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Die großen App-Stores von Google und Apple beherbergen jeweils mehr als zwei Millionen Apps, wirtschaftlich erfolgreich sind davon jedoch nur einige Tausend. Weshalb scheitern die meisten? Oftmals liegt es an einer falschen Herangehensweise bei der Entwicklung.

Wer versucht das Pferd von hinten aufzuzäumen, hat keine Chance auf Erfolg, auch wenn die Ausgangsidee noch so gut sein mag. Um es besser zu machen, sollten sich Unternehmen und Entwickler an der User-First-Pyramide orientieren. Sie besteht aus vier Bausteinen: Performance, Utility, Functionality und Delight.

1. Performance

Performance ist die Basis von allem. Denn wenn sie nicht stimmt, ist es ganz unerheblich, wie gut man in anderen Bereichen gearbeitet hat – lange Ladezeiten machen die besten Features kaputt. Gerade in der Frühphase der App-Entwicklung wird eine stabile Performance jedoch oft als selbstverständlich aufgefasst. Das kann zum Verhängnis werden, zum Beispiel, wenn eine App nach ihrer Veröffentlichung auf ein unerwartet hohes Interesse stößt. Solche Anfangserfolge führen dann zu Überlastungen, zu Störungen und schließlich zu Totalausfällen. Kurzfristige Abhilfe ist dann nicht mehr möglich. Die Performance sollte deshalb von Anfang an mit den richtigen Werkzeugen abgesichert werden.

Der App Attention Span Index von AppDynamics deckt auf, welche Risiken hier lauern: 80 Prozent aller Verbraucher haben schon mal eine App gelöscht, weil die gebotene Performance nicht den Erwartungen entsprach. Performance-Probleme schlagen auch auf die Stimmung: 56 Prozent empfinden in solchen Fällen Frustration, 28 Prozent zeigen sich sogar gestresst oder wütend.

2. Utility

Beim Thema Utility geht es um den konkreten Nutzen, den die App schaffen soll. Erfüllt sie die Bedürfnisse des Zielpublikums? Ein Beispiel: Man denke an Fußballfans, die immer über ihr Team auf dem Laufenden bleiben wollen. Der Grundnutzen einer auf sie zugeschnittenen App kann darin bestehen, sie per Push-Mitteilung mit entsprechenden News zu versorgen. Einfach den Lieblingsverein auswählen – und los geht’s. Erfüllt die App diesen intendierten Nutzen nicht oder nur unzureichend, steigen die Anwender schnell auf Alternativen um.

3. Functionality

Ist die Performance abgesichert und der Nutzen der App realisiert, gilt es die Funktionalität der App zu optimieren. Dazu zählen Features, die es leichter machen, die App zu verwenden, etwa eine übersichtliche Menüführung. Die genannte Fußball-App sollte Nutzern zum Beispiel die Möglichkeit bieten, Push-Mitteilungen mit Live-Ergebnissen vorübergehend zu deaktivieren, falls sie das Spiel ohnehin im Fernsehen oder im Stadion verfolgen – ein solches Feature wäre klar auf der Functionality-Ebene einzuordnen.

4. Delight

Zum Schluss geht es um das Tüpfelchen auf dem i. Es geht um die kleinen Dinge, die dem Nutzer eine Freude bereiten. Dazu zählen etwa animierte Elemente in der App oder – im genannten Beispiel – ein Ladebildschirm mit dem Logo des Lieblingsvereins. Leider überspringen viele App-Entwickler die ersten drei Bausteine und kümmern sich von Anfang an um solche Details. Häufig führt das dann dazu, dass Nutzer zwar ein oberflächliches Interesse an ansprechend gestalteten App zeigen, aber auch sehr schnell wieder abspringen, weil beispielsweise ein konkreter Nutzen noch nicht besteht.

Fazit: User First = Performance zuerst

Prinzipiell lässt sich festhalten: Den Nutzer in den Mittelpunkt zu stellen, bedeutet bei der Performance anzufangen. Denn auch die innovativste und nützlichste App hat nur dann eine Erfolgschance, wenn sie auf einem soliden Fundament ruht. Dazu zählen eine belastbare Infrastruktur, die auch bei Lastspitzen nicht in die Knie geht, sowie leistungsstarke Werkzeuge, die den gesamten Technologie-Stack durchleuchten und Performance-Probleme frühzeitig erkennen und deren Ursachen identifizieren helfen.

Unternehmen sollten außerdem von Anfang an eine holistische Sicht auf ihre App anstreben. Application-Intelligence-Lösungen helfen dabei: Sie setzen technische Kennzahlen mit wirtschaftlichen KPIs in Beziehung und bilden sie auf gemeinsamen Dashboards ab. Wie beeinflussen Ladezeiten die Nutzungsdauer? Was bedeutet eine unvorhergesehene Downtime für die Kundenbindung? Wie viele täglich aktive Nutzer rufen die App seither seltener auf? Wer diese Fragen beantworten kann, lernt schnell zu verstehen, wie die einzelnen Bausteine der User-First-Pyramide aufeinander aufbauen. Ein Erfolg der App ist damit längst nicht garantiert – aber die grundlegenden Voraussetzungen sind geschaffen.

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