wollen auch nur mit diesen verkehren.

Fehlende Sozialkompetenz

Stets auf den eigenen Vorteil bedacht, legt der Narzisst in seinen Sozialbeziehungen ein ambivalentes Verhalten an den Tag. Der Narzisst wechselt ständig die Position. Seine Einstellung richtet sich danach, woher der Wind gerade weht. Dazu wird auch nach oben gebuckelt, während gleichzeitig der Chef für den nächsten Karriereschritt gezielt bearbeitet wird. Kollegen und Mitarbeiter sind allenfalls ein nützliches Instrument, das für die eigenen Zwecke eingespannt wird. Statt Anerkennung für ihre Hilfe zu bekommen, müssen sie damit rechnen, in aller Öffentlichkeit abgekanzelt oder gemaßregelt zu werden. Regelmäßige Kompetenzüberschreitungen sind eine Folge ihres übersteigerten Profilierungsdrangs. Wer nicht für sie ist, ist gegen sie. All ihr Handeln dient nur der Darstellung der eigenen Größe getreu dem Motto: „Me First! Der Jesuit Karl Rahner hat den Narzissten deshalb auch sehr treffend als einen Ofen bezeichnet, der nur sich selbst wärmt.

Die Ich-Perspektive

Am besten lässt sich die narzisstische Störung mit den fünf großen „E“ beschreiben: Egozentrik, Eigensucht, Empfindlichkeit, Empathiemangel und Entwertung anderer: Der Narzisst nimmt alles aus der Ich- Perspektive wahr. Sein ganzes Fühlen und Denken sind ausschließlich auf die eigene Person gerichtet. Nur seine Gedanken sind originell, seine Ansichten allein von Interesse, seine Handlungen unvergleichbar.

Reinhard F. Leiter, Executive Coach
Reinhard F. Leiter
Executive Coach, SELECTEAM Deutschland GmbH
Reinhard F. Leiter absolvierte nach dem Besuch des Humanistischen Gymnasiums Jesuitenkolleg Kalksburg (Wien) ein Betriebswirtschaftsstudium mit den Schwerpunkten Organisationslehre und Personalwesen an der Ludwig-Maximilian-Universität in München. Bei der Bayer Group nahm R.F. Leiter Funktionen als Leiter u.a. der Aus- und Weiterbildung und als Personalleiter (1970 – 1982) wahr. Bei der Allianz AG leitete er das Zentrale Bildungswesen. Diese Aufgaben führten ihn 1999 zu seiner letzten Position als Leiter des Fachbereichs Executive Events der Allianz SE. In den letzten Jahrzehnten war er auf allen fünf Kontinenten in 30 Ländern tätig.


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